Burn-Out (bei Ärzten)
Wer hätte es gedacht, Ärzte rühmen sich zwar immer ihrer Konstitution und Gesundheit, beinahe fühlen sie sich unverwundbar in Bezug auf irdische Erkrankungen. Unsinn. Auch Ärzte werden krank oder sind es schon! Und nicht nur körperliche Krankheiten, auch die Psyche ist betroffen. Offensichtlich ein Tabu-Thema: Ausgebranntsein bei Ärzten. Das einst so lodernde Feuer des Helfens erlischt und der Docht glimmt nur noch vor sich hin, bis schliesslich Dunkelheit das Krankenzimmer überdeckt.
Sehr wichtig also. Wie erkennen Sie als Patient einen ausgebrannten Arzt:
- Symptome: Leerer, starrer Blick ins Leere bzw. in seinen Computer (Prüfen Sie allerdings gegebenenfalls nach, ob er sich nicht gerade in einem interessanten Internet-Chat befindet). Leise, zerbrechliche Stimme, teils weinerlich, erzählt unaufgefordert von seiner gescheiterten Ehe. Langsame Bewegungen. (Könnte aber auch eine lange Nacht gehabt haben DD (bedeutet differentialdiagnostisch, also eine Diagnose, die auch möglich ist) Nachtdienst oder Saufgelage. Vorsicht bei Krankenhausärzten: hier gehört eine gepflegte Blässe und fahles Aussehen ein bisschen zum guten Ton). Fragt Sie wiederholt, warum Sie eigentlich seine so dringend zum Überleben notwendigen IGEL-Leistungen (“Selberblech-Leistungen”, hat nichts mit dem posierlichen Tierchen zu tun) ablehnen. Dabei wären doch die Wasserstoffperoxid-Einläufe im Stutenmilch-Bad so günstig für ihre Neurodermitis.
- Therapie: Empfehlen Sie ihrem Doktor einen Urlaub, oder wahlweise einen Gang zum psychiatrischen Kollegen (dumm nur, wenn er selbst einer ist, in diesem Falle gleich : Psychiatrische Klinik). Suchen Sie ihn einmal im Quartal, gegebenenfalls auch ohne Erkrankung, mit gezückter Krankenkassenkarte und 10 Euro auf und geben Sie zu erkennen, dass Sie sich Zeit für ihn nehmen. Hören Sie ihm aufmerksam zu und reden Sie ihm ein, er sei ein guter Arzt und dass Sie auf jeden Fall im nächsten Quartal die IGEL-Einläufe bei ihm machen lassen. (Keine Angst: bis dahin hat er es wieder vergessen!)
- Komplikationen: Für Sie eigentlich keine, sollten Sie allerdings den Eindruck haben, Ihre Gesprächstherapie schlägt nicht an, suchen Sie zumindest bei ernsthaften Erkrankungen einen anderen Arzt auf. Bei Krankenhausärzten hat man aber nicht immer eine Auswahl, daher vermeiden Sie wenn möglich Krankenhausbehandlungen. Ansonsten trösten Sie sich: viele Ärzte in der Klinik sind noch jung und noch nicht ausgebrannt, dieses folgt meist erst später.
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Dieser Beitrag (von insgesamt 847) wurde am Samstag, 25. Oktober 2008 um 17:49 Uhr veröffentlicht und unter der Kategorie
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