Machen Sie einmal eine typische Handbewegung … keine Reaktion … Klar, da kann auch keine Antwort kommen: Der Anästhesist (Narkosearzt) ist eingeschlafen. Ist ja auch kein Wunder bei diesen vielen gasförmigen Schlafmitteln in der unmittelbaren Umgebung. Während der Narkose, wenn der Chirurg operiert, ist es ja dann auch meistens stinklangweilig.
Charaktereigenschaften: Die hohe Kunst in diesem Fachgebiet besteht darin, zum einen nicht einzuschlafen, und zum anderern sofort von 0 auf 100 zu beschleunigen, wenn dann doch mal Not am Mann ist. Dies bedeutet eine diffizile Mischung aus Phlegmatiker und Choleriker (oder Sanguiniker). Schwierig einzuschätzen. Eines darf man dabei aber nicht vergessen: Die Anästhesie bedeutet fast ausschliesslich eine Dienstleistung gegenüber dem Chirurgen, der operiert, und einen relaxierten, narkotisierten Patienten voraussetzt.
Nicht selten bekriegen sich diese beiden Fachgruppen auch. Einige Beispiele:
Der Kampf Anästhesist – Chirurg könnte hier noch beliebig fortgesetzt werden … Merke: In der Realität ist der Umgangston meistens noch etwas rauher. Hierbei ziehen sich dann die Gasleute oftmals in ihre Burg zurück – die Intensivstation. Dort regieren sie uneingeschränkt über die (internistischen) Polytraumen und anderen Mehrfach-Baustellen. Einen weiteren natürlichen Lebensraum erschufen sie sich innerhalb des Notarztwesens. Notärzte gehören nämlich meistens der Fachgruppe der Schlafmediziner an (auch Internisten sind hier häufig vertreten. Chirurgen wiederum nicht, da sie oft ein EKG nicht richtigherum halten können (eigener Original-Ton)).
Wie sieht also der Arbeitstag eines Schnorchelmediziners aus? Morgens ab in den OP, den schon halbwegs zugedröhnten Patienten noch mittels medizinisch sinnvollen Drogen den Rest verpassen und Schnorchel (lustiger Schlauch zum Beatmen) in die Luftröhre einführen. Hierüber wird dann vom Beatmungsgerät Luft und Narkosegas zugeführt. Dann erst mal selber abschnarchen oder Fremdsprachen erlernen (mittels Fortbildungsbuch). Rechtzeitig aufwachen und Gas zurückdrehen um Patienten aufwachen zu lassen. Schnorchel raus, in den Aufwachraum gebracht. Dann das Gleiche, immer wieder, immer wieder. Nachmittags dann auf den Stationen umherirren um die Operationswilligen für den nächsten Tag über die Narkose aufzuklären. Zeitig Feierabend machen.
Wie sieht er aus? Natürlich Schnautzer (Ausnahme: Frauen), ach Unsinn, “wat weiss denn icke” …
« Pneumothorax (da ist die Luft raus!) – Notärzte – Warum sie so toll sind! »
Die Kommentarfunktion ist zur Zeit leider deaktiviert.
Design von Perun modifiziert vom Chefarzt | expertenteam | impressum
Haha wieder einmal ein Schmankerl…
Kommentar: EarlMobile
(109) – 11. Dezember 2008 @ 15:41
Sehr gut!!
Habe gerade gesehen, du hast noch mehr solche Profile drin.
‘Schreib doch mal eines über einen Physiotherapeuten.
Wird bestimmt lustig!!
Gruß
Physioblogger
Kommentar: Physioblogger
(5) – 11. Dezember 2008 @ 21:17
War letztens im OP und hab mir ‘nen Wunddebridement bei Osteomyelitis am Ellenbogen angeschaut und der Oberarzt der Anästhesie hat mit alles schön erklärt, hatte ja sonst nichts zu tun
Kommentar: Matthias
(14) – 11. Dezember 2008 @ 22:34
Sehr passend, auch der Rest von den Jungs ist zum großen Teil genial
http://de.youtube.com/watch?v=xuZl9tRqjoQ
Achtung: Nix für Leute, die nicht mit bitterbösem, rabenschwarzem Mediziner-Humor klar kommen.
Kommentar: Simon
(3) – 12. Dezember 2008 @ 15:38
“Cause I just sit every day and listen to blips of the heart”
Super Hymne der Anästhesisten, Danke Simon
Kommentar: chefarzt
– 12. Dezember 2008 @ 17:32
Wenns gefällt hier noch ein Nachtrag, sofern du das noch nicht selbst gesehen hast.
Diesmal für die schneidende Zunft:
http://de.youtube.com/watch?v=V1QhKjPHMdI
Kommentar: Simon
(3) – 12. Dezember 2008 @ 17:39
Das ist der ewige Kampf zwischen Betäuber und Aufschneider.
Kommentar: croco
(14) – 14. Dezember 2008 @ 16:44
Das sollte ich meinem Kollegen zeigen -der ist nämlich Anästhesist
Kommentar: Pharmama
(73) – 15. Dezember 2008 @ 21:15