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Hajo, der Stationsarzt – Der erste Tag

Hajos erster Tag in der neuen Klinik beginnt recht normal, wir erinnern uns: 2x in Pizza getreten, Schlüssel vergessen, Unterschenkelmuskulatur rechtsseitig stark beansprucht. Er gelangt trotz allem rechtzeitig auf Station und kann sich dort im Arztzimmer erst einmal umziehen. Arztkittel, weisse Hose, juhu, jetzt darf er diese Standesklamotten erstmalig mit gutem Gewissen tragen.

Hajo trifft unterwegs auf mehrere Krankenschwestern, vorbeihuschende Kollegen die irgendwas sinnvolles machen. Nur Hajo hat noch keine bestimmte Aufgabe, er wirkt noch recht entspannt. Doch dieses Feeling sollte sich sehr rasch ändern. Im Stationszimmer angekommen, scheint ihn keiner so recht zu beachten. Dabei ist er im weissen Kittel gar nicht so unattraktiv, der Hajo. Auch seine Brille sitzt korrekt. “Hallo, ich bin der neue Assistenzarzt, ich äh …” fängt er an in den Raum hineinzusprechen. Ins Leere. Eine Lernschwester, die ebenfalls den anderen nur im Weg zu stehen scheint, schenkt ihm ein Lächeln. Das ists gewesen. Dieses eine Lächeln, das der zweite Sonnenaufgang des heutigen Tages werden sollte, so spontan, so herzlich, so …. “Hallo, Sie müssen Hajo sein? Ich bin Dr.Müller, der Oberarzt” Die Träume zerplatzen wie eine Seifenblase. Er sieht einen Schnautzer in Augenhöhe. “Peng, äh ja, genau, Guten Morgen …” stammelt der Hajo. “Gehen wir in die Röntgenbesprechung, es ist viertel nach sieben!” Hajo schliesst sich dem Leittier an und trottet hinter ihm her. Das ist Hierarchie. Er blickt kurz zurück und sieht gerade noch, wie die Lernschwester der Länge nach auf den Boden aufschlägt, sie war ausgerutscht. Oder war sie ohnmächtig geworden? Hajo will seine erste gute Tat auf Station vollbringen, doch ohne Worte steht sie sofort wieder auf und schreitet wortlos von dannen. Peinlich. Erinnert ihn irgendwie an die Pizza heute morgen. Seine Wohnung könnte er auch mal wieder aufräumen …

Im Röntgenzimmer schiesslich stehen alle Ärzte versammelt und begrüssen unseren Anfängerarzt recht herzlich, selbst der Chef, der als enormer Choleriker gilt. Im Sekundentakt werden die Röntgenbilder vom Bilderguckerarzt (Radiologe) vorgetragen, zwischendurch allgemeines kurzes Gemurmel, nächstes Bild. Irgendwie sind die Bilder im Lehrbuch besser zu erkennen, denkt sich Hajo. Auch diesen Unterarmbruch hätte er nie und nimmer erkannt. Ihm schwant bereits schreckliches, denn er hatte gehört, dass hier im Hause der erste Nachtdienst bereits nach kurzer Einarbeitungszeit absolviert werden musste. Er, als blutiger Anfänger, Röntgenbilder, Gips, ach du Schande! Ich habe Hunger, wann ist denn endlich Mittag? Die Einteilung läuft, wer geht in den OP, wer bleibt auf Station? Hajo geht in den OP: Hüftprothesen, Knieprothesen, Frakturen, Füsse, alles was mit Knochen zu tun hat. Jawohl das ist eine Knochenchirurgie, genau so wie es Hajo haben wollte. Im OP ist es recht anstrengend, denn er steht meistens unbeweglich auf einem Fleck und muss ungeschickt Haken halten, damit der Operateur gute Sicht auf den OP-Bereich hat. Immer wenn er innerlich abschaltet, heisst es “Ich sehe nichts, ziehen Sie mehr nach rechts!”. Er ist wieder voll da, dann nach endlosen Minuten wieder Abschalten. Die Beine tun auch schon weh. Das Mittagessen fällt wegen Oberschenkelhalsbruch aus. Vom Kampf Chirurgen gegen Anästhesisten bekommt er heute nicht viel mit. Irgendwann am späten Nachmittag kommt er schliesslich ziemlich ermattet aus dem OP heraus. Ein älterer Kollege schickt ihn dann auch bald heim, denn auf Station gibts scheinbar nichts mehr zu tun. Müde ist der Hajo, draussen ist es schon dunkel, morgen das gleiche wieder? Er zieht dennoch positive Bilanz: er hatte Haken gehalten und Röntgenbilder, die er nicht zuordnen konnte, angeguckt. Das wird schon Hajo, hey es war Dein erster Tag, oder?

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Dieser Beitrag (von insgesamt 847) wurde am Freitag, 19. Dezember 2008 um 20:16 Uhr veröffentlicht und unter der Kategorie Hajo der Stationsarzt abgelegt. Du kannst alle Artikel bei Monsterdoc durch den RSS-Feed verfolgen. Alle Kommentare gibts beim Kommentar-RSS-Feed.

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5 Kommentare

  1. Man darf auf den 2. Tag gespannt sein… Meiner ist ja erst beim ersten Tag ;)

    Kommentar: Doc BrownNo Gravatar (46) – 19. Dezember 2008 @ 23:16

  2. Weiter…..Weiter…Weiter…..immer weiter….

    Sag mal denkst du dir das aus oder ist es eine wahre Geschichte??

    Gruß:

    Physioblogger

    Kommentar: PhysiobloggerNo Gravatar (26) – 20. Dezember 2008 @ 13:10

  3. Hehe, dazu würde ich jetzt schweigen ;)

    Kommentar: Doc BrownNo Gravatar (46) – 20. Dezember 2008 @ 14:37

  4. schweig

    Kommentar: chefarztNo Gravatar – 21. Dezember 2008 @ 11:25

  5. Bei manchen Sachen ist es immer “mein Freund” … richtig?

    Kommentar: PharmamaNo Gravatar (92) – 23. Dezember 2008 @ 13:33

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