Lifestyle: abgedroschenes Wort, eingedeutscht, gewinnt aber im Gesundheitsunwesen an Popularität. Es gibt sie: Lifestyle-Medikamente. Diese stehen selbstverständlich auf der Schwarzen Liste ganz oben, denn sie dienen nur der Verbesserung des Lebens, nicht aber der Abwendung von Krankheiten. Teilweise, wie wir im Weiteren noch erfahren werden, können diese allerdings auch das Leben nachhaltig verschlechtern.
Raucherentwöhnungsmittel:
Es gibt Nikotinpflaster (nicht über den Mund kleben!), Nikotinkaugummis und Pillen zum Schlucken um dem blauen Dunst endgültig entfliehen zu können. Tabletten sind aber teils mit schwerwiegenden Komplikationen behaftet und wichtiger ist es sowieso die Psyche zu behandeln. Also Geld sparen und zu den Anonymen Nikotinern gehen. Der Staat ist selbstverständlich nicht daran interessiert, dass diese Sucht tatsächlich bekämpft wird, denn die Steuereinnahmen sind einfach zu verlockend (Im Zeichen der Rezession besonders wichtig!). Die wenigen Sauerstoff-Flaschen für Nikotingeschädigte fallen da nicht ins Gewicht. (auch: Nikotinabusus)
Potenzmittel:
Absoluter Durchbruch in der urologischen Branche. Medikamente, die wirklich helfen. Es gibt sogar welche, die einen ganzen Tag lang wirken. Leider sehr teuer, und die Krankenkassen zahlen selbstverständlich nicht, auch nicht bei Patienten mit chronischen Erkrankungen. Tipp: Holen Sie sich ein Privatrezept mit den gewünschten Pillchen in der jeweiligen Höchstdosis, 1/2 Tablette reicht dann völlig aus. Merke: In der Zukunft sparen nicht nur die Schwaben! Die Wechselwirkung mit nitrathaltigen Herzpräparaten ist ungünstig und sollte vermieden werden.
Abnehmmittel:
Gibts mittlerweile auch als Pillen. Indikation ist die Adipositas (Fettsucht). Die Fettaufnahme wird im Darm verhindert. Also können weiter Torten gefuttert werden, dass es nur so kracht. Belohnt wird man hierbei allerdings von den sehr übelriechenden Ausscheidungen am Ende des Darmes und den Flatulenzen (Merke: Korrelation: Je mehr Flatulenzen, desto weniger Freunde!). In der Regel verliert man damit relativ rasch an Gewicht. Nachteil: beim Absetzen der Medikamente nimmt man selbstverständlich wieder zu, wenn man seine Ernährung nicht umgestellt hat. Ausserdem wurden in letzter Zeit sogar Medikamente wegen schwerwiegenden Nebenwirkungen aus dem Verkehr gezogen. Also: am Besten gleich die Ernährung umstellen und Sport treiben, spart Geld und erhält Freunde!
Gesichtsbügelmittel:
Werden ins Gesicht gespritzt um Falten zu vermeiden. Ist eigentlich ein Nervengift, aber der moderne Mensch von heute hat keine Scheu es anzuwenden. Letztlich wird einfach nur die Visagenmuskulatur gelähmt. Auf deutsch: ob man lacht oder weint, es ist kein grosser Unterschied mehr. Tipp: Teilen Sie Ihrem Partner die jeweilige Emotion mit, damit er Sie besser verstehen kann, sonst kann es hierbei leicht zu Missverständissen kommen. Nach ein paar Monaten lässt aber die Wirkung nach, und Ihr Lachen wirkt wieder natürlich. Leider fördert diese ungünstige Emotion aber wiederum die Faltenbildung, also nichts wie hin zum Schönheitschirurgen Ihrer Wahl. Wirds übertrieben mit der Faltenglättung bekommt man ein Salbengesicht ähnlich wie beim Morbus Parkinson.
Ausserdem gibts noch Haarwuchsmittel, Vitaminpräparate … die ich hier aber nicht besprechen möchte.
Zusammenfassung:
Woran erkennen Sie also den Benutzer von Lifestyle-Medikamenten?
Es ist ein schlanker, attraktiver Nichtraucher, der volles Haar sein Eigen nennt und ein sexuell glückliches Leben führt.
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Hey, wenn ich jetzt noch volles Haar hätte, könnte ich ja glatt ein Konsument sein. Knapp vorbei. Übrigens stellte mein Hautarzt da mal einen Zusammenhang zwischen früh -schütterem Haar und der Potenz eines Mannes her… ob das nun stimmt, oder er mich nur aufheitern wollte… egal. Ich habe meinen Soll mit 2 Kindern wohl erfüllt. (Da können ja jetzt wieder die Haare wachsen).
Ich konsumiere nur Antischuppenshampoo, hier und da mal ein Gläschen Wein und jeden Morgen eine Multivitamintablette. Ersteres natürlich nicht oral…
Kommentar: Dennis D
(24) – 01. Dezember 2008 @ 00:27