Die Abwrackprämie ist drauf und dran zum Hype des Jahres zu avancieren. Ist doch auch eine tolle, wertvolle Sache, um die deutsche Wirtschaft wieder auf Touren zu bringen. Doch wie sieht es im medizinischen Bereich aus? Wäre es nicht sinnvoll eine Abwrackprämie für Ärzte einzuführen? Gesundheitspolitisch wird eine Dezimierung der Ärzteschaft seit Jahren explizit gefordert. Sichern Sie sich also Ihre persönliche Prämie. Der einzige Unterschied zu PKWs besteht allerdings darin, dass Jungärzte auf keinen Fall nachrücken sollten. Hier gehts direkt zum Formular. Exemplarisch habe ich eines selbst ausgefüllt.
Antrag auf die Abwrackprämie für Ärzte
(gemäss einer Richtlinie des Bundesministeriums für wirtschaftliche Medizin zur Förderung der Abwrackung von Ärzten vom 07.April 2009)
Ich erkläre hiermit, dass
Beim Ausfüllen des Formulares bemerkte ich allerdings schlagartig, dass ich selbst bereits länger als 9 Jahre im Dienst bin. Fürs Abwracken besteht allerdings die nächsten 30-40 Jahre keinerlei Grund. Daher stelle ich entschieden das Vorhaben der Gesundheitspolitik in Frage und sage NEIN zur Abwrackprämie für Ärzte.
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Bei den Angaben zum Neuarzt könnte allerdings auch stehen: “Beinahe-Facharzt für irgendeine-Medizin mit einem eventuellen Abschluss der Uni Wladiwostok oder Novosibirsk”
Dann wird’s wieder rund.
Comment: aristokitten
(36) – 07. April 2009 @ 21:22
Ich bin ja auch ein fettes, depressionskrankes Wrack. Aber dafür will keiner zahlen.
Comment: Kranker Pfleger
(183) – 07. April 2009 @ 21:45
Ob es wohl helfen würde, wenn unsereins von nun an die Arztbriefe an die sehr verehrten Kollegen nicht mehr mit “kollegialen Grüßen” sondern “mit Hoffnung auf baldigen Bankrott Ihrerseits” unterschreibt?
Wobei ich mich schon oft gefragt habe, was ein “kollegialer” Gruß eigentlich ist, vielleicht ist damit eh dasselbe gemeint….
Comment: medizynicus
(1) – 08. April 2009 @ 08:47
Joa, das wäre doch topp! Dann fährt man in Zukunft 200 km zum Hausarzt, wartet 1-2 Jahre auf einen Facharzt-Termin, im Rettungsdienst wird das Paramedic-System eingeführt, da es ja keine Notärzte mehr gibt und Klinikärzte haben Stationen von 100 Patienten und mehr zu betreuen. Klingt doch gut
Comment: Chris
(105) – 08. April 2009 @ 10:52
@aristokitten: hierbei wäre zu bedenken, dass es in den genannten Städten jeweils renommierte medizinische Fakultäten gibt.
@kranker pfleger: Jeder kann abgewrackt werden.
@medizynicus: -lach- toller Vorschlag, mit besten abgewrackten Grüssen.
@chris: Du übertreibst mal wieder. Der Radius beträgt lediglich 150km, einen Wrack-, äh Facharzttermin wird es allerdings nicht mehr geben.
Comment: chefarzt
– 08. April 2009 @ 20:28
Wie jetzt, Humor auch nur noch budgetiert? Die Namen waren nur Objektträger für den Gag. Sind anscheinend doch noch nicht alle Ärzte hysterisch, weil sie durch bescheideneren Nachwuchs aus dem Osten ersetzt werden sollen.
Comment: aristokitten
(36) – 08. April 2009 @ 22:00
Humor ist seit Anfang 2009 nicht mehr Kassenleistung der gesetzlichen Krankenversicherungen …
Comment: chefarzt
– 08. April 2009 @ 22:10
“Meine” Abwrackprämie sieht ein wenig anders aus:
Wer sich bereit erklärt, die nächsten neun Jahre auf deutschem Territorium als niedergelassener Arzt zu arbeiten und während dieses Zeitraumes die Grenzen der Bundesrepublik nicht überschreitet, soll mit einer großzügigen Selbst-Abwrackprämie entlohnt werden.
Denn klar, wer sein Schicksal in die Hände eines verkorksten Gesundheitssystems gibt, der ist beruflich wie gesundheitleich eh schnell reif für den Schrotthändler. Das muss doch entlohnt werden! Und wenn das Konzept erst einmal läuft, kann man die Prämie ja ausweiten und auch ungelernte Kräfte anwerben.
Comment: EarlMobile
(109) – 08. April 2009 @ 23:17
Naja, wenn die Rente stimmt ….
Comment: merapi
(102) – 09. April 2009 @ 10:17
Für mich das Wort des Jahres: “Abwracken” und apropos: “Die Renten sind sicher!”
Comment: chefarzt
– 09. April 2009 @ 23:04