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Bewertungsportal für Ärzte

Bewertungsmöglichkeiten gibts ja schon für alle möglichen Bereiche des Internet-Lebens. Auch Ärzten kann man bereits seit einiger Zeit auf unterschiedlichen Portalen Noten erteilen. Im Grunde ein alter Hut, denn vor über 10 Jahren gabs bekanntlich die Hitliste der Ärzte im Focus-Magazin. Die AOK greift nun dieses Thema auf, und will ab 2010 ihren Versicherten anbieten (immerhin >24 Millionen), “Leistung und Service der niedergelassenen Ärzte im Internet zu benoten“. Der andere Hausarzt berichtete bereits. Für Bundesärztekammerpräsident Hoppe ist es hingegen “unseriös, anonyme Fragebögen als Grundlage für Rankings zu nutzen“. Dadurch angespornt starte ich nun mein eigenes Bewertungsportal für Ärzte.

Als fiktives Beispiel nehmen wir eine Bewertung für Dr.med.Ladalbert Lampe, Hausarzt, vor.

  • Wartezeiten: Oftmals länger als eine halbe Stunde. /  Note: 5-6
  • Praxis-Erscheinungsbild: Ungemütlich, da nur altbackene Gemälde an der Wand. / Note: 4
  • Arzthelferinnen: Freundlich, aber ich komme nie dran, wenn ich keine 10 Euro dabeihabe. Ich bin allerdings immer ein Notfall. / Note: 5
  • Ärztliche Kompetenz: Ich bekomme immer weniger Tage an Arbeitsunfähigkeit, als meine Krankheit es eigentlich verdient hätte. / Note: 4-5
  • Patientenservice: Der hat gar keinen Kaffeeautomat und auch keine Chill-Out-Lounge wie das neue MVZ der TK (siehe: Chill Out beim Arzt). / Note: 6
  • IGEL-Leistungen: Er versucht mich ständig mit Selbstblecher-Leistungen über den Tisch zu ziehen. (siehe: Meine Top 10 der IGEL). / Note: 5
  • Schnautzer-Träger: Leider ja. / Note 4

Und damit kommen wir zur Gesamtbewertung: Note 5

So macht Bewerten Spass, anonym und völlig gefahrlos. Ich freue mich schon auf 2010.

Artikel zum Thema passend:

Dieser Beitrag (von insgesamt 488) wurde am Montag, 15. Juni 2009 um 21:37 Uhr veröffentlicht und unter der Kategorie Gesundheitspolitik abgelegt. Du kannst alle Artikel bei Monsterdoc durch den RSS-Feed verfolgen. Alle Kommentare gibts beim Kommentar-RSS-Feed.

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6 Kommentare

  1. Och, ich glaub nicht, dass es wirklich so schlimm kommt. Ich selbst arbeite an einer Uni – wo es ja seit einigen Jahren auch offizielle Evaluation gibt. Und: MIR sind die Kommentare der Studis oft viel zu wenig kritisch! Die Applaudiererei überwiegt bei weitem. Leider – denn das Ausrichten einer Lehrveranstaltung hat was von Fahren im Nebel, und ehrliche Rückmeldung wäre durchaus hilfreich.
    Meine (subjektive) Einschätzung der Lehrevaluation: Angst davor haben in erster Linie diejenigen Dozenten, die eigentlich (wenn sie ehrlich mit sich selbst sind) genau wissen, dass sie schlechte Lehre machen und daher entsprechendes Abwatschen befürchten. Und auch da fallen die Bewertungen viel besser aus als befürchtet (hab lang in den entsprechenden Kommissionen gesessen und einen gewissen Überblick).

    Ähnlich ist es auch bei den bisher schon existierenden Arzt-Bewertungs-Portalen. Ich hab da meine eigenen Ärzte mal gecheckt, und durchaus faire und nachvollziehbare (und gute!) Bewertungen gefunden.

    Kommentar: BenedictaNo Gravatar (273) – 17. Juni 2009 @ 00:12

  2. @benedicta: Da hast Du sicher recht. Wichtig für solche Portale wäre aber, dass sich der “Betroffene” bei ggf. schlechten Bewertungen selbst dazu äussern kann.

    Kommentar: chefarztNo Gravatar – 17. Juni 2009 @ 20:20

  3. Ich hab ja den Verdacht, dass dieses Bewertungs-Blabla gar nicht gegen die Ärzte gerichtet ist, sondern reine Augenwischerei für die Patienten (ala “ich darf mich äußern, ich werde ernst genommen”).
    Alte Zynikerin, ich :o )
    (ich bin damals als Studi sehr enthusiastisch an die ganze Evaluiererei rangegangen, und wurde eines besseren belehrt. Qualitätsverbesserung ist NICHT das Ziel. Ziel ist, den Status Quo zu rechtfertigen, und entsprechend werden die Fragebögen entworfen. Da kann man beliebig suggestiv fragen und dadurch die statistische Aussagekraft problemlos gegen 0 laufen lassen. Statistiken belegen daher i.d.R. die vorgefasste Meinung des Auswerters. Genau deswegen gehen medizinische Studien inzwischen übrigens auch zu DREIFACH-Blindstudien über, wo auch der Auswerter während der Interpretation der Daten nicht sieht, was das Placebo ist.)

    Kommentar: BenedictaNo Gravatar (273) – 18. Juni 2009 @ 00:11

  4. @bendicta: Gibts eigentlich auch VIERFACH-Blindstudien? Da ist selbst das Ergebnis dann niemandem bekannt …
    Aber, im Ernst, Bewertereien liegen doch seit einigen Jahren schon voll im Trend. Selbst als “unabhängiger” Blogger heftet man sich ganz dolle “Ranking-Buttons” auf die Seite. Das sind dann sowas wie die Blog-Orden der Neuzeit. Und was ist dann die Aussagekraft dieser Rankings? Ich würde sagen: NULL

    Kommentar: chefarztNo Gravatar – 18. Juni 2009 @ 13:31

  5. Du sagst es *nick*
    Trau keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast.

    Kommentar: benedictaNo Gravatar (273) – 18. Juni 2009 @ 18:45

  6. Krankenhäuser und Kliniken wollen nach ihren eigenen Angaben ja anscheinend Kritik.

    Kommentar: ZuerntNo Gravatar (1) – 02. September 2009 @ 22:36

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