Ärzte sind keine Halbgötter in Weiss, sie sind Menschen und machen daher auch Fehler. Auf Focus-Gesundheit wird aktuell darüber berichtet, dass aus diesem Grunde mehr medizinische Simulatoren zur Verfügung stehen sollten. Für Notärzte gibt es bereits hochwertig “Trainingsgeräte”. Simulationstraining ist sinnvoll und gut, man kann auch seltene Notfallsituationen trainieren und Teamarbeit lernen. Ob mit “besserem Training” der Ärzte “tausende Behandlungsopfer”, wie es in dem Focus-Artikel heisst, vermieden werden können, halte ich allerdings für fraglich. Simulanten ersetzen keine Menschen, darüber muss man sich im Klaren sein.
Nebenbei bemerkt müssen Ärzte selbstverständlich diese Kurse selbst bezahlen. An dieser Stelle möchte ich einfach noch einmal die Diskussion um das Medizinstudium und die Fortbildungen für Ärzte kurz anheizen. Zuwenig Praxis, zuviel Theorie. Wer was lernen will, soll blechen. Das ist offensichtlich die medizinische Logik in unserem Gesundheitssystem?
Ganz klar, jeder Arzt, ob niedergelassen oder klinisch tätig, sollte regelmässig sein Wissen mittels solcher Simulationen auffrischen, denn ein Notfall kommt nun einmal zwar selten, aber unverhofft.
Wie sieht also so ein Trainingsmensch aus? Puls, Atmung, Blutdruck sowie funktionierende Pupillen können simuliert werden. Integrierte Computer können Erkrankungen darstellen und auf Behandlungsmethoden reagieren. (siehe auch Schraff-Notfalltraining)
Neulich beim Training:
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Mittlerweile haben wir diverse Möglichkeiten als Studenten an Schauspieler-Patienten, Auskultationspuppen und ausgemusterten Geräten Dinge wie Sono zu üben, selbst das Blutabnehmen an Punktionsarmen. Ich selber habe noch nicht viel davon genutzt, kenne aber jüngere Studis, die das taten und dann in ihrer ersten Famulatur genauso dumm dastanden, wenn nicht noch dümmer… es ist eben nicht das selbe und richtig lernen kann man sowas nur an richtigen Menschen. Aber zum Üben und um die Nervösität vorm “ersten Mal” zu nehmen, ist es sicher hilfreich. Liebe Grüße
Kommentar: Ava
(18) – 11. Juni 2009 @ 08:13
Ich denke, man sollte die Technik nutzen, aber sich immer den gesunden Menschenverstand bewahren.
Denn das wirklich Schwierige an der Medizin ist, dass jeder Mensch anders ist, und auf gleiche Dinge unterschiedlich reagiert.
Kommentar: chefarzt
– 11. Juni 2009 @ 17:40
Ja, das denke ich auch, man sollte es zusätzlich nutzen, aber darf nicht leichtsinning werden, nur weil es am Simulator immer funktioniert hat. Ich versuche das Maximum rauszuholen, an der Uni eben durch die Simulatoren und zu Hause bei meinem Ferienjob durch Patientenkontakt und Abgucken von den Großen.
Kommentar: Ava
(18) – 11. Juni 2009 @ 18:16
Glücklicherweise lernen wir eben das schon vom ersten Semester an. Derzeit arbeite ich einmal die Woche in einer Lehrpraxis (und das im zweiten Semester) und nehme am vollen Programm teil – Blutabnehmen, Auskultation, EKG etc pp. haben wir ja schon in der Uni zu genüge gelernt und wenden es auch schon mit einiger “Routine” an. Eine Carotis-Sono durfte ich auch schon selbständig durchführen, aber was ich damit sagen will: Zum Glück habe ich Gelegenheit, das alles schon lernen zu dürfen! Die deutsche Medizinerausbildung ist bekanntlich katastrophal und wenn ich dann höre, wie auch noch allen Ecken und Enden an der Finanzierung derselben und der Reform- und Modellstudiengänge gespart wird, wird mir ganz schlecht beim Gedanken, wie die ärztliche Versorgung in fünf bis zehn Jahren ausschauen wird. Vielleicht haben wir dann kaum mehr hiergebliebene Ärzte, und die wenigen, die hier noch arbeiten, können auch nichts. Schöne Vorstellung…
Kommentar: EarlMobile
(109) – 14. Juni 2009 @ 14:18
@earlmobile: Immerhin hat sich die Medizinerausbildung demnach etwas verbessert. Bin mal gespannt, was Du weiter aus dem Studium erzählst, und ob Du danach das Ticket nach Schweden löst.
Kommentar: chefarzt
– 14. Juni 2009 @ 21:31