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Der Arztassistent

In Großbritannien und den USA ein alter Hut Beruf: Der Physician Assistant. Seit 2007 bildet der Klinikbetreiber Sana in Berlin Arztassistenten aus.  Ab 2010 wird an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Karlsruhe ein dreijähriger Bachelor-Studiengang in dieser Richtung angeboten (Die Ärztezeitung berichtete am 01.12.09). Sinnvoll oder bloß ein “Billigarzt”?

Pro:

  • Entlastung des Klinikfachpersonals bei Tätigkeiten wie Assistenz im OP, Versorgung von Verletzungen, Erhebung von Krankengeschichten, Untersuchungen … Teilweise dürfen sie sogar Medis selbst verschreiben. (siehe QandAs.com)
  • Entlastung der Finanzen beispielsweise des Krankenhauses.
  • Etablierter Beruf seit den 60er Jahren in den USA.
  • Endlich mal eine vernünftige Ausbildung in straffen 3 Jahren. Das Medizinstudium ist ja sooooo lang.
  • Als Arzt kann man endlich mal unliebsame Jobs deligieren. Der Assistent hat seinem Vorgesetzten als Ventil zu dienen.

Okay, der letzte Punkt ist nicht sachlich und wird daher gestrichen.

Contra:

  • Möglicherweise Kompetenzüberschreitungen. Wie werden die Tätigkeiten konkret abgegrenzt? Wer trägt die Verantwortung?
  • Vermehrt Einstellung von “Billigpersonal”. Kostensenkung auf Kosten der ärztlichen Behandlung?
  • In Deutschland hinken wir 40 Jahre hinterher. Also erst mal langsam angehen lassen.
  • Da kriegt man als Arzt dann mal so richtig gezeigt wo es medizinisch sinnvoll langgeht. Ob das in einer dreijährigen Ausbildung zu schaffen ist?

Insgesamt muss jede Neuerung natürlich kritisch betrachtet werden. Wägen wir es also ab. Pro oder Contra?

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Dieser Beitrag (von insgesamt 847) wurde am Mittwoch, 02. Dezember 2009 um 22:00 Uhr veröffentlicht und unter der Kategorie Medizintypen abgelegt. Du kannst alle Artikel bei Monsterdoc durch den RSS-Feed verfolgen. Alle Kommentare gibts beim Kommentar-RSS-Feed.

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33 Kommentare

  1. Leider fand in Deutschland in den letzten 25 Jahren die Entmedizinisierung des Pflegeberufes statt. Aufgrund des Pflegenotstandes entledigte sich das Pflegepersonal anspurchsvollerer Tätigkeiten wie Blutentnahmen, intravenöse Zugänge, Verarbreichung intravenöser Medikamente, …
    Ich kann mich noch an eine Situation als AiP erinnern: Patient nach Herzkatheteruntersuchung. Nach Ziehen der Schleuse in der Leiste hatte ich wörtlich alle Hände damit zu tun, die Blutung in der Leiste durch Abdrücken zu stillen (ausschließlich ärztliche Tätigkeit !!!). Der Patient entwickelte eine ausgeprägte Bradykardie und synkopierte. Die hinzgezogene Schwester weigerte sich vehement das bereits von mir vorbereitete Atropin notfallmäßig in den bereits von mir vorsorglich gelegten Zugang zu spritzen. Argument: das dürfen wir nicht !!!
    Erst nach einem Wutausbruch meinerseits ließ sie sich zur Tat herab.

    Und jetzt beschwert sich der Pflegenachwuchs, dass er nur noch für Dokumentation, Essenausteilen und Popo-Putzen da sei.

    Fazit: wenn die Pflege wieder mit mehr anspruchsvolleren Tätigkeiten und Kompetenzen ausgestattet werden würde, wie es in der Schweiz, in Ostblockländern und auch den USA üblich ist, dann bräuchten man nicht noch einen Beruf im Krankenhaus.

    Kommentar: drgeldgierNo Gravatar (82) – 02. Dezember 2009 @ 22:24

  2. Also rein von der Idee her, find ich es nicht schlecht. Es muss aber sinnvoll organisiert und sehr gut durchdacht sein. Wenn es Karlsruhe macht, hoffe ich mal, dass die besser organisieren können als meine BA…..
    Ich stimm dir zu mit “langsam angehen lassen” das geht nicht von heut auf morgen und auch nicht in 1 Jahr….
    Wenn man die Tätigkeiten klar abgrenzt, (und sich vor allem jeder daran hält) denke ich dass es da keine Probleme gibt. Ich find es allerdings etwas hm naja, es ist nicht vorgesehen dass man dann Medizin studieren kann. Je nach Studieninhalt (den ich nicht kenne und den Karlsruhe auhc nicht auf der HP haben) könnte man doch schon ein paar Semester/Fächer anrechnen lassen….aus meiner Sicht.
    Ihr könnt mich jetzt erschlagen oder sonst was mit mir machen, ich geh erst mal ins Bett und morgen arbeiten.

    Kommentar: DelfinSternNo Gravatar (613) – 02. Dezember 2009 @ 22:33

  3. zu geldgier: da bin ich auch der Meinung, vorallem mehr Personal.. so wie ich das mitbekomme sind es viel zu wenige die viel zu viel machen müssen.

    Kommentar: DelfinSternNo Gravatar (613) – 02. Dezember 2009 @ 22:35

  4. Ich gebe drgeldgier recht – eigentlich sind das (fast) alles Dinge, zu denen gut ausgebildete Schwestern und Pfleger fähig sind.
    Wobei mir aber der Kragen platzen könnte: die Medikamentenverornung! Für psychologische Psychotherapeuten wurde mW die Möglichkeit NACH Zusatzausbildung Psychopharamaka verschreiben zu können, abgelehnt. Und das nach etwa 11 Jahren Fachausbildung (5 Jahre Studium inkl. Bio, etwa 4 Jahre Approbationsausbildung plus jeweiliger Zusatz). Aber 3 Jahre Light-Studium reichen?!
    Mir ist klar, dass dies eine fachspezifische Betrachtungsweise ist, aber wenn solche Dinge dann geregelt werden, dann doch bitte gerecht. Und gerade klinisch tätige Psychologen haben (noch, oft) einen harten Stand sich gegen Mediziner durchzusetzen. Da würden es “Billigärzte” auch nicht gerade einfach haben…

    Kommentar: PsychotanteNo Gravatar (1) – 02. Dezember 2009 @ 22:55

  5. Arztassistent? 3 Jahre Ausbildung reichen?
    Hmmm.
    Was ich dagegen noch sinnvoll finde ist, wenn wie in gewissen Krankenhäusern in Amerika bei der Visite ein Apotheker mitläuft, der dem Arzt in Bezug auf Medikamente und Dosierung zur Seite steht. Da ist der Spitalapotheker aktiv an der Medikamentenfindung beteiligt.
    Leider gibt es das bei uns (noch) nicht.
    Fände ich nämlich auch noch spannend.

    Kommentar: PharmamaNo Gravatar (92) – 03. Dezember 2009 @ 08:56

  6. Ach, wenn man sich anschaut, wie lange schon an der Neuregelung des Rettungsassistenten geschraubt wird und welche Positionen hier die Standesvertreter der Ärzteschaft einnehmen (z.B. keinerlei Medikamentengabe als Regelkompetenz) , glaube ich nicht, dass man bereit ist, hier Kompetenzen abzugeben…
    Obwohl… immerhin hätte derjenige dann 3 Jahre Studiert und nicht nur 3 Jahre Ausbildung gemacht (worauf es beim RA hinauslaufen wird).

    Kommentar: o2junkieNo Gravatar (10) – 03. Dezember 2009 @ 12:01

  7. Im Prinzip ne gute Idee, faktisch aber, wie schon gesagt, eigentlich überflüssig denn das Tätigkeitsfeld des Arztassistenten wird bei uns durch Assistentsärzte in den ersten Jahren abgedeckt und das finde ich auch gut so. Was man ändern sollte sind eher die Kompetenzen der Pflegekräfte. Ich habs am eigenen Leib erlebt nachdem ich unter postoperativer Übelkeit litt und nur der (gerade beschäftigte Stationsarzt) mir was dagegen verordnen und verabreichen durfte. In der Zwischenzeit war bei mir Bogenhusten angesagt. Das einzige was das Pflegepersonal machen durfte war mich zu beruhigen das der Arzt gleich kommt und die Sauerei beseitigen.

    Kommentar: DenisNo Gravatar (13) – 03. Dezember 2009 @ 12:41

  8. Ich will aber meine Arbeiten selbst machen! Lieber mehr Sekräterinnen einstellen, die den ganzen Schreibkrams übernehmen.
    Im Übrigen ist z.B. die Erhebung der Anamnese eine rein ärztliche Aufgabe, da müsste für den neu entstandenen Beruf erst einmal ein Gesetz auf den Weg gebracht werden.

    Kommentar: EarlMobileNo Gravatar (109) – 03. Dezember 2009 @ 14:50

  9. @drgeldgier, @delfinstern: Nurses haben in den Staaten auch mehr Vollmachten, stimmt. Der Arztassi steht hier genau zwischen den Herrschaften. Ehrlich gesagt finde ichs nicht schlecht. So bleibt den Ärzten beispielsweise mehr Zeit zum Bloggen und Twittern.

    Ich bewerbe mich gleich auf den Bachelorgang. Vielleicht wird ein abgeschlossenes Medizinstudium auf die Ausbildungszeit angerechnet …

    @pharmama: Doch gibt es. Habe ich in meinen Arzt-Anfangszeiten schon erlebt: Apothekerin geht einmal in der Woche mit auf Visite in der Inneren Abteilung. Gute Sache.

    @O2junkie: Oh ja der gute Paramedic. Wenn ich in Rente bin wahrscheinlich …

    @psychotante: Wie gesagt, hier mahlen die Mühlen langsam …

    @denis: Das wäre in den USA nicht passiert. Da hättest Du von verschiedenen Leuten verschiedene Substanzen erhalten …

    @earlmobile: Das hört sich motivierend an. “Ich will meine Arbeit selbst machen” Aber Arztbriefe schreiben ist nun mal auch Arztarbeit.

    Kommentar: chefarztNo Gravatar – 03. Dezember 2009 @ 19:37

  10. Gerade in der Anästhesie wird ja immer wieder über Parallel- und Schwesternarkosen diskutiert, in ein paar Kliniken bereits Realität. Dabei habe ich kein gutes Gefühl, und würde mich absolut weigern, die Verantwortung für etwas zu übernehmen, bei dem ich nicht anwesend wäre, oder bei dem ich mich i mehrere Teile zerreissen müsste.

    Kommentar: Doc BrownNo Gravatar (46) – 03. Dezember 2009 @ 22:48

  11. Thema: Narkose und gleichzeitig Notarztfahren …

    Kommentar: chefarztNo Gravatar – 03. Dezember 2009 @ 22:55

  12. Ach was. Die wichtigsten Diagnosen kommen eh von der Nachbarin oder der Schwiegermutter
    .”Die ist zu dünn, die isst zu wenig.”"Der ist so bleich, der muss an die Luft”. “Das Kind ist zu dick. Kind, bewegt dich.”
    An den Fachtermini müsste noch gefeilt werden, aber das packen die schon.
    Ansonsten schlage ich beide vor ;-)

    Kommentar: crocoNo Gravatar (16) – 05. Dezember 2009 @ 13:12

  13. @croco: Da hast Du selbstverständlich recht. Auch “Stammtischdiagnosen” sind oft die besten …

    Kommentar: chefarztNo Gravatar – 05. Dezember 2009 @ 19:56

  14. Der Arzt-Assistent wird die Arbeitsteilung im Krankenhaus nicht revolutionieren, aber sich bestimmt sehr nützlich machen können und ein wenig die verkrusteten Strukturen aufbrechen.
    Nicht unterschätzen sollte man die Kompetenz dieser zukünftigen Fachkräfte. Allgemein vergessen wird, dass für dieses dreijährige Studium Abitur und Pflegeausbildung vorausgesetzt wird.
    Man sollte diesen Versuch einfach mal locker angehen und nicht immer alles so verbissen sehen.
    Die zukünftigen Arzt-Assitenten werden schon nicht die Ärzte ersetzten, dafür sind Haftungsfragen im Krankenhaus viel zu heikel, aber sicherlic h Arzte sinnvoll unterstützen. Vielleicht kommen ja dann auch die Pflegekräfte wieder auf den Geschmack und übernehmen wieder mehr Aufgaben – was sie durchaus könnten

    Kommentar: docboldNo Gravatar (2) – 06. Dezember 2009 @ 17:16

  15. @docbold: Dass Abitur und Pflegeausbildung vorausgesetzt wird, wusste ich nicht. Das wertet die Stellung natürlich auf. Mittlerweile überwiegen bei mir ebenfalls die Argumente für den Arztassistenten. Lassen wir es also locker auf uns zukommen …

    Kommentar: chefarztNo Gravatar – 06. Dezember 2009 @ 21:10

  16. Wenn ich das alles so lese, bekomme ich echt angst. Im März hab ich mein Abitur leider nicht mir perfekten Noten, aber ich wollte schon immer was in Richtung Gesundheiswesen machen. Da war mir Ärztin immer so weit entfernt und dachte nie weiter drüber nach und eine Krankenpflegerin würde mich wohl nicht erfüllen. (Wofür denn mein Abitur?) Und jetzt finde ich endlich genau das was mir passen würde: Arztassistentin. Naja mein Abiur werde ich dann haben, bleibt nur noch die 3-jährige Ausbildung und dann mein duales Studium. Zum Schluss sind das dann doch 6 Jahre. Etwas mehr als eine Krankenpflegerin und doch weniger als ein richtier Arzt.
    Da ich schließlich sehr gewissenhaft bin und eher moralisch handle, vertraue ich mir und würde ganz bestimmt keinen richtigen Arzt ersetzten wollen/können. Da kann jeder andere denken was er will, es hängt an jedem selbst was draus wird, und das ist nicht nur in diesem Beruf ein Kontra.
    Mfg Ee-Ji

    Kommentar: Ee-JiNo Gravatar (1) – 31. Januar 2010 @ 14:17

  17. Da schließe ich mich @docbold an: Einfach mal diesen neuen Weg des Arztassistenten wählen. Wie gesagt: In den USA ist dieser schon seit Jahrzehnten etabliert. Warum also nicht?
    Und dann natürlich während der Ausbildung schön bloggen … Würde mich dann auch interessieren, wie das läuft …

    Kommentar: chefarztNo Gravatar – 31. Januar 2010 @ 20:30

  18. In etlichen Ländern gibt es auch in der Radiologie so etwas in der Art (Radiology Assistant http://www.acr.org/secondarymainmenucategories/quality_safety/radiologistassistant.aspx. Ehrlich gesagt, wüsste ich nicht, was das bringen sollte. Lieber ordentlich und hochwertig ausgebildete MTRA mit grösseren Kompetenzen (siehe Schweiz usw.) anstatt Arzthelferinnen oder noch weniger qualifizierte Leute an die teuren Maschinen zu lassen, als irgendso ein Mittelding erschaffen, was Leute mit guter Ausbildung disqualifiziert. Dass MTRA z.B. in Prvatkliniken sowieso mehr machen als sie dürften, weiss man ja. Also lieber diesen Beruf aufwerten als ein Zwischending suchen.

    Kommentar: radtechNo Gravatar (4) – 07. März 2010 @ 17:57

  19. @radtech: In der Radiologie erscheint mir dieser “Assistant” auch nicht so sinnvoll wie der Arztassistent zu sein. Doch lassen wir es auf uns zukommen. Wie gesagt: Ich hoffe auf einen Arztassistenten-Blog …

    Kommentar: chefarztNo Gravatar – 07. März 2010 @ 23:25

  20. @chefarzt: Man kann es aber vergleichen, finde ich. Ich schliesse mich sozusagen den Vorrednern an, die lieber die Schwestern/Pfleger (oder wie das auch immer heutzutage heisst) mehr fordern als einen neuen Beruf einzuführen, der “nicht Fisch und nicht Fleisch ist”.
    strahlung aka radtech ;-)

    Kommentar: strahlungNo Gravatar (4) – 08. März 2010 @ 00:07

  21. @strahlung: Das lasse ich dann mal so stehen.

    Kommentar: chefarztNo Gravatar – 08. März 2010 @ 13:23

  22. Leider ist zu befürchten, dass zukünftig nicht mehr genügend Ärzte am Arbeitsmarkt zu haben sind, dann sind Arzt-Assistenten wahrscheinlich heiß begehrt und alle anderen Pflegekräfte wieder gefordert patientennah mehr Aufgaben zu übernehmen.

    Kommentar: docboldNo Gravatar (2) – 08. März 2010 @ 20:58

  23. @docbold: Das könnte tatsächlich so kommen. Ärzte ausdünnen lautet erst einmal das Motto …

    Kommentar: chefarztNo Gravatar – 08. März 2010 @ 21:54

  24. Meiner Meinung nach ist das Ganze auch im Zwielicht zu betrachten; einerseits besteht die Gefahr der Kompetenzüberschreitung eines “Light-Arztes”, rechtliche Aspekte etc. pp. … andererseits das Pflegepersonal, dem zur Entlastung ohnehin schon einiges an Behandlungspflege genommen wurde… Und dann auch noch ein Arztassistent, der die wenigen “anspruchsvollen” Aufgaben bekommt…
    Schwierig, schwierig (s. Thema “Pflege ist nur Popo putzen…”) Dass Pflege so weit viel mehr ist als nur das klischeebehaftete “Popo putzen”, wissen leider auch nur diejenigen, die die Ausbildung machen/ gemacht haben. Leider auch nur die wenigsten Ärzte, die dann lieber “twittern”, anstatt sich in der wenigen freien Zeit mal sinnvolle Gedanken zu machen… Worauf ich hienaus will: Derzeit sind die Zulassungsvoraussetzungen immer noch Abitur und eine abgeschlossene Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege (wie der Beruf neuerdings seit 2004 heißt, was ja auch an den meisten Ärzten/-innen vorübergeht…). Nur um dies noch mal zu erwähnen…
    Und dass diese Ausbildung bei Weitem kein Zuckerschlecken ist, wissen auch nur die Involvierten…
    Nur um mir etwaigen oben genannten negativen Anmerkungen/ Vorurteilen (s. Popo putzen usw. …) aufzuräumen.
    Ich möchte hiermit keineswegs irgendjemanden angreifen, lediglich denen die Augen öffnen, die sie vor den Tatsachen der offensichtlichen Degradierung des Krankenpflegeberufes als Zugangsvorraussetzung, verschließen.

    Ich mache nächstes Jahr mein Examen in der Pflege, habe ein gutes Abi und interessiere mich auch sehr für diesen neuen Berufszweig. Fraglich ist nur, ob dieser Beruf reelle Zukunftschancen hat/ bekommen wird… Dann wohl eher ein Medizinstudium?!

    Kommentar: schwesterleinNo Gravatar (2) – 10. März 2010 @ 21:12

  25. @schwesterlein: Stimme voll zu. Aber bezüglich dem “neuen” Namen des Berufes … Muss ich jetzt meinen Artikel umbenennen?

    http://www.monsterdoc.de/2009/die-krankenschwester/

    Ob so viele Ärzte im Dienst “twittern” glaube ich ehrlich gesagt nicht. Also ich zumindest nicht …

    Viel Erfolg auf jeden Fall für Dein Examen und dass Du den richtigen Weg wählst. Ich erwarte dann aber einen gut geführten Blog über die Ausbildung …

    Kommentar: chefarztNo Gravatar – 10. März 2010 @ 22:19

  26. @schwesterlein: Nun mach’s mal halblang. Die armen Pflegekräfte! Dass ich nicht lache! Andere Berufe sind viel unbekannter, so dass z.B. ich in Deutschland x-mal gefragt wurde, ob MTRA eine Weiterbildung für Krankenschwestern sei – und das von Krankenschwestern selber! Wie peinlich für die! Die Pflege hat eine solch grosse Lobby, da muss sich ja nun keiner beschweren.

    Kommentar: strahlungNo Gravatar (4) – 11. März 2010 @ 10:05

  27. @ chefarzt: netter Artikel;-) Der Titel bedarf keiner Änderung. Schön geschrieben, man muss schmunzeln…

    @strahlung: Ich wollte niemanden persönlich bzw. irgendeine Berufsgruppe minimieren, nur ich habe mich speziell auf die Berufsgruppe der “Gesundheits- und Krankenpfleger” bezogen, da ich ja selbst derselbigen angehöre und somit auch nur aus dieser Perspektive sprechen kann. Mir ist durchaus bewusst, dass seit der Änderung der Berufsbezeichnungen und der damit verbundenen Aufgaben in den Tätigkeitsfeldern auch andere Berufe im “Gesundheitssektor” (hint zu Deinem Nickname;-)…) betroffen sind!

    Und danke; ich hoffe, ich werde mich nächstes Jahr für das Richtige entscheiden…

    Kommentar: schwesterleinNo Gravatar (2) – 11. März 2010 @ 20:50

  28. Also bei uns in den Vereinigten Staaten gibt es das Berufsbild des “physician assistant” (PA) schon sehr lange und persoenlich habe ich gute Erfahrungen mit meinen PAs gemacht. Auch mit nurse practitioners (NPs) habe ich gute Erfahrung gemacht wobei ich sagen muss dass die Ausbildung eines/r NP in den USA mehr naturwissenschaftlich orientiert ist als wahrscheinlich in Europa. Auch ist die Dauer der Ausbildung laenger. Als PA braucht man keine Pflegeausbildung nachweisen, wohl aber ein abgeschlossenes naturwissenschaftlich orientiertes Studium. Heutzutage erwirbt man in den USA meistens den masters degree (Magister) als PA und der Trend zum doctorate in nurse practitioner (DNP) setzt sich immer mehr durch. Ein PA Studium in den USA ist um 2 Jahre kuerzer als ein Medizinstudium aber das Medizinstudium hier in den USA kann auch unwahrscheinlich teuer sein (die meisten graduates haben ueber $100 000 Schulden). Somit ist es fuer viele Studenten auch eine Kostenfrage. Die Gehaelter fuer einen PA und eine/n NP sind auch bei uns viel hoeher als in Deutschland. Durchschnittlich verdient ein PA oder ein NP umgerechnet knappe 5000 Euro, aber es kann auch hoeher sein. Ich denke es waere mit der richtigen Ausbildung kein Problem in Deutschland PAs und NPs einzustellen aber ich denke dass die Aerztekammer dagegen ist weil sie dann keinen “power” mehr ueber das Pflegepersonal haben. Die deutschen Aerzte sind echt power hungry und wollen andere nur klein halten. Habe mal 2 Jahre Medizin in Deutschland studiert und es war echt aetzend. 87% der deutschen Medizinstudenten wuerden das Medizinstudium in den USA nie schaffen. Aus eigener Erfahrung habe ich vor einem amerikanischem PA oder NP mehr Respekt als vor einem deutschen Mediziner. Viele von den Letzteren haben ihr Klausuren nur mit Ach und Krach geschafft und oft gemogelt (cheating). War froh als ich wieder in die USA ging, in gute Unis, um Pharmakologie zu studieren. Ich hoffe die deutschen PAs und Pflegekraefte es schaffen hochzukommen und die Steine, die ihnen von der Aerztekammer immer wieder in den Weg geschmissen werden, mit einem leichten Sprung ueberspringen koennen. Good luck.

    Kommentar: pharmacologyNo Gravatar (2) – 13. März 2010 @ 06:42

  29. @Psychotante: In den USA haben die Psychologen (Im Gegensatz zu Deutschland darf man sich in den USA nur dann “Psychologe” nennen wenn man einen Doktortitel hat wie z.B. PhD oder PsyD, ansonsten ist es von der APA verboten) auch kein Medikamentenverordnungsrecht (bekannt als “prescription priviliges”) aber die PAs und NPs schon. Das liegt aber auch daran dass die PAs und NPs in den USA einen Kursus in Pharmakologie (genau wie die Mediziner) belegen und bestehen muessen. In dem Curriculum eines Psychologiestudenten (v.a. bachelor oder masters) fehlt das Fach Pharmakologie und das ist ein absolut wichtiges und notwendiges Fach! Das darf einfach nicht fehlen. Um dieses Fach richtig zu verstehen muesstest du dann aber auch einen Kursus in Biochemie belegen, denn das ist eine Vorraussetzung um die Materie zu verstehen. Um Biochemie zu belegen solltest du dann aber 1 Jahr je anorganische und organische Chemie belegen. Ich denke nicht dass ihr das in Psychologie in eurem Curriculum habt. Vielleicht verstehst du jetzt warum es den Psychologen abgelehnt wurde Medikamente zu verschreiben. Pharmakologie ist serious business und man sollte die Materie wirklich gut verstehen bevor man das Recht hat Medikamente zu verschreiben!

    Kommentar: pharmacologyNo Gravatar (2) – 13. März 2010 @ 07:10

  30. ich warte auf den Vorschlag, 1 Euro Jobber als Arzthelfer …
    würde nicht eine direkte Schreibkraft den Doc entlasten?

    Kommentar: psychoMUELLNo Gravatar (55) – 13. März 2010 @ 16:39

  31. @psychomuell: Du hast gar nicht mal so unrecht. Wenn ich in meine Branche schaue, wird das Gesetz dahingehend nicht selten gebrochen.

    Kommentar: strahlungNo Gravatar (4) – 13. März 2010 @ 19:44

  32. @pharmacology: ich hoffe mal, dass ich zu den 13% gehöre, die das Medizinstudium auch in den USA schaffen würden … Das mit der “Power Hungry” ist vollkommen richtig. Warum also nicht die “Last” auf verschiedene Schultern verteilen?

    Vielen Dank übrigens für diesen informativen Einblick.

    @psychomuell: Bürokratie erfordert Schreibkram, und dieser erfordert Zeit. Da könnten die 1-Euro-Jobber intervenieren …

    Kommentar: chefarztNo Gravatar – 13. März 2010 @ 20:48

  33. Was ist das neue daran? Vor ein paar Jahren wurde doch der Feldscher abgeschafft, jetzt wird er neu erfunden.
    Ich bin Kankenpfleger, habe ein Zulassung als Feldscher aus der Ukraine und muß immer wieder Krankenschwestern erklären, daß sie schon wissen sollten, was für Medikamente sie verteilen…
    Die rechtliche Kompetenzen eines Krankenpflegers sind viel größer, als sie selber oder die Ärzte wissen, das gilt übrigens auch für das Rettungswesen. Aber dazu gehört auch die persönliche Kompetenz, diese Tätigkeiten verantwortlich ausführen zu können. Ich habe in einem Kreiskrankenhaus im Nachtdienst Zugänge erneuert, verornetet Medikamente injeziert u.ä. Die Ärzte waren froh über diese Entlastung, Probleme hatte ich mit den Kolleginnen: “Wenn Du das machst, müssen wir das auch!”
    Ich kenne keine MTRA, die sich ihre Bilder nicht ansieht und viele weisen den Arzt auf die Veränderungen hin. Aber solche Fachkompetenz muß neu erfunden werden!
    Die meisten Krankenpfleger beherrschen noch nicht einmal die Terminologie und wundern sich dann, wenn sie vom Arzt nur als Putzfrau wargenommen werden. Laßt die Grundpflege den Hilfskräften und setzt die gut ausgebildeten Fachkräfte richtig ein. Ein Krankenpfleger, der einen Waschlappen anfaßt, ist falsch eingesetzt.

    Kommentar: feldscherNo Gravatar (1) – 24. Mai 2010 @ 12:28

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