Der Glotzergesundmacher ist eine besondere Spezies unter den Ärzten. Ist er doch nur zuständig für ein winziges Körperteil. Aber bekanntlich sind die Äuglein ja auch besonderes wichtig. Warum ist also der Augenarzt ein gewisser Sonderling?
Charaktereigenschaften:
Eigenbrötler, ruhig, Lebenswandel sehr ausgeglichen. Schon in den Lehrbüchern der Augenheilkunde wird ausdrücklich darauf hingewiesen, die Bälle im Leben flach zu halten. Oftmals benutzt er selbst eine Sehhilfe. Etwas stolz auf seinen Beruf, fühlt sich besser als andere Kollegen, würde dies aber nie zugegeben.
Spitznamen:
Glupscherbegutachter, Glotzergelehrter, Hornbrillenverschreiber, Pupillenkriecher, Böbbeltherapeut, Ophthalmonokler, Der graue Star, Der grüne Star.
Wie kann man einen Augenarzt beeindrucken?
Wenn man die letzte Zahlenkolonne auch noch bei 50 Meter Abstand zur Tafel sicher lesen kann (Merke: Funktioniert nur noch bei älteren Hornbrillenverschreibern). Fordern Sie ihn einmal zu einem Gespräch unter drei Augen auf. (Sie drücken natürlich eins dabei zu!). Referieren Sie stilsicher über das Sjögren-Syndrom.
Was sollte man augentechnisch nie machen?
Absichtlich Schielen! Falls man hierbei irgendeinen Schreck bekommt, bleiben dann die Augen in dieser ungünstigen Position stehen! Glauben Sie nicht? Fragen Sie mal Ihre Grossmutter?
Was sollten Sie auf keinen Fall in Gegenwart eines Augenkollegen bekunden?
Ich bin ein Star. Seine Frage daraufhin: Grau oder Grün?
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Fehlt noch der Pulmologe …
Kommentar: Phil
(2) – 30. März 2009 @ 17:55
Der Pulmologe? Der, der in der Lunge pult?
Kommentar: Kranker Pfleger
(142) – 30. März 2009 @ 20:45
Da fehlen noch einige Ärztetypen.
Also gut, als nächstes kommt der O2-Arzt …
Kommentar: chefarzt
– 30. März 2009 @ 21:01
Die Zahlentafel beim Augenarzt ist doch sowieso sinnlos: Spätestens beim zweiten Auge (oder gar nach ein paar Besuchen und dann schon beim ersten Auge) kennt man doch die Zahlenkombination auswendig.
Kommentar: doktorandin der nichtmedizin
(6) – 30. März 2009 @ 21:17
Das kann man sich nur als Informatikerin merken …
Kommentar: chefarzt
– 30. März 2009 @ 21:32
Kinderärzte gibt es hier auch noch nicht. Und Zahnklempner?
Kommentar: merapi
(102) – 30. März 2009 @ 21:38
Beim Augenarzt kann man aber wirklich gut schummeln. Was man auf dem einen Auge sieht, merkt man sich doch eh und sagt es halt nochmal auf.
Augenheilkunde ist mir total suspekt. Wenn die da mit ihren Spritzen rumhantieren… da stellen sich mir die Nackenhaare auf. Sollte ich je was Ernstes an den Augen haben, lass ich mich in Vollnarkose legen, auch wenn’s mich ein saftiges Extrageld kosten sollte.
Kommentar: EarlMobile
(109) – 30. März 2009 @ 21:57
@merapi: Ein Beitrag über Biologen wäre auch nicht schlecht.
@earlmobile: Stichwort Igel, diese netten Tierchen …
Kommentar: chefarzt
– 30. März 2009 @ 23:04
Tja, die Biologen sind aber auch ein sehr heterogenes Grüppchen. Da gibt es die „Laborratten“ und die Feld-, Wald,- und Wiesenbiologen mal ganz grob gesagt.
Erstere sind die Molekularbiologen, Genetiker, Mikrobiologen u.ä., die sich mit dem Kleinkram beschäftigen, wohl auch so blässliche Typen mit Augenrändern vom vielen Mikroskopieren. Und das wichtigste Merkmal: Sie kennen fast jedes Molekül einer Zelle, können aber keine Amsel von einem Gänseblümchen unterscheiden, obwohl sie gerne über ihre Freilandkollegen lästern.
Die letzteren sind wettergestählte, drahtige Typen, alles andere als blass, echte Survival-Experten. Aber die unterteilen sich noch mal: Botaniker sind eher phlegmatisch, Pflanzen können ja nicht ausreißen. Lebhaft wird ein Botaniker, wenn er irgendein interessantes Grünzeug an unzugänglichen Stellen entdeckt, da wird dann gnadenlos hingekraxelt.
Zoologen haben meist irgendwas im Schlepptau, um das Objekt ihrer Begierde dingfest zu machen, Kescher für die Entomologen, Notizzettel, Fotoapparat und Aufnahmegeräte für Ornithologen, Nachtsichtgeräte, diverse Lebendfallen für die Kleinsäugerspezialisten. Das wohlgemerkt nur bei den einheimischen Biologen, denn die sich in den Ozeanen, Savannen und Regenwälder herumtreiben, schleppen da noch ganz andere Dinge durch die Weltgeschichte. Zum Beispiel Betäubungsgewehre.
Die Ökologen sind auch eher gemächlich, dafür aber mit allem ausgerüstet, was die moderne Messtechnik hergibt, die bauen sogar Kräne mitten im Regenwald.
Auch hinsichtlich der Kleidung gibt es Unterschiede. Die Laborleute sind an weißen Kitteln zu erkennen und in der Freizeit an gediegenem Aussehen, die Männchen an Anzügen, die Weibchen an Kostümen. Die Freilandleute haben immer ihren Dschungel-Look an, meist sind das Westen mit ganz vielen Taschen, Allround-Gooretex-Jacken mit Zubehör für alle Wetterlagen und Wanderschuhe, mit denen man die Alpen überqueren könnte, obwohl dann doch bloß die Käferpopulationen im Stadtpark untersucht werden.
Kommentar: merapi
(102) – 31. März 2009 @ 09:57
Schöne Abhandlung, vielen Dank
Kommentar: chefarzt
– 31. März 2009 @ 17:17