Die heutige Realität in deutschen Arztpraxen: Stundenlang muss man im verkeimten Wartezimmer sitzen und sich die Lebensgeschichten seiner Sitznachbarn anhören. Wie altmodisch! Zur sinnvollen Ergänzung der Sprechstunde, gibt es nun eine virtuelle Arzt-Patienten-Sitzung, und das garantiert keimfrei. doctr.com bietet eine neuartige Online-Plattform, die “die Kommunikation zwischen Ärzten erleichtern soll”. Als erstes soll die Online-Sprechstunde gestartet werden.
Hier sitzen dann also Arzt und Patient jeweils vor ihrem Computer und kommunizieren per Webcam und Mikrofon. Also nichts anderes als eine Videokonferenz. Das Gespräch soll “sicher” übertragen werden. Mit den gesetzlichen Krankenkassen kann hier freilich (noch?) nichts abgerechnet werden. Also schlägt hier der Herr IGEL zu (Selbstzahlerleistung).
Vorteile:
Nachteile:
Fazit:
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Noch ein Nachteil (?): wie stellt der Arzt falls nötig das Rezept aus? So im Sinn von: kommen sie vorbei es abholen? Oder: Es wird ihnen zugeschickt?
Oder läuft das dann gleich über: wie ist ihre Kreditkartennummer? Ich beauftrage eine Internetapotheke es ihnen zuzustellen? (Das plus noch ein paar Sachen, schliesslich kriege ich eine Rückvergütung) – sorry, das musste sein.
Kommentar: Pharmama
(73) – 18. Juni 2009 @ 08:21
Das elektronische Rezept wäre eine Möglichkeit… Das sage ich jetzt aber nur, weil wir in eHealth machen. Aber als mehr als als Ergänzung kann ich mir die Videokonferenz auch nicht vorstellen.
Und hoffentlich ist es dann nicht wie beim IT-Support: “Und jetzt drücken Sie mal auf den Ellenbogen und sagen, ob das weh tut.” “Ellenbogen?! Da ist kein Ellenbogen!”
Kommentar: Kristina
(14) – 18. Juni 2009 @ 08:43
Ich denke, dass die Online-Sprechstunde eine gute Ergänzung zur herkömmlichen Sprechstunde ist. Klar kann hier keine körperliche Untersuchung stattfinden. Allerdings wird bei Patienten mit chronischen Erkrankungen in der Regel nur nach dem Befinden und dem Verlauf gefragt, so dass ich hier ein hohes Einsparpotenzial für die Krankenkassen sehe. U. a. Krankentransportkosten fallen weg und Ärzte die diesen Service anbieten, würde ich persönlich als sehr vorziehen. Ich mache selbst ständig die Erfahrung, dass mein Arzt nur nachfragt ob das eine oder andere Medikament geholfen hat und sich dann auch schon wieder verabschiedet. Dafür habe ich dann mind. 1/2 Stunde im Watezimmer zugebracht. Von Anfahrt und Parkplatzsuche mal abgesehen.
Kommentar: Gina
(1) – 18. Juni 2009 @ 10:02
Noch lachen wir drüber…. aber ich bin überzeugt davon, dass es in ein paar Jahren wirklich kommen wird.
Natürlich wird es die “richtige” Sprechstunde niemals ersetzen, aber als “Zusatzangebot”… ich glaube, in einigen entlegenen Gebieten Australiens oder sonstowo gibts längst entsprechende Modellversuche, wenn ich richtig gehört habe…
Kommentar: medizynicus
(81) – 18. Juni 2009 @ 11:20
Lunge abhören? Ist doch kein Problem: “Jetzt drücken sie bitte ihr Mikrofon kräftig an die Brust. Tief einatmen….”
Kommentar: tomtensuppe
(1) – 18. Juni 2009 @ 11:48
@pharmama, kristina: Genau, das Rezept gibts dann natürlich auch elektronisch. Es wird direkt an die Apotheke übermittelt.
@gina: Für diese Kontakte wäre die Online-Sprechstunde natürlich geeignet. Allerdings sind die Sprechstundentermine, ohne körperliche Untersuchung, zumindest bei Hausärzten, eher seltener.
@medizynicus, tomtensuppe: Da brauchen wir dann das sogenannte “Basis-Diagnose-Gerät” (im Jahre 2019)
http://www.monsterdoc.de/2009/zukunftsvision-hausarzt-2019/
Kommentar: chefarzt
– 18. Juni 2009 @ 13:47
[...] ist doch mal eine sinnvolle Neuerung, welche ich beim Monsterdoc gefunden habe. Dort wird eine Plattform vorgestellt, die eine Online Beratung von Ärzten anbietet. [...]
Pingback: Online Sprechstunde beim Arzt – 19. Juni 2009 @ 12:12