Wir erleben derzeit eine Neuauflage der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Berlin. Jetzt mal Hand aufs Herz, wer denkt da nicht, ebenso wie bei der Tour de France, unweigerlich an das Thema Doping? Na klar, ohne ärztlich verordneten Stoff geht in den Neuzeiten doch gar nichts mehr.Laut ARD-Dopingexperte Hajo Seppelt sind die verstärkten Kontrollen eine “Farce”. “Wer sich bei Kontrollen vor Ort erwischen lässt, muss saudumm sein” provozierte auch Antidoping-Koryphäe Werner Franke. (Sportschau.de 13.08.2009)
Noch nie war Doping so einfach wie heute. Stoffe sind relativ einfach zu beschaffen und vor allem: Viele neuartige Stoffe wie Geref, Hematide, AICAR und S107 sind nur schwer oder (noch) gar nicht nachweisbar. (Sportschau-Interview mit Hajo Seppelt)
Wer organisiert die weltweiten Massnahmen gegen Doping im Leistungssport? Die WADA (World Anti-Doping Agency). Dort gibts sogar ein DOPING QUIZ (mit Musik, und in deutsch)
Bei der deutschen NADA (Nationale Anti-Doping Agentur) kann man sich die Listen über erlaubte und unerlaubte Substanzen ansehen.
So, und jetzt noch einmal Hand aufs Herz. Wen interessiert es nun wirklich, ob ein Sportler gedopt ist oder nicht? Wollen wir nicht alle in dem Glauben bleiben, dass der jeweilige Sport sauber ist? Kein Schmutz, keine unsauberen Geschäfte, einfach nur Sport und Emotionen pur bei neuen Weltrekorden und neuen Höchstleistungen! Nur nicht darüber Nachdenken! Gäbe es keine Ärzte und Laboratorien, wären die Rekorde schon längst Geschichte, wie langweilig. Strebt der Mensch doch nach immer mehr. Es muss doch lauten:
HÖHER, SCHNELLER, WEITER
oder?
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Naja aber an die Sportler gibt es ja auch die Erwartungshaltung von den “Fans” – es muss eben höher, schneller, weiter sein., sonst schwindet das Interesse und die Einnahmen sinken.
Also werden die Sportler weiter dopen damit die Fans bei der Stange gehalten werden. Teufelskreis
Kommentar: DeserTStorM
(50) – 18. August 2009 @ 09:54
Wohin der “höher, schneller, weiter-Gedanke letztendlich führt sieht man ja aktuell auch in der Weltwirtschaft. Null-Wachstum darf nicht sein, natürlich auch nicht im Sport. Aber klar, wozu Weltmeisterschaftswettkämpfe, wenn nicht mehr mit Rekorden zu rechnen ist? Laaangweilig… Nur doof, dass unsere Evolution so langsam ist (Wo bitte bleibt das dritte Bein?). Ich bin jedenfalls gespannt, wo das in den nächsten Jahren/Jahrzehnten noch hinführt! Die Weltklassesportler sind ja mittlerweile so hoch -schnell – weit, viel kann da aus eigener menschlicher Kraft nicht mehr passieren. Welche Möglichkeiten bleiben denn noch, außer Doping? Hilfsmittel, wie Schuhe, Anzüge usw. stoßen doch auch mal an Grenzen. Vielleicht gibt es ja bald Wettkämpfe, in denen biomechanische Hilfen zugelassen werden (sponsored by Otto Bock), rein menschliche Kraftanstrengungen interessieren dann bestimmt nicht mehr. Lebensmittel ohne Geschmacksverstärker schmecken schließlich auch nicht…
Kommentar: comma
(24) – 18. August 2009 @ 10:38
Ich finde es interessant, dass die Menschen immer noch begeistert Sport gucken – vor allem Sachen wie die Tour de France. Entweder ist es inzwischen wirklich allen egal und Doping ist ein akzeptierter Umstand oder das Naivitätslevel steigt nach jedem Dopingskandal wieder an..
Schade für nachwachsende Medaillenhungrige ist, dass man ohne doch fast nicht mehr kann und nur hinten ansteht. Oder?
Kommentar: Kristina
(1) – 18. August 2009 @ 11:28
Och, ich seh das mittlerweile pragmatisch.
So wie der Formel-1-Zirkus ein Stresstest für den Automobilbau ist, ist eben der Hochleistungssport ein Stresstest für Menschen. Hochbezahlte Versuchskaninchen, sozusagen *gg*
Kommentar: Benedicta
(270) – 18. August 2009 @ 12:28
“Wollen wir nicht alle in dem Glauben bleiben, dass der jeweilige Sport sauber ist?”
Ja, ich will das bitte.
Ich will von Menschen fasziniert sein, die aufgrund von naturgegebener muskulöser Anmut, mit Training, Disziplin und Herzblut ein Ziel verfolgen
gerne auch dabei ihr T-Shirt ausziehenund bei ihrem Kampf mitfiebern.Irgendwas spritzen kann ja jeder.
Kommentar: Muckeltiger
(78) – 18. August 2009 @ 20:05
@desertstorm: Wir wollen es doch so, genau.
@comma: Das mit den biomechanischen Hilfsmitteln würde mich mal genauer interessieren …
@kristina: Man siegt nicht mehr ohne …
@benedicta: Und der Stresstest für Software? Ist der Informatiker?
@muckeltiger: Ich will, ich will, ich will das auch so sehen. Gib zu, dass Du die WM nur aufgrund der Begeisterung für Anatomie anschaust.
Kommentar: chefarzt
– 18. August 2009 @ 22:30
@chefarzt: neee, der gemeine DAU, dessen Verhalten ein Informatiker nachzuahmen versucht
Kommentar: Benedicta
(270) – 18. August 2009 @ 22:35
@benedicta: Der daubste anzunehmende User, okay. Ist aber immer ganz schön schwierig sich in den hineinzuversetzen …
Übrigens ist heute der erste Dopingfall der Leichtathletik-WM bekannt geworden. Der Böse! Sicher ein Einzelfall.
Kommentar: chefarzt
– 18. August 2009 @ 22:48
jo. man wird immer wieder überrascht
Kommentar: Benedicta
(270) – 18. August 2009 @ 23:52
@ chefarzt: Besser nicht. Mir kam nur spontan der zukunftsvisionäre Gedanke eines “Sport-Terminators” – teils Mensch, teils Maschine , falls irgendwann auch die Zuhilfenahme von Doping jeglicher Art keine Rekorde mehr bewirkt… *grusel*
Viel lieber untertütze ich lautstark die Ansicht von muckeltiger! Schade, dass sie einen so wesentlichen Part wieder durchgestrichen hat.
Kommentar: comma
(24) – 19. August 2009 @ 08:46
@chefarzt: erwischt
Anatomie ist eben eine sinnliche Wissenschaft..
@comma:
Kommentar: Muckeltiger
(78) – 19. August 2009 @ 13:04
Ich sehe schon: Die Ästhetik im Sport ist nicht zu vernachlässigen …
Kommentar: chefarzt
– 19. August 2009 @ 13:13
Man könnte es mit internationalen Standards bei den Dopingtests probieren und Länder ausschließen, die zu nachlässig sind. Spontan denke ich da an Jamaika und Spanien…
Aber die Vuelta werde ich trotzdem verfolgen…
Kommentar: Stefan
(2) – 19. August 2009 @ 15:34
@stefan: Haben die Jamaikaner eigentlich ein Radsport-Team?
Kommentar: chefarzt
– 19. August 2009 @ 19:58
Ich fürchte fast, die sind zu Fuß genauso schnell…
Kommentar: Stefan
(2) – 19. August 2009 @ 23:39
Und überhaupt: wieso haben die Frauen bei der Leichtathletik-WM fast nichts an (Schlüppi und Top), und die Männer so viel (lange Boxershorts und bauchbedeckendes Oberteil)? Ich fordere Gleichberechtigung!
Kommentar: Benedicta
(270) – 20. August 2009 @ 14:56
@stefan: Die Frauen in Jamaika sind zumindest zu Fuss fast genau so schnell wie die Männer …
@benedicta: Bei Siegen reissen manche Männer sich ja das Leiberl dann vom Körper.
Kommentar: chefarzt
– 20. August 2009 @ 22:14
Einfache Mathematik, Chefarzt: es siegt immer nur einer, laufen tun aber 8 (gleichzeitig). Also haben wir Frauen nur (maximal) 1/8 soviel Augenfutter wie die Männer. Fair ist das nicht *motz*
(Aber die Frauen sehn meistens sowieso besser aus)
Kommentar: Benedicta
(270) – 21. August 2009 @ 21:58
Soll das heissen, Männer können sich auf 8 Läuferinnen gleichzeitig konzentrieren?
Kommentar: chefarzt
– 21. August 2009 @ 22:22
Das wäre doch dann eine (viel zu) hohe Herausforderung an ihre Multi-Tasking-Fähigkeit, oder?
*duckundwech*
Kommentar: Thea
(155) – 21. August 2009 @ 23:03
Was mich an der Sache am Meisten stört, ist dass den dopenden (und das sind ja eh alle, wo fängt denn Doping überhaupt an? Bei Insulin für “Diabetiker” oder erst bei S 107?) Sportler unterstellt wird, die Leistung nur allein durch illegales Verhalten erreicht zu haben. Doch Leute, ich kann mir Epo und Testosteron und die neuesten unsichtbaren Aufputschmittel reinpfeifen, ich werde trotzdem nie im Leben 100m unter 10sec. laufen oder im Spitzenfeld der Tour de France mithalten können. Was diese Sportler tun ist: trainieren, pickelhart, jeden Tag sonst wären sie nicht bei der Spitze dabei. Dass Doping zusätzlich sein muss ist schade, doch leider Realität. Ich habe trotzdem Hochachtung vor diesen Leuten die die Kraft haben so hart zu arbeiten für ihr Ziel.
Hugh, ich habe gesprochen.
Kommentar: ch-student
(8) – 22. September 2009 @ 19:15
@ch-student: Hugh, und Du hast recht.
Kommentar: chefarzt
– 22. September 2009 @ 19:17