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Erhöhung der Praxisgebühr?

Leonhard Hansen, Chef der KV (Kassenärztlichen Vereinigung) Nordrhein, fordert aktuell für jeden Arztbesuch künftig 10 Euro. Zur Erinnerung: Bislang sind es 10 Öre pro Quartal. (Quelle: Deutsches Ärzteblatt)

Die “Hemmschwelle” für einen Arztbesuch sei laut Hansen noch zu niedrig, daher wäre es an der Zeit die Praxisgebühr zu erhöhen. Nun, was spricht dafür, was dagegen?

Pro:

  • Verringerung der Arztbesuche, da in Deutschland ja bekanntlich “gern” und “oft” der Medizinmann konsultiert wird.
  • Und damit Senkung der Kosten im Gesundheitsunwesen. Die gesparten Gelder können die Krankenkassen in neue Gebäude investieren.
  • Entlastung des Arztes, der ja bekanntlich zu viel Arbeit hat.
  • Daraus folgen kürzere Warte- und längere Behandlungszeiten für den einzelnen Patienten.
  • Die direkte Folge wäre dann: Erhöhte Zufriedenheit des Patienten, des Arztes, der Krankenkassen und letztlich der Gesundheitsministerin.

Contra:

  • Die Diskussion um die 10 Euro werden bekanntlich täglich in deutschen Arztpraxen geführt, und das künftig bei jedem Kontakt.
  • Patienten mit chronischen Erkrankungen blechen ständig.
  • Der Arzt hat Einbussen im Gehalt.
  • Die Praxissteuereintreiber (Ärzte) müssen (mal wieder) gratis die Laufburschen für die Krankenkassen spielen. Bürokratie hoch 100.
  • Lange Gesichter bei Patienten und Ärzten. IGEL (Selberblechleistungen) treiben Blüten.

Fazit: Den Patienten noch mehr Kohle aus der Tasche gezogen, den Ärzten noch mehr Bürokratie aufgehalst. Folgerung: Weitere Vorschläge bitte!

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Dieser Beitrag (von insgesamt 847) wurde am Mittwoch, 13. Mai 2009 um 20:32 Uhr veröffentlicht und unter der Kategorie Gesundheitspolitik abgelegt. Du kannst alle Artikel bei Monsterdoc durch den RSS-Feed verfolgen. Alle Kommentare gibts beim Kommentar-RSS-Feed.

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11 Kommentare

  1. Merke: die Krankenkassen könnten noch viele neue Porsche anschaffen.

    Kommentar: stefNo Gravatar (24) – 13. Mai 2009 @ 20:47

  2. Vor allem leisten sich die Krankenkassen teilweise herrliche Prachtbauten und einen unglaublichen Versorgungsapparat für Funktionäre! *grummel*

    Aber ich kann es mir absolut nicht leisten, mir die Praxisgebühr nicht leisten zu können.

    Kommentar: Kranker PflegerNo Gravatar (183) – 13. Mai 2009 @ 22:10

  3. Ich kenne einige Leute die einen wirklich dringend nötigen Arztbesuch aufgeschoben haben weil es ein paar Tage vor Quartalsende war und ihnen das nötige Kleingeld fehlte. Also haben sie gewartet bis es Geld gab und/oder das neue Quartal anfing.. nach dem Motto “sicher ist sicher falls nochmal was ist” . Was machen die Menschen deren Geld jetzt schon vorn und hinten nicht reicht wenn sie künftig für jeden Arztbesuch zahlen müssen?

    Kommentar: Kranke SchwesterNo Gravatar (79) – 14. Mai 2009 @ 00:54

  4. Die Krankenkassen sind so eine Art von Hypo Real Estate – immer einen Steinwurf hinter der Insolvenz und egal wie viele Milliarden man hineinpumpt – das Loch wird immer größer.

    Nur werden dort keine faulen Wertpapiere im Keller versteckt, sondern unfähige Verwalter.

    Mag sein, dass die Hemmschwelle der Deutschen zum Arzt zu gehen noch zu niedrig ist, diesen moralischen Ballast haben die (gesetzlichen) Krankenkassen hinsichtlich Ihrer Misswirtschaft ja zum Glück schon vor Jahren hinter sich gelassen.

    Kommentar: SvenNo Gravatar (2) – 14. Mai 2009 @ 07:25

  5. Also ich weiß ja nicht. Was wäre dann mit chronisch Kranken oder Patienten, die z.B. wegen Heuschnupfen oder anderer Allergien sogar einmal pro Woche oder noch öfter zum Doc müssen? Die werden doch arm!

    Auf der anderen Seite dürfen wir es natürlich nicht verantworten, daß die Krankenkassen keine neuen Prachtbauten und Glaspaläste mehr bauen können oder in Luxuskarossen unterwegs sind. Nicht, daß sie noch verarmen und es bald neben bad banks auch noch bad krankenkassen gibt ;-)

    Kommentar: ChrisNo Gravatar (97) – 14. Mai 2009 @ 12:14

  6. @stef: Diese Fahrzeug sollte jedem Mitarbeiter zur Verfügung stehen.

    @kranker pfleger: Bei den Bauten geht schon noch was …

    @kranke schwester: Andererseits zu Hause Plasmafernseher und Nobelhandy, aber beim 10 Euro-Kassieren: “Nee, habe kein Geld”. Es wird Zeit umzudenken. Die Gesundheit wird in Zukunft immer mehr kosten.

    @sven: Ein sogenanntes Schwarzes Loch …

    @chris: Genau, für mich die Worte des Jahres: “Abwrackprämie” und “Bad Banks”. Ist auf die Medizin gut übertragbar.

    Kommentar: chefarztNo Gravatar – 14. Mai 2009 @ 13:59

  7. @Chefarzt: nun ja, einen Plasmafernseher nenne ich nicht mein eigen, den brauche ich auch nicht, bei dem, was einem im TV so zugemutet wird.

    Aber bei einem Volltagsjob und Familie will ich auch etwas mehr davon haben, als die allerdringlichsten Grundlebensnotwendigkeiten zu finanzieren.

    Und, würde ich meine derzeitigen Kassenbeiträge + Arbeitgeberanteil privat versichern, dann könnte ich mir schon einen besseren Tarif leisten.

    Kommentar: merapiNo Gravatar (102) – 14. Mai 2009 @ 16:15

  8. @ chefarzt

    natürlich wird die Gesundheit in Zukunft immer mehr kosten, die Möglichkeiten der Medizin werden ja auch von Tag zu Tag größer und teurer
    Was mich aufregt ist die Tatsache das die Menschen die wirklich nichts in der Tasche haben draufzahlen müssen für besagte Menschen mit PlasmaTV und Nobelhandy…

    Kommentar: Kranke SchwesterNo Gravatar (79) – 14. Mai 2009 @ 17:37

  9. Ähm, ich glaub Plasma-Einschlafhilfen sind gar nicht mehr so teuer …egal. Dann ist mir eher noch der Vorschlag vom SPD-Gesundheitsexperten Lauterbach lieber:

    http://www.monsterdoc.de/2009/cash-beim-arzt-bald-realitaet/

    Dieser bezeichnete übrigens die Forderung vom Nordrhein-KV-Chef als “absurd”

    Kommentar: chefarztNo Gravatar – 14. Mai 2009 @ 18:30

  10. 15 % der Kassenbeiträge kommen beim medizinischen Personal u. Arzt an !

    Hallo,

    ich gehe kaum zum Arzt+Zahnarzt und überlege mir gerade
    ganz aus den Krankenkassen auszusteigen!
    (wenn ich mal einen Arzt benötigen sollte,
    so bekommt er dies privat bezahlt / ohne die Vorstandsvorsitzenden und Marmorpaläste unser 280 gesetzl. Krankenkassen mit zu finanzieren)

    Kommentar: JensNo Gravatar (1) – 19. Mai 2009 @ 23:36

  11. @jens: Das System müsste nach den Vorbildern anderer Länder grundlegend geändert werden. Die Krankenkasssen fusionieren ja momentan kräftig.
    Ganz aussteigen könnte im Krankheitsfalle allerdings teuer werden.

    Kommentar: chefarztNo Gravatar – 20. Mai 2009 @ 13:24

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