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Geheimsprache der Ärzte (Teil 3)

Da ich nun schon einige geheimsprachliche Aktivitäten der Ärzte dargestellt habe (Teil 1, Teil 2), möchte ich nun einmal über spezielle Krankheitsbilder referrieren.

Krankheiten von A-F

  • Adipositas – Fettsucht, hat was mit (zu wenig) Essen zu tun
  • Anämie – Blutarmut, blasse Haut als Markenzeichen (Ausnahme: Stationsarzt)
  • Angina tonsillaris – Mandelentzündung, Hals tut weh. Mandelaugen sind nicht betroffen
  • Alkoholabusus – Trinksucht, häufige Erkrankung weltweit
  • Apoplex – Schlaganfall, hier ist entweder zuviel oder zuwenig Blut im Hirn
  • Appendizitis – Blinddarmentzündung, der Wurmfortsatz muss weg
  • Arterielle Hypertonie – Bluthochdruck, enormer Druckanstieg im Körper. Kann bis auf über 300 (!) mmHg hochgehen.
  • Arteriosklerose – Rohrverkalkungen der Arterien (Adern, die vom Herzen wegführen), da hilft kein herkömmlicher Kalklöser
  • Asthma bronchiale – Hier pfeift nicht nur der Schiri
  • Basaliom – Weisser Hautkrebs, gibt zwar keine Metastasen aber wächst weiter und weiter, daher unbedingt behandeln
  • Blaulichterkrankung – Heimtückisch, befällt Rettungspersonal, Polizei und Feuerwehr
  • Bronchitis, chronische – vorwiegend Nikotinenslinge, die öfter als erwartet im Jahr Husten mit Auswurf und Atemnot haben.
  • Burn Out bei Ärzten – Fortschreitende Seuche innerhalb der Zunft
  • Cholezystolithiasis – Gallensteine, häufige (Klunker)-Erkrankung der westlichen Welt
  • Colon irritabile – Reizdarm, Hirn-Darm-Rückkopplung ist gestört
  • Cystitis – Blasenentzündung, warme Unterhosen anziehen!
  • Diabetes mellitus – Zuckersüsse Erkrankung (Honigsüsser Durchfluss). Screening früher: geschmackliche Untersuchung des frischen Morgen-Urins, heute gibts genauere Methoden
  • Epididymitis – unangenehm nur für Männer – Nebenhodenentzündung
  • Fusspilz – Sieht anders aus als erwartet. Keine Pilze sichtbar, sondern Haut schält sich meistens zwischen den Zehchen, juckt, schmerzt
  • Fraktur – Bruch von einem von über 200 Knochen im menschlichen Körper

Artikel zum Thema passend:

Dieser Beitrag (von insgesamt 473) wurde am Samstag, 03. Januar 2009 um 21:11 Uhr veröffentlicht und unter der Kategorie Geheimsprache der Ärzte abgelegt. Du kannst alle Artikel bei Monsterdoc durch den RSS-Feed verfolgen. Alle Kommentare gibts beim Kommentar-RSS-Feed.

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14 Kommentare

  1. http://www.aerztelatein.de/Inhalt/aerztelatein_zum_verschweig.htm

    auch ein Arzt sollte damit rechnen, dass es lateinkundige Patienten gibt, also die Klappe n icht zu weit aufmachen …. ;)

    Ich war schon mal in Finnland im Krankenhaus. Anamneseerhebung – mein Englisch war da zu Ende – da gingen wir über zum Latein, sage mal einer, das sei eine tote Sprache, obwohl ich es nur so “nebenbei” gelernt habe und bei weitem nicht annähernd sattelfest darin bin.

    Kommentar: MerapiNo Gravatar (102) – 03. Januar 2009 @ 21:44

  2. Blutdruck von 300? Habt Ihr das echt schonmal gehabt?
    Ich glaub, so zwo-sechzig war das höchste der Gefühle bei uns.
    Er wähnenswert ist übrigens auch die ganz besondere Entlassbrief-Sprache, insbesondere dann, wenn man eigentlich gar nicht weiss, was man bei diesem Patienten, der drei Wochen lang da lag eigentlich gemacht hat….
    in diesem Sinne, mit freundlichen und kollegialen Grüssen….

    Kommentar: medizynicusNo Gravatar (80) – 03. Januar 2009 @ 23:26

  3. @merapi: Es gibt da noch ein paar Dinge, die ich hier nicht erläutern werde, sonst wären wir ja komplett transparent … hihi
    @medizynicus: Habe tatsächlich einmal 300 mmHg systolisch gemessen. Patientin war topfit und wusste gar nicht, warum ich etwas nervös war …

    Kommentar: chefarztNo Gravatar – 04. Januar 2009 @ 00:01

  4. Und auch das andere Extrem kann erstaunen: Hab zu Zivizeiten mal 50/30 gemessen…! Der Patient war zwar kognitiv ein wenig eingeschränkt, aber zumindest körperlich überraschend fit, konnte selbst nicht glauben, dass sein Blutdruck so weit im Keller sein sollte.
    Der herbeigerufene Assistenszarzt hat dann aber auch ganz schön gestutzt… :P

    Kommentar: EarlMobileNo Gravatar (109) – 04. Januar 2009 @ 00:29

  5. Jetzt kommts aber am härtesten:
    1.Fall: Blutzucker 0 (!) mg/dl, mehrfach vom Labor überprüft und der Patient war voll ansprechbar … Konnte keiner glauben.
    2.Fall: Blutdruck 0/0 (!) mmHg, Patient war ebenfalls voll ansprechbar, bekam Suprarenin-Perfusor …

    Kommentar: chefarztNo Gravatar – 04. Januar 2009 @ 00:37

  6. Habe im OP sowohl drücke von über 300 als auch von unter 40 gesehen. Die Patienten haben davon aber dank Narkose nichts mitbekommen (höchstens danach vielleicht).

    Kommentar: albertNo Gravatar (14) – 04. Januar 2009 @ 01:23

  7. Bis wohin geht die Skala beim Blutdruckmessgerät? Ich glaube bei einem RR von 300 ist man schon quasi fast am ende der Skala wenn ich mich nicht täusche.
    Das ist echt heftig. :-D

    Kommentar: NicoNo Gravatar (16) – 04. Januar 2009 @ 10:33

  8. Die Barometer der handelsüblichen Blutdruckmanschetten gehen selten über 300mmHg, da braucht es dann schon schwereres Gerät. Aber bei so hohen Drücken hängt der Patient meist eh schon am Monitor…

    Kommentar: EarlMobileNo Gravatar (109) – 04. Januar 2009 @ 11:29

  9. Na da bin ich ja froh, dass mein Blutdruck mit Betablockern und ACE Hemmern in seine natürlichen Grenzen verwiesen wird. Früher hat ein Arzt im Normalzustand bei mir 180 zu 110 gemessen. Ich habe dovon nichts gemerkt. Heute merke ich es allerdings schon, wenn ich die Dinger mal vergesse und einen leicht erhöhten Druck habe.

    Übrigens: Toller Nebeneffekt beim Bluthochdruck – man kann seinen Puls sogar hören. Wenn wir früher in der Schule nach dem Sport unseren Puls tasten sollten, musste ich nur in mich reinhorchen. Mein Lehrer hats nie geglaubt :-)

    Kommentar: Dennis DNo Gravatar (24) – 04. Januar 2009 @ 16:48

  10. mal wieder zum Thema:

    @ Chefarzt: zumindest sollte man in Gegenwart einer Biologin NICHT nicht zoologischen Ausdrücken daherkommen ;)

    Kommentar: MerapiNo Gravatar (102) – 04. Januar 2009 @ 20:16

  11. Ich werde dies vermeiden merapi … da tapp ich ja doch ins Fettnäpfchen.
    Noch eine Frage: Ist beim Artikel “Der gemeine Rettungsdienstler” die Einteilung der Gattungen und Arten biologisch korrekt?

    Kommentar: chefarztNo Gravatar – 04. Januar 2009 @ 20:22

  12. Hihi, das kann man nicht so einfach sagen, ich würde eher vermuten, die gehören unterschiedlichen Taxa an, haben eben nur den selben Lebensraum, sind also ökologisch ähnliche (analoge) Anpassungen ….

    Kommentar: MerapiNo Gravatar (102) – 04. Januar 2009 @ 20:48

  13. @ Chefarzt, Sie sollten mich bitte nicht mehr auf so doofe Ideen bringen:

    Kleine Taxonomie des medizinischen Personals:

    Gattung: Medicus

    Species:

    M. vulgaris: Allgemeinarzt
    M. fossilis: Orthopäde
    M. infanitilis: Kinderarzt
    M. sanguineus: Chirurg
    M. somniferum: Anästhesist

    usw.

    Nur ein paar Beispiele. Kennzeichnend ist die Besiedlung unterschiedlicher Lebensräume und damit unterschiedlicher Spezialanpassungen. ……

    Wenn ich das zu Ende denke …. *gröhl*

    Kommentar: MerapiNo Gravatar (102) – 04. Januar 2009 @ 20:58

  14. Dann bin ich also M. vulgaris et miseriae …
    Danke für diese Einteilung, bringt mich gleich wieder auf neue Ideen …

    Kommentar: chefarztNo Gravatar – 04. Januar 2009 @ 21:11

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