Und so kommt es, wie es kommen muss. Auch unser allseits beliebter Stationsarzt Hajo muss die Weiterbildung zum notbedürftigen Arzt leisten. Das bedeutet neben dem normalen Klinik-Alltag zusätzlich Fortbildungen, Einsätze auf der Intensivstation und Mitfahren bei gefährlichen Notarzteinsätzen.
Der Tag X nähert sich, Hajo ist gut gerüstet. Hatte er doch schon viele medizinisch sinnvolle Dinge in seinem jungen Leben gesehen. Auch wirkliche Schmerzen, wie Liebeskummer, kennt er gut, aber dies ist eine andere Geschichte.
Nun gehts los: Es ist Freitag abend, und Hajo bekommt die Dienstpfeife vom völlig übernächtigten Vorgänger-Notarzt in die Hand gedrückt. Der murmelt noch etwas von “Ganze Nacht durchgefahren, Massenunfall und Eisenbahnunglück!” und verabschiedet sich blass und rauchend nach draussen. Hatte er nicht auch etwas von Erdbeben und Tornado gesagt? Die Kälte steigt auf in unserem Hajo. Ich bin jetzt allein in dieser dunklen Nacht mit dem Notarztgimperl, der jederzeit ein Pfeifkonzert veranstalten kann. Schlagartig weiss er gar nichts mehr. Beim Herzinfarkt? Was spritze ich da nochmal? Alles vergessen! Hektisch kramt er in seinen geräumigen Taschen und suchte den Leitfaden vom Arbeitsamt “Umschulung zum Notarzt, leicht gemacht” oder “Monsterdoc – Notarztcrashkurs in 4 Stunden”.
Er begibt sich etwas hilflos in sein Notarztdienstzimmer, ein kleines Loch im Keller des Krankenhauses, ohne Fenster und mit spartanischer Ausstattung. Naja, immerhin muss er keine Miete zahlen. Mitsamt Hose und Jacke legt er sich ins Bett, er schwitzt, wagt nicht die Socken auszuziehen. Dunkle Träume ziehen herauf: “Wolkenkratzer brechen ein, Flugzeuge stürzen ab, Eisenbahnen entgleisen …” PPIIEEEPPSSS.
Jetzt wirds ernst, raus aus dem Bett, natürlich keine Sekunde geschlafen. Schuhe an, rausgestürmt. Um es vorweg zu nehmen: Auf Notarzteinsatz geht man nicht alleine, sondern immer im Team, also Rettungsdienstler und der, der das Notarztprotokoll unterschreibt, also der Hajo (Notarzt). So kam es also im Zeitraffer zu folgendem Abschluss des ersten Notarztdienstes:
Auf ein nächstes Mal …
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Ich hau mich weg….
aber das erinnert mich aber an meine ersten beiden Dienste auf dem RTW. Anfang 20. Gerade aus der Ausbildung und hochgradig motiviert.
Meinen ersten Einsatz hatte ich in der dritten Schicht und selbst das war nur Verarsche…
Jetzt bin ich Ende 20 und die Motivation ist auch im Arsch.
Kommentar: Rettungsdackel
(1) – 31. Januar 2009 @ 17:18
Das hört sich aber nicht gut an. Ich für meinen Teil bin immer noch motiviert.
Kommentar: chefarzt
– 31. Januar 2009 @ 17:24
@rettungsdackel: mein mitgefühl hast du – das kenn ich, nach etwa zehn schichten des nichtstuns und rtl-am-nachmittag schauen war ich nur noch gefrustet…
…also ortswechsel (land => stadt) und seitdem bin ich wieder hochmotiviert. lieber 8h stress als 12h nichtstun! das *einzige* was ich bedauere ist dass ich so meinen lieblingsnotarzt verloren habe
Kommentar: shangri la
(1) – 31. Januar 2009 @ 18:53
Oh ja, die ersten eigenverantwortlichen Schichten. Hektisch hoch 10. Ein Wunder das ich keinen Unfall gebaut hab. Fahren im Schnitt 8 Einsätze auf 24h, da kann man nicht klagen. Die Motivation hängt aber stark von der Uhrzeit ab
…
Kommentar: krankenhausblogger
(2) – 03. Februar 2009 @ 20:39
@krankenhausblogger: Das hört sich nach Großstadt an. Stimmt, nachts ist die Motivation zum Schlafen höher …
Kommentar: chefarzt
– 03. Februar 2009 @ 20:46
Ich liebe diese Serie über Hajo!!! Warte schon sehnlichst auf die nächste Geschichte mit Michelle!
Kommentar: Schwester
(2) – 04. Februar 2009 @ 13:49
@schwester: Gut, ab jetzt ist jeden Dienstag Hajo-Tag, okay?
Kommentar: chefarzt
– 04. Februar 2009 @ 19:48