Wie bereits angekündigt, ist ab jetzt jeden Dienstag “Hajo-Tag”. Die Soap geht also heute weiter in die 8.Runde. Was bisher geschah: blablablah und nochmals blablahblah. Viel geredet wurde ja bisher nicht, denn für einen strammen Chirurgen, wie Hajo einer sein will, gilt: Schweigen ist Gold. Bücher kennen Chirurgen nur vom Fernsehen her. Doch das soll sich nun ändern.
Hajo arbeitet sich also so durch, in seinem chirurgischen Dasein. Privatleben ist eigentlich für ihn ein Fremdwort, denn nach oben will er, auf der Karriereleiter. Um allerdings dort anzukommen gilt es noch viele Nachtdienste zu buckeln, noch allerlei Schmerzen zu ertragen, eventuell einen oder zwei Bandscheibenvorfälle zu bekommen und auch etwas den Chef anzuschleimen. Halt, Hajo ist ein aufrechter Mensch. Sein Herz liegt auf der Zunge, er sagt frei heraus, was er denkt. Dann ist das aber nicht ganz so einfach, Hajo! Denk doch noch einmal darüber nach, Schnecken schleimen doch auch, sind sie deshalb schlechtere Lebewesen? Nein! Siehst Du!
Wie auch immer, die Liebe ist bislang etwas zu kurz gekommen. Mit Michelle, der Schwesternschülerin, verbindet ihn ein gewisses Band der Freundschaft. Aber so richtig funken will es nach all den gemeinsamen Erlebnissen (Mehrfache Stürze, Schlüsselverluste und ähnlicher Slapstick) irgendwie nicht. Hajo hat neulich von einer sogenannten “Lebens- und Liebes-Beratungsstelle” in seiner Stadt gehört. Nicht das, was viele jetzt denken mögen! Eine neu aus dem Boden gestampfte seriöse Institution mit mehreren Ablegern in grösseren Städten. “Lobora”, was soviel heisst wie: Liebe kann man sich auch erarbeiten. Mist, wieder Arbeit, denkt sich Hajo.
Internetberatungen sind wieder out heutzutage, der persönliche Kontakt wird wieder zunehmend beliebter. Gut so, in dieser verrückten anonymisierten WebWorld. Er fasst sich also ein Herz und geht eines schönen Frühlingstages nach dem Nachtdienst direkt zum “Lobora”. Ein kleines Büro in einem Hochhaus, 12.Stock, tolle Aussicht. Eine gepflegte Dame, Mitte vierzig, begrüsst ihn. Sonst ist niemand hier. Etwas verlegen ist er ja schon, der Hajo. Was mache ich hier eigentlich? Recht unkompliziert kommt man dann rasch ins Gespräch. Frau Habermann ist ausgebildete Psychologin und weiss worauf es ankommt, hoffentlich.
So viel geredet hat der Hajo schon lange nicht mehr, schon gar nicht mit Michelle. Da haben wir also schon den ersten Punkt: Die Konversation. Hier scheint dringend Nachholbedarf nötig. Mit “Haken höher halten” oder “Antibiose anhängen” ist bei Frauen einfach nicht zu punkten. So gestaltet sich also die erste Sitzung hier im Institut als recht erfolgversprechend.
Den nächsten Tag beginnt Hajo mit vollem Elan. Wird aus Michelle und ihm doch noch ein Paar? Wir dürfen gespannt sein und freuen uns auf nächsten Dienstag.
Bild: Liebe deine Stadt von dev null auf flickr.com, unter einer Creative Commons-Lizenz
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