Hajo hat also sein erstes Date, und wer hätte es gedacht, … mit einer Schwesternschülerin. Doch wer ihn kennt, weiss, dass er kein Fettnäpfchen auslässt. Da könnte es dann doch etwas kritisch werden …
Dienstschluss, den ganzen Tag dem Chef die Füsse geküsst, operiert, Stationsarbeit geleistet. Jetzt reicht es ihm gründlich. Doch heute ist Hajo gut drauf, denn er hat sich mit Michelle (wir erinnern uns: die Schwesternschülerin, die am ersten Tag im Stationszimmer der Länge nach hingeschlagen ist) verabredet. Ein echtes Date also, ja so nennen wir das auf deutsch.
Nochmal schnell in die armselige kleine Wohnung gefahren, frisch gemacht, die Pizza vom Boden weggeräumt. Er ist bereit für den Abend. Hajo, Deine Hose! Ach ja, eine frische Hose anziehen. Er macht doch so ungerne die Waschmaschine an, und bügeln kann er auch nicht so gut. War das toll damals, als Mami noch alles für ihn gemacht hatte. Doch lassen wir das. Er fährt schliesslich mit seinem Wagen vor dem Schwesternwohnheim vor, klingelt. Michelle kommt alsbald die Treppen heruntergeschwebt. Ihr Haar ist blond, schulterlang und weht im Winde der lauen Sommernacht. Hajo, es ist immer noch Winter! Oh ja! Ihr Gesicht ist elfengleich, blaue Augen, sie lächelt und sein Herz tutn Knall …
Zack … Michelle stolpert und stürzt die verbleibenden beiden Stufen hinunter … direkt in Hajos Arme. Glück gehabt, nichts passiert. Er ist entzückt von ihrem Verhalten, erster Körperkontakt, wenn auch etwas unfreiwillig. Verspricht ein netter Abend zu werden. Auf dem Gehweg liegt immer noch Schnee, es ist sehr kalt. Sie gehen auf Hajos Auto zu, dann klingelt plötzlich sein Handy. Mist, ich habs nicht ausgemacht! Oh Mann! Michelle bemerkt seine aufkommende Unsicherheit.
“Geh ruhig ran” sagt sie verständnisvoll. Es ist sein Chef und faselt etwas von “Kollege krank geworden und überhaupt, wenig Personal und dann die Finanzkrise … “. Naja, die Quintessenz ist auf jeden Fall, er solle sofort zur anstehenden Schenkelhals-OP anrücken um Haken zu halten. Dem kann er auf keinen Fall widersprechen, das Date war geplatzt! Seine Hände sind kalt, und er versucht das Handy zurück in die Tasche zu stecken. Es fällt vor lauter Aufregung auf die Strasse. Dumm nur, das genau dort ein Gulli ist. Zielgenau fällt es zwischen die Gitter. Gurgel, das Handy ist von der Kanalisation geschluckt worden. Hajo ist entsetzt, er beugt sich vor um mit einem Stock in der trüben Brühe etwas zu fischen. Das bringt doch nichts, es ist stockdunkel. Er ist so ungeschickt, dass ihm schliesslich auch noch sein Schlüsselbund aus der linken Hand gleitet. So wie es sich gehört: Ab in den Gulli damit!
Ja, was will ich sagen, der Ablauf des weiteren Abends gestaltete sich also folgendermassen:
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<3 ur stories
Kommentar: torschtl
(21) – 04. Januar 2009 @ 21:26
Mensch, der Hajo. Durchs Medizinstudium gekloppt und dann in der Grunddisziplin versagt, der Ärmste
Kommentar: stef
(24) – 08. Januar 2009 @ 17:05