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Hausarztmangel – ein gewolltes Problem?

Zur Zeit ist die Grippewelle in deutschen Hausarztpraxen angesagt. Die Wartezimmer quellen mit Patienten über, Überstunden und Hausbesuche werden geleistet. Termine sind schwer zu bekommen. Schwierig zu glauben, dass es jedoch politisch gewollt ist, Ärzte, speziell die Hausärzte zu dezimieren.

öde Landschaft in Patagonien

Die Altersstatistiken bei Hausärzten in Deutschland sprechen ein klares Bild. In manchen Bundesländern beträgt das Durchschnittsalter weit über 50 Jahre. Dieses Jahr im Zeichen des Gesundheitsfonds wird wohl das Jahr der Entscheidung werden. Ein Blick in den Artikel “Was verdienen Ärzte 2009” zeigt, dass unter den Hausärzten eine gewisse Unlust entstanden ist. Wer kann es ihnen verdenken, dass hier mit dem Ausland, der Rente (vorausgesetzt man hat das richtige Alter erreicht) oder gar völlig anderen Berufen geliebäugelt wird. Junge Ärzte kommen gar nicht erst nach. Praxen bleiben demnach leerstehen. Merke: Auch ehemalige Chefärzte können als LKW-Fahrer glücklich werden.

Das sogenannte Regelleistungsvolumen, das 2009 in bundesdeutsche Praxen Einzug gehalten hat, wird viele Praxen in die Knie zwingen. Die Konsequenz ist, um es auf einen Nenner zu bringen, nämlich die: wer viel arbeitet, wird bestraft, und wer wenig Patienten hat wird auch bestraft. Klingt nicht logisch? Ist es aber! Weg mit den Hausärzten.

Nach Einschätzung der Privatärztlichen Verrechnungsstelle Baden-Württemberg (PVS BW) könnten mittelfristig in Deutschland bis zu 84.000 (!) Arztpraxen schliessen. Die Folgen kann man sich unschwer ausmalen:

  • Termin beim Hausarzt in frühestens 2 Wochen
  • Anfahrt zum nächsten Hausarzt in ländlichen Bereichen bis zu 50 km
  • Keine Hausbesuche mehr möglich
  • Die wenigen verbleibenden Hausärzte werden am Burn-Out-Syndrom leiden
  • Die Volksgesundheit wird deutlich schlechter

Bild: shrubs and rubbish von matito auf flickr.com, unter einer Creative Commons-Lizenz

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Dieser Beitrag (von insgesamt 488) wurde am Montag, 02. Februar 2009 um 21:39 Uhr veröffentlicht und unter der Kategorie Gesundheitspolitik abgelegt. Du kannst alle Artikel bei Monsterdoc durch den RSS-Feed verfolgen. Alle Kommentare gibts beim Kommentar-RSS-Feed.

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10 Kommentare

  1. Es geht immer weiter bergab, da kann auch keine Gesundheitsreformen was anrichten (außer es zu verschlechtern).
    Wenn ich aus der Uni raus bin, wird es bedingt durch die dann überdurchschnittlich hohe Berentung zusätzlich zur ohnehin schon prekären Lage und der wachsenden Auswanderungsflut zu einem bundesweiten Ärztemangel kommen, der alle bis dahin gekannten Maßstabe sprengen wird.

    Man wird sich die Finger lecken nach uns.
    Arbeitsplätze in Uni-Kliniken trotz “rite” in der statistischen Doktorarbeit.
    Paradiesische Zustände. Da braucht unsereins sich keine Sorgen machen.

    Kommentar: EarlMobileNo Gravatar (109) – 02. Februar 2009 @ 21:53

  2. Das ist ja ein Horrorszenarium! …aber das Bild ist schön.

    Kommentar: Dennis DNo Gravatar (24) – 02. Februar 2009 @ 22:11

  3. Jaja, das deutsche Gesundheitssystem ist in mancher Hinsicht schon ein absoluter Witz! Wer wird denn schon von sich aus noch gerne Hausarzt?? Überlaufene Praxen, Stress pur, dafür noch schlechte Bezahlung, ständig Abrechnungsprobleme und gegen Ende des Monats ist noch viel Monat, aber kein Geld mehr über.
    Letztens hab ich eine Reportage gesehen, da flog ein Hausarzt ein langes Wochenende im Monat nach England, um dort zu arbeiten, und verdiente an diesem Wochenende mehr wie den Rest des Monats in seiner Praxis. Echt arm!

    Kommentar: ChrisNo Gravatar (53) – 03. Februar 2009 @ 13:47

  4. … wobei man in einigen ländlichen Gegenden schon so sehr die deutschen Ärzte schätzt und teilweise auch auf sie setzt, dass sie zu einem wichtigen Bestandteil der dortigen Versorgung werden.
    Das britische Gesundheitssystem ist zwar auch nicht ganz das Wahre (immerhin noch besser als das deutsche), aber dieses Beispiel sagt doch einiges mehr über die hiesigen Verhältnisse.

    Kommentar: EarlMobileNo Gravatar (109) – 03. Februar 2009 @ 15:28

  5. Sehr guter, treffender Artikel, guter blog, aber warum dieser Name “monsterdoc”?
    Gruß
    Der andere Hausarzt

    Kommentar: Der andere HausarztNo Gravatar (6) – 04. Februar 2009 @ 15:01

  6. naja, ist wohl ein monstermäßiger doc – aber warum denn “der andere hausarzt”? klingt ja voll nach zweitmann oder liebhaber :-D

    Kommentar: shangri laNo Gravatar (4) – 04. Februar 2009 @ 19:21

  7. Danke. Ich brauchte einen Namen für einen Arzt Blog, wollte irgendwas mit der Endsilbe Doc … der Rest ist aus Kindergedanken heraus entstanden … Monster klingt doch eigentlich ganz zahm, oder?

    Kommentar: chefarztNo Gravatar – 04. Februar 2009 @ 19:58

  8. @Chefarzt
    Nö!
    Wenn sich jemand über mich beugt (als Notarzt) und sagt: “Hallo, ich bin Monsterdoc”, dann springe ich freiwillig wieder in die Vertikale. ;-)

    Kommentar: MaiaNo Gravatar (71) – 04. Februar 2009 @ 20:38

  9. …würde ich so oder so, ob als notarzt oder nicht. es sei denn er fängt dabei das krümeln an — dann würde ich schon mal gucken ob er nicht vielleicht irgendwie blau, plüschig & niedlich ist :-)

    Kommentar: shangri laNo Gravatar (4) – 04. Februar 2009 @ 21:22

  10. Mehr zu meinem Namen kommt dann demnächst an anderer Stelle

    Kommentar: chefarztNo Gravatar – 04. Februar 2009 @ 22:50

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