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Ja, auch ich habe am Arbeitsplatz gedopt

In den letzten Tagen geisterten wirklich seltsame Parolen von wegen “Doping am Arbeitsplatz” durch die Presse. Laut einer aktuellen Studie der DAK dopen 2 Millionen Menschen am Arbeitsplatz. Da muss man sich jetzt nicht mehr wundern, wenn Sie nächste Woche von einem Sportarzt im Büro abgefangen werden, der eine Blutprobe entnehmen will.

Overworked Workers sleep in their office

Wahlweise dürfen Sie auch Ihr Wasser untersuchen lassen. Doch Vorsicht: Auf der Toilette stellt sich ein Funktionär neben Sie, um auch sicherzustellen, dass es Ihr Urin ist, und nicht der von Ihrer schwangeren Freundin (alter Kalauer). Ist die A-Probe positiv werden Sie erst einmal für eine Woche gesperrt. Die B-Probe wird dann auf dem Polizeipräsidium entnommen. Ist auch diese positiv, haben Sie ein echtes Problem. Sie haben also unerlaubt leistungssteigernde Mittel eingenommen, um im Firmen-Ranking zu steigen?

Doping wird zwar im Sport nicht gern gesehen, doch bekannterweise toleriert. Hand aufs Herz! Wollen Sie als Fernsehsportler plötzlich wieder Zeiten und Bestmarken wie in den fünfziger Jahren sehen? Nee, so weit gehen wir dann doch nicht. Also lieber mal 2-3 Buhmänner herausziehen, die gedopt haben. Die sind ja so böse und selbstverständlich die einzigen im jeweiligen Kader. Natürlich werden die dann gesperrt und die Sportwelt ist wieder halbwegs in Ordnung.

So etwas wollen Sie doch nicht am Arbeitsplatz erleben, oder? Also sind hier beispielsweise Anabolika fehl am Platz. Denn hier wird mit anderen, halbwegs legalen Substanzen gedopt. Seltsam, ich dachte immer, Doping sei ein Begriff aus der Sportwelt? Egal! Mit was wird also beruflich gedopt? In der Regel sind das vermutlich Medikamente, die frei verkäuflich sind. Meistens sind es Sympathomimetika (z.B. (Pseudo-)Ephedrin), enthalten in vielen kombinierten Erkältungsmitteln. Hat jeder, der das hier liest, schon mal geschluckt. Wetten? Zudem stehen hier auch Antidepressiva oder Beruhigungsmittel zur Debatte. Die letzteren beiden sind meistens verschreibungspflichtig. Das hat dann also Ihr Arzt zu verantworten.

Keineswegs will ich das Problem des Missbrauchs von Medikamenten hier herunterspielen, doch wirkt der Gebrauch des Wortes “Doping” in diesem Zusammenhang etwas (gewollt?) reisserisch. Erkältungsmittel und verschreibungspflichtige Substanzen über einen Kamm zu scheren ist gefährlich.

Bei Heise.de wurde darüber ebenfalls berichtet. Wer genau wissen will, welche Medikamente aktuell auf der Dopingliste stehen, sollte mal bei der Nationalen Antidoping Agentur (NADA) nachschauen.

Also gut, ich gestehe alles, ich habe einmal Metoclopramid-Tropfen (Antibrechmittel) genommen, im Dienst. Da war gerade eine Gastroenteritis-Epidemie im Krankenhaus in der sogenannten Prä-Norovirus-Phase. Ich möchte hier  Geständnisse haben. Die 2 Millionen müssen doch irgendwo sein. Haben Sie auch schon gedopt?

Bild: overworked workers sleep in their office von  hiyori13 auf  flickr.com, unter einer Creative Commons-Lizenz

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Dieser Beitrag (von insgesamt 847) wurde am Samstag, 14. Februar 2009 um 17:18 Uhr veröffentlicht und unter der Kategorie Gesundheitspolitik abgelegt. Du kannst alle Artikel bei Monsterdoc durch den RSS-Feed verfolgen. Alle Kommentare gibts beim Kommentar-RSS-Feed.

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14 Kommentare

  1. Also wir vernichten Unmengen Kaffee (in einem Nachtdienst schon mal 4 – 6 L mit 3 Mann). Muss ich jetzt auf dem Klo auch Angst vor einem mit nem Becher haben? :D

    Kommentar: retterblog.deNo Gravatar (1) – 14. Februar 2009 @ 17:39

  2. Das sind ja bis zu 2L Kaffee pro Person, Wahnsinn. Soviel trinke ich in 2 Wochen.
    Da muss ich aber rasch einen Funktionär auf eure Wache einbestellen.

    Kommentar: chefarztNo Gravatar – 14. Februar 2009 @ 17:46

  3. Ich gestehe auch…
    In guten Zeiten kam ich auf einen Liter Teerpappe (unser Laborkaffee sieht irgendwie so aus, weil ziemlich stark). Allerdings mußte ich den Verbrauch etwas drosseln, weil der MCP- und Omeprazol-Verbrauch irgendwann zu hoch wurde ;-)
    Man wird eben älter. Obwohl ich gerade so an dem Pockenimpfungsmassaker vorbei gerauscht bin ;-)

    Ansonste dope ich mit einer Kombination aus Phenylethylamin, Tryptophan, Anandamid. Na, wer errät, was das ist???

    Kommentar: MaiaNo Gravatar (71) – 14. Februar 2009 @ 18:12

  4. Hin und wieder schnüffel ich Sauerstoff – und wenn ich so richtig down bin, gibt´s auch schon mal ein tiefen Zug Virugard…
    Ist das schon Doping?

    Kommentar: CarstenNo Gravatar (2) – 14. Februar 2009 @ 20:18

  5. Tja, also ich wollte mal bei einem besonders stressigem Projekt, Methylphenidat vom Onkel Doc verschrieben haben.
    Leider hat der da nicht mitgemacht. Das nächste Mal werde ich ihn wohl mit Morddrohungen oder Erpressung dazu nötigen ;-)

    Kommentar: Doc BrahmanovNo Gravatar (12) – 14. Februar 2009 @ 21:36

  6. Methylphenidat, ist das nicht dieses Schlafmittel …. ? :P

    Kommentar: MerapiNo Gravatar (102) – 14. Februar 2009 @ 23:24

  7. @merapi: Das müsstest Du doch eigentlich kennen: ADHS und so …
    @doc brahmanov: Aufmerksamkeit scheint doch vorhanden zu sein, warum dann Dope?
    @carsten: Sterilium riecht lecker, das gab mir mal eine alte Krankenschwester zum Schnüffeln, damals, bei meiner Erkältung …
    @maia: Schoki dopt ziemlich, brauch ich auch manchmal …

    Kommentar: chefarztNo Gravatar – 15. Februar 2009 @ 00:32

  8. Ich glaube so weit wie bei denen im Büro kommt es nicht, dass man Schilder in jeder Zelle aufhängen muss, bloß nicht einzuschlafen!!

    Ach ja:

    Zählt Kaffee auch also Doping in bestimmten mengen?

    Gruß:

    Physioblogger

    Kommentar: PhysiobloggerNo Gravatar (26) – 15. Februar 2009 @ 13:48

  9. Sind das nicht Asiaten auf dem Bild?
    Die machen bestimmt Power-Napping ;-)

    Kommentar: MaiaNo Gravatar (71) – 15. Februar 2009 @ 15:40

  10. Kaffee steht nicht auf der NADA Liste.
    Power-Napping hat in Europa leider noch nicht Fuss fassen können.

    Das Schild am rechten Arbeitsplatz bedeutet: Kontaktlinsen auf dem Boden suchen verboten? Oder?

    Kommentar: chefarztNo Gravatar – 15. Februar 2009 @ 18:28

  11. @ Chefarzt: Klar, Methylphenidat kenne ich, deshalb sage ich ja Schlafmittel. Nur Nichtbetroffene putschen sich damit auf …

    Kommentar: MerapiNo Gravatar (102) – 15. Februar 2009 @ 23:28

  12. Also Schoggi ist oft mein Doping – gepaart mit Kaffee wirkt das Wunder. Mu übertreiben sollte man das wohl nicht – die Schoggi, sonst ist man zwar immer 1a-aktiv, aber einst auch sehr mopplig :)

    Kommentar: KristinaNo Gravatar (14) – 16. Februar 2009 @ 09:11

  13. @chefarzt:
    Naja, es wird ja auch mal ne Tasse kalt und man nimmt sich neu :D

    Kommentar: retterblog.deNo Gravatar (1) – 16. Februar 2009 @ 17:39

  14. Also das war zwar nicht auf der Arbeit aber für mein Studium hab ich mal für die Lernphase auf eine wichtige Klausur, die ich schon ausgebrannt angefangen hab, Vitamine, Ginseng und Glutamin (VERLA) geschluckt. Gestartet hab ich mit der verzweifelten Hoffnung alles bloß noch hinter mich zu bringen und geendet hats mit ner 1,0. Also ich glaub das kann man als Doping bezeichnen, oder?

    Kommentar: der schlagzeugerNo Gravatar (8) – 17. Februar 2009 @ 12:16

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