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Kleine Medikamentenkunde (Teil 1)

Für den medizinischen Laien sind Gebrauchsanweisungen von Medikamenten oft undurchschaubar und lästig.  Zudem ist man nach dem Lesen derselben in der Regel dazu geneigt, das Heilmittel aufgrund der angsteinflössenden Inhalte gar nicht erst einzunehmen.  Die Worte des  verschreibenden Arztes sind auch schnell wieder in den Hirnwindungen versickert, daher hier eine kleine Einführung in die wichtigsten rezeptfreien und rezeptpflichtigen Medikamente.

Ich werde hier ausschliesslich die Wirkstoffnamen besprechen. Bei Unklarheiten bitte medizinisch sinnvoll die Suchmaschinen bedienen. Tipp: Lernen sie diese Liste auswendig, damit können Sie Jungs (oder Mädchen) schwer beeindrucken. “Wat der nich alles weiss!” Merke: Es zählen mehr die inneren Werte. Ausserdem ist es Ihnen ein Leichtes, rasch zu erkennen, welche Krankheiten ihr neuer Freund/Freundin hat.

  • Acetylcystein: Gängiger Schleim und Hustenlöser. Was die meisten nicht wissen: wird in der Klinik als Antidot (Gegenmittel) für eine Paracetamol-Intoxikation (Vergiftung) eingesetzt. Hier ist dann kein Schleim mehr zu erwarten.
  • Aciclovir: Hier ist Vorsicht geboten, bei einer Salbe liegt ein Lippenherpes vor. Bei Tabletten noch schlimmere Infektionen, beispielsweise eine Gürtelrose.
  • Allopurinol: Ihr Freund hat Gicht, das Medikament senkt die Harnsäure. Kommt entweder anlagebedingt vor oder oftmals vom regelmässigen Genuss hochprozentiger Substanzen.
  • Amoxicillin: Hier liegt meistens eine Bronchitis oder Sinusitis (Nasennebenhöhlenverschmodderung) vor. Auf jeden Fall irgendwas Bakterielles.
  • ASS (Acetylsalicylsäure): Gängiger Ommenschmerzvertreiber. Doch hier ist Obacht geboten: 500 mg ist die Standarddosis dafür. Liegt aber auf dem Nachtischchen eine Schachtel mit 100 mg, ist das ein Hinweis für eine Durchblutungsstörung wie Herzinfarkt, Raucherbeine oder Schlaganfall.
  • Bisoprolol: Ist ein sogenannter Betablocker. Gibt man hauptsächlich bei Bluthochdruck, senkt auch den Puls.
  • Cetirizin: Heuschnupfenpräparat, auch für Juckreiz geeignet.
  • Cotrimoxazol: Aha, Ihre Freundin hat ne Blasenentzündung. Nächstes mal lieber doch die Wollstrumpfhose anziehen.
  • Citalopram: Auch wenn Ihr Freund lacht, er ist depressiv veranlagt. Daher braucht er diese Glückspillen. Machen Sie sich keinen Kopf, es liegt auf keinen Fall an Ihnen.
  • Clotrimazol: Schauen sie sich mal die Füsse genauer an. Ja genau, da wächst ein Fusspilz. Falls dieser Wirkstoff in anderer Darreichungsform (Zäpfchen) vorhanden sein sollte, betrifft dieses in der Regel das gynäkologische Fachgebiet. Dieses möchte ich nicht weiter erläutern.
  • Diclofenac: Bei Rücken- Knochen- Muskel- und Gelenkschmerzen aller Art günstig. Eins der am häufigsten verschriebenen Medikamente. Bei längerer Anwendung sollte man allerdings ein Magenschutz-Mittel dazu mampfen, sonst können beispielsweise ungünstige Magen-Darm-Blutungen folgen.
  • Fentanyl: Sehr starkes Schmerzmittel aus dem Morphiumkreise. Wird beim Herzinfarkt gespritzt oder für Narkosen verwendet. Auch als Schmerzpflaster verfügbar.

Ich will Sie aber nicht überfordern, daher folgen die anderen wichtigen Medikamente in den nächsten Teilen. Um den Lernerfolg zu überprüfen  sei mir aber  noch eine Frage erlaubt:

Es liegen Diclofenac 75 mg, Allopurinol 300 mg und eine Krankmeldung auf dem Tisch, welche Erkrankung liegt hier wohl vor?

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Dieser Beitrag (von insgesamt 847) wurde am Dienstag, 13. Januar 2009 um 18:22 Uhr veröffentlicht und unter der Kategorie Medikamente abgelegt. Du kannst alle Artikel bei Monsterdoc durch den RSS-Feed verfolgen. Alle Kommentare gibts beim Kommentar-RSS-Feed.

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11 Kommentare

  1. akuter Gichtanfall mit Aua-Symptomatik???

    Kommentar: MaiaNo Gravatar (71) – 13. Januar 2009 @ 18:25

  2. Ich kenne da jemanden, der von heute auf morgen Fuß-Schmerzen hatte (ne, diesmal NICHT ich), deshalb schließe ich mich Maia an ….

    Kommentar: MerapiNo Gravatar (102) – 13. Januar 2009 @ 19:16

  3. Tippe auch auf Gichtanfall.

    Fenta gibts übrigens auch als Lutscher.

    mfG,
    A.

    Kommentar: AlbertNo Gravatar (17) – 13. Januar 2009 @ 20:20

  4. Kurze Frage

    Senkt Fenta eigentlich auch den O2-Verbrauch am Herzen???

    hab noch eine Frage

    und senkt Fenta auch den Druck im Lungenkreislauf oder macht das nur Mo???

    Kommentar: SaniNo Gravatar (12) – 13. Januar 2009 @ 20:44

  5. @maia, merapi, albert: jawohl, akuter Gichtanfall, vor allem am Grosszehengrundgelenk. Im Akutfall Diclofenac, zur Prophylaxe Allopurinol. Danke Albert für den Hinweis mit dem Lutscher.
    @sani: Fentanyl, wie alle Opiate, steigert den Sauerstoffverbrauch geringfügig am Herzen und senkt den Druck im Lungenkreislauf.

    Kommentar: chefarztNo Gravatar – 13. Januar 2009 @ 22:47

  6. Ich finde das auf dieser Liste noch Paracetamol fehlt.

    Kommentar: MichaelNo Gravatar (1) – 14. Januar 2009 @ 11:12

  7. @michael: Du hast natürlich recht, die Liste geht weiter. Der erste Teil war ja nur A-F

    Kommentar: chefarztNo Gravatar – 14. Januar 2009 @ 12:59

  8. Hi,nehme nach einem Snowboardunfall mit starken Prellungen gerade Volteren ein.Jetzt lese ich zufaellig in einem Klatschblatt meiner Freundin,daß Voltaren einen Herzinfarkt ausloesen kann.Weißt du da was darueber?Danke fuer eine Antwort.Bin 35 Jahre.

    Kommentar: BerndNo Gravatar (1) – 14. Januar 2009 @ 18:19

  9. @bernd: Diclofenac ist eines der Medikamente, das am häufigsten verordnet wird. Bei starken Prellungen sicher optimal. Kein Thema, wenn du es kurzfristig einnimmst. Bei längerer Anwendung sollte man einen Magenschoner dazunehmen (Protonenpumpenblocker, hört sich nach Lasergun an, ist aber ein Säureblocker). Das Medikament gibts schon ewig, aber erst jetzt, nachdem Rofecoxib vom Markt genommen wurde, kommt man drauf, das auch Diclofenac das Herzinfarkt-Risiko steigert. Wer hätte das gedacht? Aber es ist wahr. Gefährlich wirds fürs Pumperl bei Herz-Kreislauf-Vorerkrankungen, längerer Einnahme und höherem Alter. Zu dieser Gruppe gehörst du eher nicht, oder? Und das nächste mal: Besser beim Boarden aufpassen, gell …

    Kommentar: chefarztNo Gravatar – 14. Januar 2009 @ 19:59

  10. Sehr aufschlussreiche Liste. Ich habe die lebende Ausgabe dieser Liste geheiratet – meine Frau ist PTA :-) Ich musste das damals alles mitlernen, als sie auf dieser Schule war…
    Hilft einem aber ungemein weiter, wenn man ein gewisses Grundverständnis hat.

    Freue mich auf die weiteren Teile.

    Grüße aus (noch) München,
    Dennis

    Kommentar: Dennis DNo Gravatar (24) – 15. Januar 2009 @ 19:06

  11. Während eines akuten Gichtanfalls soll kein Allopurinol gegeben werden.

    Es besteht aber durchaus die Möglichkeit das der Arzt dem Patienten das gesagt hat und er das Allopurinol erst nach abklingen der Akutsymptomatik einnehmen soll.

    Kommentar: DenisNo Gravatar (13) – 01. März 2009 @ 11:50

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