Nachdem ich in letzter Zeit gehäuft Suchanfragen bezüglich der Wertigkeit von Mediziner-Ehen bekomme, möchte ich hier einmal meine gesammelten Fakten der vergangenen Jahre zu diesem Thema vorbringen.
Anhand einer typisch ablaufenden Konversation eines Ärzte-Ehepaares möchte ich zeigen, dass diese Konstellation eher ziemlich ungünstig ist. Stellen wir uns einmal bildlich vor: Es ist Montag Mittag, Arzt und Ärztin sind zu Hause und reden miteinander. Beide sind von Beruf übrigens Aufschneider. (siehe Chirurgen (die schneidende Zunft))
Arzt: Ich bin müde, hatte heute Nachtdienst, kannst Du mir bitte etwas kochen?
Ärztin: Ich? Ich muss noch Arztbriefe abarbeiten. Ausserdem war ich schon einkaufen.
Arzt: Ich hatte aber eine Reanimation heute Nacht.
Ärztin: Na und? Ich habe dafür vorgestern einen komplizierten Unterschenkelbruch operiert.
Arzt: Und ich habe es mir mit meinem Chef so richtig vergeigt. Hoffentlich wird das noch …
Ärztin: Ich bin müde, kannst Du mir mal die Waden massieren?
Arzt: Habe ich doch schon gestern gemacht. Vorgestern habe ich übrigens 4 Hüft-Prothesen operiert.
Ärztin: Ach ja, Prothesen liegen mir einfach …
Arzt: Bald habe ich meinen Operationskatalog voll …
Ärztin: Ach Schatzi, wir verstehen uns einfach so richtig gut. Gehen wir was essen?
Arzt: Aber ja, mein Schneuzilein, Chinesisch oder Italienisch?
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Und wie verlaufen die Gespräche, wenn Gatte und Gattin der Proktologischen Zunft angehören?
Kommentar: vokalanästhesie
(25) – 19. August 2009 @ 21:03
@vokalanästhesie: Etwas proktologischer vermutlich. Das wäre dann ein Fall für Dich …
Kommentar: chefarzt
– 19. August 2009 @ 21:05
Arzt: Ich bin müde, hatte heute Nachtdienst, kannst Du mir bitte etwas kochen?
Ärztin: Geht nicht. Ich sitze gerade im Schaukelstuhl.
Arzt: Ich hatte aber ein Rektumkarzinom heute Nacht.
Ärztin: Na und? Ich habe dafür vorgestern eine komplizierte Hämorrhoide operiert.
Arzt: Und ich habe es mir mit meinem Chef so richtig vergeigt. Was für ein Arschloch! Hoffentlich wird das …
Ärztin: Ich bin müde, kannst Du mir mal die Marisken massieren?
Arzt: Habe ich doch schon gestern gemacht. Vorgestern hatte ich übrigens 4 Koloskopien. (…)
Ähem … alles weitere würde zu tief führen.
Kommentar: vokalanästhesie
(25) – 19. August 2009 @ 21:25
Danke für die prompte Antwort. Diese Konversation könnte man beliebig erweitern, Pathologen, Hausärzte, Tierärzte … will jemand?
Kommentar: chefarzt
– 19. August 2009 @ 21:39
Hab ich den alternativ Text richtig gegoogelt? das hört sich äh naja an…..
Ich versteh zwar net wirklich viel davon (also von beiden Texten, sind mir zu viele Fachbegriffe drin) aber hört sich intressant an….
Was mich intressieren würde, wie reden Mediziner und nicht-Mediziner zusammen? also zb Ehemann ist Arzt und Ehefrau hat einen Bürojob…
Kommentar: DelfinStern
(11) – 19. August 2009 @ 21:41
@Delfinstern:
“Was mich intressieren würde, wie reden Mediziner und nicht-Mediziner zusammen?”
Gar nicht. Weil:
ER ist Arzt und geht mit der neuen Assistenzärztin fremd.
SIE ist Sekretärin und züngelt mit dem Juniorchef.
Alternativ reden Beide das Nötigste miteinander.
ER: “Ich habe dich lieb!”
SIE: “Ich habe Migräne.”
Kommentar: vokalanästhesie
(25) – 19. August 2009 @ 21:55
@vokalanästhesie: Du hast es raus!
Ich bin allerdings immer noch der Meinung, dass die Kombination Arzt – verständnisvolle Psychologin die beste ist. Sie hat möglicherweise immerhin eine Vorstellung von dem, was ihr Gatte da quasselt, oder kann alternativ eine Strategie erdenken, damit trotzdem gut und konfliktlos umzugehen. Und wenn es dem Mediziner mal aus irgendwelchen Gründen nicht so gut geht, hat sie auch dafür Verständnis.
Besser kann es nicht laufen. Es sei denn, die medizinische Seite hat kein gutes Verhältnis zu ihren Patienten und macht den entscheidenden Fehler, das vor dem Partner zu erwähnen.
Kommentar: EarlMobile
(109) – 19. August 2009 @ 22:12
@earlmobile: Oder andersherum: Stell dir mal vor, der GöGa (Göttergatte) hat ein schlechtes Verhältnis zu seiner Frau und erwähnt DAS vor ihren Patienten
Stell ich mir gerade bildlich vor, wie er dem 9 Uhr Patienten zunickt und sagt:
“Ah, Sie sind doch der Borderliner, richtig? Hab´ ich mir doch gedacht! Ein normaler Mensch würde freiwillig nie das Gespräch mit meiner Frau suchen. Wussten Sie, dass in ihrer Schreibtischschublade ein angenagter menschlicher Oberschenkelknochen liegt? Und jedes Wochenende tanzt sie nackt auf dem Südfriedhof und … He, wo wollen Sie denn hin?”
Kommentar: vokalanästhesie
(25) – 20. August 2009 @ 07:41
solang der Arzt bzw Ärztin nicht vor der eigenen Frau bzw Mann die Liebesbeziehung zu dem /den Patienten beschreibt…….das stell ich mir grad bildlich vor: “der/die A. ist viel besser im Bett als du obwohl er/sie schon 2 künstliche Kniee hat und obwohl er/sie sehr wohl Mirgräne hat, hat er/sie in diesem Moment nicht!!”
Kommentar: DelfinStern
(11) – 20. August 2009 @ 09:29
Interessant wäre vielleicht auch, wie eine klassische Ehe zwischen Vertretern der Chirurgie und der Anästhesie ausschauen mag:
Beim Abendessen:
Ch: “Schatz, das Steak ist ganz blutig, das Operationsfeld säuft mir ab! Mach was, pump da Transfusionen rein, es schmiert uns ab!”
An: “Oh, ist mir gar nicht aufgefallen… Ja siehst du, Schnuckelbär, du hast ja auch den Schnitt falsch gesetzt. Anfängerfehler.”
Ch: “Mach schon, die Kartoffeln schwimmen davon!”
An: “Ist ja gut, du regst mich noch ganz auf. Mach etwas mehr Soße drauf, das reicht als Volumenersatz. Und jetzt sei still, sonst kann ich nicht die Magic Mush… äh Pilze genießen.”
Ch: “Na toll, jetzt ist das Fleisch kalt…”
An: “Hast ja auch zuviel Soße draufgekippt.
… Oh schau mal, wir haben Besuch von einem rosa Elefanten bekommen.”
So oder so ähnlich könnt es laufen.
Kommentar: EarlMobile
(109) – 20. August 2009 @ 12:01
@earlmobile: Da sag ich nur: Ich will einen sauberen und keimarmen Kampf.
http://www.monsterdoc.de/2008/ring-frei-anaesthesist-gegen-chirurg/
Also seh ich das richtig? Mit der Psychologin/Psychiaterin als Ehefrau kann dann eigentlich nix mehr schiefgehen. Wo ist eigentlich Psychodoctrix?
Kommentar: chefarzt
– 20. August 2009 @ 22:20
Ach hier lesen Psychologinnen mit? Sehr erfreut, die Dame…
Kommentar: EarlMobile
(109) – 21. August 2009 @ 15:55
@earlmobile: Hier lesen mit: Hausärzte, Neurologen, Krankenschwestern, Pfleger, Biologen, Informatiker, Laborärzte, Psychiater, Sanitäter, Schüler, Grossmütter, Studenten und auch viele andere … Ich würde mal gerne darüber ne Statistik haben …
Kommentar: chefarzt
– 21. August 2009 @ 20:47
mach doch ne Umfrage
Kommentar: Benedicta
(270) – 21. August 2009 @ 21:54