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Medizinisches Web 2.0 – Twitter

Das sogenannte Web 2.0 bietet viele Möglichkeiten, die leider vor allem in medizinischer Hinsicht (noch) häufig ungenutzt bleiben. Mittlerweile gibt es unzählige Plattformen, soziale Netzwerke und Applikationen, die ich in dieser Serie einmal näher beleuchten möchte. Heute: Twitter (Erklärung bei Wikipedia), eine “relativ neues” und aufstrebendes Format, einfacher gesagt: “Massen-SMS aufm Computer”. Kann Twitter (Gezwitscher) nun medizinisch sinnvoll genutzt werden?

Vor kurzem hatte ich mir ein Konto bei Google Health zugelegt (siehe: Google Health statt elektronischer Gesundheitskarte?), doch der von mir propagierte Krankheits-Talk wollte nicht so richtig aufkommen. Waren doch die Bedenken bezüglich des Datenschutzes zu stark. In den USA, wo diese Google-Applikation weiter verbreitet ist, sieht man das etwas anders. Wie siehts nun bei Twitter aus? Immerhin waren hier schon Barack Obama und Reiner Calmund beim lockeren Gezwitscher am Start. Ärzte könnten dieses Format beispielsweise als Sprechstunde oder Forum nutzen.

Beispiel für die virtuelle Arzt-Sprechstunde:

Ich zwitschere also fröhlich meinen Followern (in dem Fall Patienten) medizinische Informationen und Links um die Ohren. Kein Problem, doch geht es hier ans ärztlich-Eingemachte wird es problematisch. Wer will, kann mithören. Mit der Schweigepflicht sieht es daher schlecht aus. Hier gibt es dann die sogenannte “Direct message”. Das ist eine “bessere” E-Mail, die bleibt dann unter 4 Augen.

  • Vorteil gegenüber Foren: Die Information kommt schneller rüber.
  • Nachteil: Sind viele Patienten online, kommt es zum wilden Durcheinander.

So sah also die erste deutsche Twitter-Sprechstunde am Donnerstag-Nachmittag  aus: (aus Gründen der ärztlichen Schweigepflicht wurden selbstverständlich die Namen der Patienten in diesem Screenshot geändert)

screenshot der twitter-sprechstunde

Fazit:

Twitter ist nur bedingt für Sprechstunden oder medizinische Fragen geeignet, allenfalls dann über Direct-Message. Dann kann ich aber gleich ein anderes Plauderprogramm wie beispielsweise Skype nutzen. Zum Raushauen von medizinischen Links oder Tipps ist Twitter okay.

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Dieser Beitrag (von insgesamt 847) wurde am Donnerstag, 19. März 2009 um 17:48 Uhr veröffentlicht und unter der Kategorie medizin zukunft abgelegt. Du kannst alle Artikel bei Monsterdoc durch den RSS-Feed verfolgen. Alle Kommentare gibts beim Kommentar-RSS-Feed.

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2 Kommentare

  1. Hui – bietet man sich selbst da nicht zu sehr an? Dass man von allen Seiten befragt und bestürtzt wird? Und erst noch hundertmal nachfragen muss, aufgrund der wagen und oft nur laien-symptomatischen Beschreibungen? Ala “Mein Bauch tut weh, was hab ich denn?”
    Erwarten dann die Patienten nicht zunehmend, dass man immer und auf allen Ebenen verfügbar ist? Und sind sauer, wenn man es mal nicht ist, nicht sein mag? Oder geht es? Ich kenne aus Erzählungen, dass man manchmal selbst das Telefon verteufelt und von Patienten auch schon mal angeraunzt wird, wenn man vermeintlich zu spät erst erreicht werden konnte… Dass andere aber auch krank sind und man die Ressourcen nur verschieben, nicht aber multiplizieren kann, bleibt da unbedacht…

    Kommentar: KristinaNo Gravatar (14) – 20. März 2009 @ 08:56

  2. per webcam gibt es wohl seit kurzem:
    http://www.doctorsblog.cc/2009/01/webcam-statt-arztbesuch/

    Kommentar: Doc BrownNo Gravatar (46) – 21. März 2009 @ 10:01

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