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Power Napping

Seit einigen Jahren schon ein doller Begriff, der Menschen weltweit begeistert. Zu deutsch: Das Mittags-Nickerchen zwischendurch. Es soll gesund sein, das Herzinfarktrisiko senken, das Gedächtnis wieder auffrischen und antidepressiv wirken. Auch bei Ärzten wird mittlerweile das Power Napping gerne gesehen. Denken Sie sich also nichts dabei, wenn Sie demnächst Ihren Hausarzt mit dem Kopf auf dem Schreibtisch antreffen sollten. Merke: Zwischen 13 und 14 Uhr ist dies völlig in Ordnung. Welches sind nun aber die Risiken beim ärztlichen Power Napping?

  • Während einer längeren Operation sollten Entspannungspausen stets eingeplant werden. Also: Pünktlich um 13 Uhr den Kopf auf ein unsteriles Kissen auflegen und nappen. Der Körper bleibt ans sterile OP-Feld angelehnt. Bei Bedarf hält eine Lernschwester den Kopf von hinten. Nach einer halben Stunde dann vom Anästhesisten wecken lassen. Sollte gerade ungünstigerweise eine unstillbare Blutung auftreten, darf der Student im Praktischen Jahr endlich mal so richtig Verantwortung übernehmen. Merke: Ein ausgeschlafener Chirurg bringt deutlich mehr Leistung.
  • Auch als Notarzt kanns mal wieder länger dauern. Gerade bei schwierigen Intubationen (Schlauch in die Luftröhre schieben) empfiehlt sich eine gezielte Auszeit zum Nappen. Der erfahrene Rettungsanaphylaktische (RA) bebeutelt dann solange den Patienten. Nach 20 Minuten ist dann der Notdürftige wieder frisch und kann die Unterschrift auf dem Notarztprotokoll leisten.
  • Der aufmerksame Leser hat es bereits gemerkt. Bei Punkt 1 hat sich ein sachlicher Fehler eingeschlichen. Der Anästhesist kann den Chirurgen selbstverständlich gar nicht wecken, da er selbst bekennender Dauernapper ist. Die Zeit während sinnlos langer Eingriffe nutzt der Gasmann in der Regel mit Abschlafen, um pünktlich gegen 16 Uhr ausgeruht die Klinik zu verlassen. Merke: Anästhesisten setzen auf Freizeit. Unausgeschlafen bereitet diese nur wenig Freude.
  • Ungefährliches Nappen hingegen ist beim klassischen Medizinstudenten möglich. Die Ablage im Hörsaal ist wie geschaffen für einen schweren Kopf in der Mittagszeit. Merke: Bei heftigem Klopfen ist nicht der Motor kaputt, sondern die Vorlesung beendet. Unauffällig Tasche nehmen und verschwinden.
  • Auch beim Psychiater bietet sich regelmässiges Power Napping an. Sowohl für Arzt als auch für den Patienten. Wenn der Patient zum 1001. mal von Gedankenausbreitungen über dem Pazifik berichtet, können die Augen beim Irrenarzt schon mal zufallen. Fragt der Arzt wiederum zum 1002. mal die Geschichten aus der Kindheit ab, ist auf der Gegenseite Abschalten angesagt. Merke: Hier profitieren beide Seiten deutlich vom Schlafen des Gesprächspartners.

Power Napping ist also bei Ärzten schwer angesagt, zurecht …

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Dieser Beitrag (von insgesamt 488) wurde am Donnerstag, 17. September 2009 um 23:24 Uhr veröffentlicht und unter der Kategorie Ratgeber abgelegt. Du kannst alle Artikel bei Monsterdoc durch den RSS-Feed verfolgen. Alle Kommentare gibts beim Kommentar-RSS-Feed.

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5 Kommentare

  1. *ggg*
    Aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen: Schlafen im Hörsaal empfiehlt sich nicht. Das gibt üble Verspannungen in Nacken und Schultern, und peinlich wirds außerdem, wenn der Prof einen am nächsten Tag mit einem fröhlichen “na, Frau Benedicta, gestern in meinem Kurs warn Sie ja sehr müde” grüßt.

    Kommentar: BenedictaNo Gravatar (273) – 18. September 2009 @ 00:49

  2. [...] Und derweil geh ich jetzt mal ‘power nappen‘…. (wissenschaftliche Abhandlung verfügbar bei Monsterdoc). [...]

    Pingback: Das geht sich schon aus… – 18. September 2009 @ 13:42

  3. [...] Power Napping [...]

    Pingback: Bookmarks vom 17. September 2009 bis 19. September 2009 | Herr Pfleger – 19. September 2009 @ 11:56

  4. Ist das auf dem Bild das neue Wartezimmer für Kassenpatienten? :P

    Kommentar: stefNo Gravatar (24) – 21. September 2009 @ 13:39

  5. @stef: Das sieht doch komfortabel aus, sogar mit Computeranschluss …

    Kommentar: chefarztNo Gravatar – 21. September 2009 @ 19:50

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