Als bekennender Triathlet las ich mit Entsetzen den Artikel im deutschen Ärzteblatt vom 13.11.09: Laien- und Leistungssport: Geht nichts mehr ohne Schmerzmittel? Hier wird berichtet, dass Sportler vor Wettkämpfen oder Training haufenweise Analgetika wie Diclofenac, Ibuprofen oder ASS einfahren um die anschliessenden Schmerzen besser ertragen zu können.
Beispielsweise ergaben Umfragen, dass bei grösseren Städte-Marathons über die Hälfte aller Teilnehmer bereits vorab ein paar Schmerzpillen eingenommen hatten. Weicheierismus pur also. Warum nehme ich denn an solchen Veranstaltungen teil? Na, um den anschliessenden Schmerz zu geniessen. Schmarrrn!
So ist es natürlich nicht. Logischerweise ist es mir bei meinen Wettkämpfen wichtig, jeweils gesund und gut aussehend ins Ziel zu gelangen. Dass dies bei hohen Triathlon-Distanzen mit Schmerz verbunden ist, wissen wir auch. Das gehört dazu. Durch eine Einnahme von Schmerzmitteln spüre ich also währenddessen die Warnzeichen des Körpers nur verzögert. Mal abgesehen davon, dass man sich hierbei selbst betrügt (ähnlich dem Doping-leicht gemacht), gibt es hier fiese gesundheitliche Schäden:
Erschreckender Weise ist der Abusus von Schmerzmitteln also auch im Hobbysportbereich angekommen. Nun, wen wundert es? Anabolika laufen ja schon lange wunderbar unter dem Ladentisch! Mein Tipp: Sport ja, Analgetika davor nein.
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Dann würde ich als vernünftiger Mensch doch zu den härteren Sachen greifen und mir das viele Gesaufe für die Familienpackung Paracetamol sparen.
Zumal man es sich so auch nicht mit der Leber verscherzt. Respektive dem Magen, was die NSAR angeht.
Kommentar: EarlMobile
(109) – 16. November 2009 @ 23:01
Tja, so ein “Runners high” hält halt nicht ewig …
Aber Du hast ganz recht. Ich denke halt, dass viele nicht wissen, was genau sie ihrem Körper da noch zusätzlich anlasten.
Kommentar: Pharmama
(92) – 17. November 2009 @ 08:56
Naja, die Verführung kann natürlich groß sein, wobei ich das nicht verstehe, wenn es “nur” Hobby ist und weder beruflich noch unter psychischer Belastung.. Wenn ein hoher Druck von außen ist, ists natürlich was anderes…
Kommentar: chaoskatze
(36) – 17. November 2009 @ 10:00
viele “Hobby” Bodybuilder nehmen auch einiges an Anabolika …
Kommentar: Su-Mu
(55) – 17. November 2009 @ 12:34
Also, ich lauf Halbmarathon und bin der Meinung, dass es guten Schmerz und schlechte Schmerz gibt. Schlechter Schmerz ist, wenn irgendwas nicht stimmt. Guter Schmerz ist, wenn man was gemacht hat. Also einfach aushalten. Is halt so. Dafuer kann man mit gutem Schmerz besser schlafen. Bin ich masochistisch?
Kommentar: premiumpatientin
(17) – 17. November 2009 @ 17:48
@earlmobile: Das taugt alles nix. Ich bevorzuge Placebo vor Wettkämpfen.
@pharmama: Da alles frei verkäuflich ist, kanns ja nicht so schlimm sein, denken sich wohl viele … sehr zu unrecht!
@chaoskatze, @su-mu: Gerade im Hobbysport wird ordentlich gedopt, das stimmt. Natürlich gehts da um nix, aber …
@premiumpatientin: Halbmarathon, sehr gut! Das hat mit Masochismus nichts zu tun. Schmerz gehört einfach dazu. Ausserdem gibts ja kostenlos Endorphine vom eigenen Körper.
Kommentar: chefarzt
– 17. November 2009 @ 18:52
Also ich mach auch Sport (Fußball in der untersten Liga) aber an “Doping” nehm ich nur 1/2-1l Mineralwasser vor einem Spiel….. Wenn ich “schlechten” Schmerz beim Sport hätte, würde ich mir einen anderen suchen, aber Muskelkater ect. gehören einfach dazu, denke ich. Dann weiß man immerhin was man getan hat und irgendwie ist alles leichter nach einem (gewonnenen) Spiel oder Training
Kommentar: DelfinStern
(613) – 17. November 2009 @ 20:22
Also mein Doc ist immer schnell dabei Diclofenac zu verschreiben wenn ich ihn von meinen schmerzenden Kniescheiben während des Treppenlaufens erzähle. Doch tritt der Schmerz nur gelegentlich mal auf. Kein Grund für mich gleich Chemie einzuschmeißen.
Eigentlich erwarte ich dann vom Arzt ne Überweisung zum Facharzt der dann vielleicht mal ne Arthroskopie durchführt.
Kommentar: Julchen
(62) – 17. November 2009 @ 20:50
@delfinstern: Da sind wir uns also einig: Kein Weicheierismus im Sport!
@julchen: Gleich ne Arthroskopie? Warte mal lieber ab und trainiere die Oberschenkelmuskulatur. Vielleicht hilft das schon.
Kommentar: chefarzt
– 17. November 2009 @ 21:54
@julchen: deine Logik leuchtet mir nicht so ganz ein – “Chemie” nein, aber invasiver Eingriff ja?
Kommentar: Benedicta
(282) – 17. November 2009 @ 22:02
@chefarzt und @benedicta: Ich kenn mich medizinisch noch nicht so ganz gut aus.
Und Athroskopie habe ich auch nicht kennengelernt. Habe ich als Rat bekommen.
Aber nun habe ich ja Ratschläge von Fachleuten und denen folge ich eher danke.
Kommentar: Julchen
(62) – 18. November 2009 @ 11:13
@julchen: ahso. (btw – ich bin kein Mediziner. Nur, dass kein Missverständnis aufkommt
)
Ach, und übrigens: Backpulver ist auch “Chemie”…
Kommentar: Benedicta
(282) – 18. November 2009 @ 13:32
das sind dann sicher genau die Hobbysportler, die mit ihrem luxierten Sprunggelenk in die Notaufnahme humpeln, sich eine Aircast-Schiene holen, aber dann die Schmerzmittel nicht nehmen wollen – schließlich “halten sie nicht viel von Tabletten!” *kopfschüttel*
Kommentar: Ava
(61) – 22. November 2009 @ 15:14
@ava: Die Heilung muss von Aussen erfolgen … denken sich manche.
Kommentar: chefarzt
– 22. November 2009 @ 22:30