Wenn schon ein Arzt einen Blog betreibt, dann will er auch etwas Licht in die finanziellen Gegebenheiten des medizinischen Daseins bringen. Brandneu ist diese Liste für Haus- und Fachärzte. Hier sind einige Highlights der Ausläufer des Gesundheitsfondues.
Der Hausarzt ist scheinbar eine aussterbende Art, ist er doch in seinem Lebensraum, der Einzelpraxis, stark bedroht. Natürliche Feinde sind einerseits die Krankenkassen, andererseits die Kassenärztlichen Vereinigungen. Diese Arztart sammelt sich zunehmend in Gemeinschaftspraxen, teils auch in Rudeln (MVZ – Medizinisches Versorgungszentrum, in Fachkreisen auch genannt: Mehr aus Verzweiflung Zusammen). Was verdient nun ein gemeiner Kassenknecht in Deutschland? Buchen Sie Ihren Hausarzt jetzt hier bei Monsterdoc im Winterschlussverkauf.
Gut bezahlt hingegen ist: eine REANIMATION mit 101,68 Euro (Ich erinnere mich neulich an den Schlüsseldienst …)
Alle Preise verstehen sich brutto.
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gilt eine kurze beratung am telefon dann auch als sprechstunde?
Kommentar: torschtl
(21) – 28. Januar 2009 @ 22:10
Der Erstkontakt muss persönlich sein. Telefon 0 Euro.
Kommentar: chefarzt
– 28. Januar 2009 @ 22:13
Das ist ja kein Gehemnis mehr, wie es mit den sog. “reichen” Ärzten steht.
Trösterli:
Biologen, tätig im Ing.-Büro (z.B. Umweltgutachten, Planungsleistungen, usw.), nach HOAI (Honorarordnung für Architekten und Ingenieure) theoretisch bezahlbar – nee, da gibt es höchstens einen Festpreis, der die wirklichen Aufwendungen nicht deckt. Besonders dabei tun sich öffentliche Auftragegeber hervor ….
Kommentar: merapi
(102) – 29. Januar 2009 @ 00:02
Nachtrag; als Freiberufler hat man es eben schwer – dehalb bin ich im öff. Dienst
Kommentar: merapi
(102) – 29. Januar 2009 @ 00:10
Also MAUI ist besser als HOAI
Da bin ich ja beruhigt
Kommentar: chefarzt
– 29. Januar 2009 @ 00:10
Ob das stimmt, weiß ich im Detail nicht, ich weiß nur, dass man das gerne – ähm – umgeht
Kommentar: merapi
(102) – 29. Januar 2009 @ 00:14
Allein schon das lässt mich erwägen weiter Privat-Patient zu bleiben. Sonst habe ich allein schon wegen der Bezahlung des Arztes ein schlechtes gewissen, wenn ich denn mal hingehen muss.
Kommentar: cptchaos
(2) – 29. Januar 2009 @ 10:33
Und irgendwo hab ich letzthin gelesen, dass ein Deutscher im Durchschnitt 18 mal pro Jahr zu einem Arzt geht. Das ist ziemlich viel Arzt für 120 – 300 Euro im Jahr. Wow.
Kommentar: Pharmama
(92) – 29. Januar 2009 @ 18:28
18 mal im jahr? ich war im schnitt meine letzten 21 lebensjahre vllt 0,7 mal beim Arzt
Kommentar: torschtl
(21) – 29. Januar 2009 @ 21:19
@cptchaos: Trotz allem: keiner sollte ein schlechtes Gewissen haben, wenn er zum Arzt muss. Wat mut, dat mut.
@pharmama: mit 18 Besuchen pro Jahr sind wir Spitze in Europa. Wie ist es in der Schweiz?
@torschtl: Wart mal noch ein paar Jahre …
Kommentar: chefarzt
– 29. Januar 2009 @ 22:07
Ja das mit diesen Pauschalen find ich auch alles andere als gerecht. Da ist es natürlich klar, warum wir Privatpatienten beim Arzt manchmal bevorzugt behandelt werden. Wenn ich bei meinem Hausarzt telefonisch ein Rezept bestelle, kommt ein paar Wochen später eine Rechnung über ungefähr 20€ (mündliche Beratung auch telefonisch).
Deutschland ist Spitzenreiter bei den Arztbesuchen? Ist ja klar. Viele Angestellte haben keine Lust zu Arbeiten, null Bock auf Maloche. Da gehen die lieber mal zum Arzt und ruhen sich da aus. Der schreibt schnell seinen gelben Schein und zack zack, nächster Patient (man muss ja effektiv arbeiten – man wll ja auch Geld verdienen, gell?). Wenn in Deutschland mehr Leute selbstständig wären, ginge es unserer Wirtschaft wesentlich besser, denn es steht fest: Selbstständige sind nicht so oft krank wie Angestellte! Keine Arbeit, kein Geld.
Kleine Anekdote zum Unterschied zwischen Angestellten und freischaffenden Menschen: Nach meiner letzten Zahn OP (Weisheitszähne raus): Der Arzt winkt nach der OP mit einem gelben Zettel in der Luft rum. Ich schaue ihn fragend an… er lacht: “kleiner Scherz für Selbstständige. Ich weiß ja, dass sie morgen sowieso wieder arbeiten gehen!” Er hatte unrecht. Ich bin am gleichen Tag noch mit dicken Backen zum Kunden gefahren…
Grüße, Dennis
Kommentar: Dennis D
(24) – 30. Januar 2009 @ 10:04
Was würden mich denn diese Leistungen als Selbstzahler kosten, sozusagen bar auf den Tisch? Gibt es da eine standardisierte Preisliste oder kann das jeder Arzt selbst festlegen?
Kommentar: Dietmar
(1) – 30. Januar 2009 @ 19:24
@dennis d:
Beratung: Ziffer 1x 2,3 facher Satz ergibt maximal: 10,72 Euro
Der Krankenstand ist nach wie vor sehr niedrig in Deutschland. “Krankmacher” wie früher gibt es kaum noch. Jobangst?
Aber richtig ist, das Selbstständige selbst und ständig arbeiten. Keine Arbeit = Kein Geld. Also nach der Blinddarmoperation direkt wieder in die Praxis zum Arbeiten … hehehe …
@dietmar:
Die Liste heisst GOÄ (Gebührenordnung für Ätzende, äh Ärzte):
http://www.aerztekammer-bw.de/20/goae/index.html
(ab Seite 7 kommen die Preise. Meistens wird hier der Eurobetrag mit 2,3 multipliziert)
z.B. Grippe: Untersuchung und Therapie: Ziff. 1+5 x 2,3 = 21,44 Euro
Kommentar: chefarzt
– 30. Januar 2009 @ 19:50
Andererseits ziehen doch die meisten Ärzte mind. 4 Patienten pro Stunde durch, d.h. sie bekommen dann mind. 4 mal 31,50 Euro bzw. 4 mal 53,03 Euro, also fast 200 Euro pro Stunde!!!!
Klar, sind auch Stunden dabei, wie bei jedem Freiberufler/Selbständigen, in denen nichts verdient wird. Bin auch freiberuflich tätig und bekomme pro Stunde ca. 30 Euro (also auch ohne Organisation etc.). So schlecht ist das doch nicht, oder? Mich stört allmählich die Debatte über das Ärztehonorar, weil es im Gesundheitsbereich sehr viele andere Berufe gibt, die weit weniger trotz hoher Verantwortung und weitreichenden Fachkenntnissen verdienen!!!!!
Dann verdienen Ärzte eben auch normal und nicht ihre 120 000 Euro/Jahr, wie bisher!!!
Kommentar: Hanna
(1) – 24. März 2009 @ 10:26
@hanna: Ärzte, die wenig verdienen, liegen nicht bei 120.000 (Das ist nur der Umsatz), sondern bei 30-40.000 Euro steuerpflichtigem Jahreseinkommen. In den Medien wird dies oft verdreht.
Klar stimmt Deine Stunden-Rechnung, aber nur in den ersten Tagen, es wird ja nur ein einziger Patientenkontakt im Quartal vergütet. Für die restliche Zeit gilt: Bei chronischer Krankheit noch einen 17er Euro drauf ansonsten einen Nuller für die gleiche Arbeit.
Aber trotz allem, da pflichte ich Dir bei, habe ich auch keine Lust mehr auf Gejammer. Arzt ist eben auch ein “normaler” Job geworden, wie viele andere auch. Da bleiben halt die Villa und der Sportwagen aussen vor. Spass machts mir trotzdem …
Kommentar: chefarzt
– 24. März 2009 @ 10:54
Da wäre es doch insgesamt viel besser, man würde alle Praxen verstaatlichen und die Ärzte zu einem soliden Gehalt sagen wir 50 – 80.000 € anstellen, oder? Dann wäre zugleich doch auch die ganze Diskussion um die verschiedenen Kassen etc. obsolet. Die Bezahlung könnte man dann abhängig von Qualifikation, Patientenzufriedenheit und Heilungsquote regeln. Damit ist dem Arzt auch der ganze Organisationsaufwand für die eigene Praxis genommen. Was halten Sie davon?
Kommentar: kassenpatient
(1) – 28. Mai 2009 @ 11:49
@kassenpatient: In diese (staatliche) Richtung gehts ja gerade. Einheitskrankenkasse? Vielleicht.
Allerdings ist dann die Freiberuflichkeit mit ihren Vor- und Nachteilen beendet. Therapiefreiheit ade.
Bezahlung nach Heilungsquoten halte ich für gefährlich.
Was also ist die Schlussfolgerung für mich? Freiberufe erhalten (gilt übrigens auch für andere Berufe), gleichberechtigt zu den MVZs, Bezahlung hoch, Bürokratie runter, alle (hoffentlich) zufrieden.
Kommentar: chefarzt
– 28. Mai 2009 @ 13:51