Der “Roll Out” der elektronischen Gesundheitskarte (von der Freien Ärzteschaft e.V. liebevoll auch Die Krankheitskarte genannt) rollt nicht so richtig an. Immer wieder werden Datenschutzbedenken laut, das Handling ist zu kompliziert. Gibts jetzt die Rettung der medizinischen Datenverarbeitung per USB-Stick?
In der Ärztezeitung wird berichtet, dass die Ärztegenossenschaft Doxs in Kassel auf maxiDoc setzt. Hier werden die sensiblen Patientendaten auf einem USB-Stick, den der Patient bekommt, gespeichert. Bei der ausrollenden elektronischen Gesundheitskarte werden die Daten nicht etwa auf dem Chip, wie oftmals falsch angenommen wird, sondern auf Zentralservern gespeichert.
Die Vorteile liegen auf der Hand. Der Patient behält seine Krankheitsgeschichte bei sich und darf Einsicht haben, kann aber nichts verändern. Der Arzt kann die Daten aktualisieren und speichern. Der Stick ist kombinierbar mit dem bereits entwickelten Arztausweis. In Kürze gibts hier wohl auch ein Sicherheitszertifikat.
Der USB-Stick ist also eigentlich nichts anderes als der gute alte Notizblock, den der Patient dem Arzt in der Sprechstunde vorlegt. Können wir im Grunde doch gleich bei Papier und Bleistift bleiben, oder?
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Dann verliere ich sicher den USB-Stick, so wie ich meinen Impfpass verloren habe
Kommentar: Albert
(17) – 20. April 2009 @ 22:09
Alle Daten an einem Ort und auf einem Blick, hach wie schön das klingt.
Blöd nur, wenn diese gesammelten Daten einmal wegkommen oder vielleicht sogar in die falschen Hände geraten.
Bei der leidlichen Datenstreuung auf Hausärzte, Fachärzte, Kliniken und physiotherapeutische Praxen kann das nicht so schnell passieren. Bedeutet allerdings ein Mehr an Aufwand.
Warum bringt man nicht ein Gesetz hervor, dass den Hausarzt als Datensammelstelle vorsieht, an den alle anderen Kollegen ihre Unterlagen zu überstellen haben? In Kombination mit einer Hausarztpflicht würde das beide Vorteile kombinieren. Allerdings auch den Arbeitsaufwand drastisch erhöhen…
Kommentar: EarlMobile
(109) – 21. April 2009 @ 00:02
Das mit der zentralen Datenspeicherung wird spätestens beim Verfassungsgericht scheitern (hoffe ich).
Was ich mir wünsche, ist der -viel (vor allem von dem Ullalla propagierten)- “mündige Patienent”. Den gibt es in der Mehrzahl nicht. Dazu müsste Jeder, der krank wird, Mediziner sein. Der (mündige) Patient muss in erster Linie Vertrauen zu seinem Arzt haben. Genauso, wie der “mündige Werkstattkunde” (nehmen wir beispielsweise einen Arzt) dem KFZ-Mechaniker vertrauen muss. Oder jeder (mündige) Beschuldigter Mandant eines Anwalts eben diesem vertrauen muss (nehmen wir hier auch mal beispielsweise einen Arzt).
Sicherlich gibt es viele Ärzte, zu denen man geht, um einen “Gelben” zu bekommen, und nicht, wenn man krank ist. Aber das weiß man doch schon, oder?
Sicherlich ist es prima, wenn die _gesammte_ Anamnese (mit Befunden, Behandlung und Medikation) an einem Punkt (dem Hausarzt) zusammenläuft, keine Frage.
Aber es muss doch bitteschön nicht alles zentral und (möglicherweise) gegen den Patientenwillen gespeichert werden. Von dem Missbrauch (WER speichert diese Daten (und wer hat Nutzen davon?)), ganz zu schweigen? Ich mag’s mir gar nicht audenken,,,
Grüße!
Hab’ ich noch was vergessen?… Bestimmt!
Grüße!
Kommentar: Hootch
(29) – 21. April 2009 @ 00:59
der hausarzt als sammelstelle für befunde usw. – war das nicht eine der ursprünglichen ideen? unbedingt notwendig wäre da noch nicht einmal mündigkeit der patienten (weil: siehe oben) sondern einfach nur tun, was gesagt wird: die befunde des facharztes dem hausarzt geben.
allerdings überfordert bereits diese einfache übung die meisten patienten, ebenso wie die schwierige aufgabe, ALLE jemals erhaltenen untersuchungsergebnisse chronologisch in einem ordner aufzubewahren. oder röntgenbilder aufzubewahren und bei der nächsten untersuchung mitzubringen. obwohl das auf befunden und bildern draufsteht. als sehr praktisch hat sich auch eine tabellarische aufstellung von erkrankungen, operationen etc. erwiesen. hat sowas jemand?
impfpass verlieren, toll: aber den reisepass hamma schon noch? und die kreditkarten und die visitkarten und die rabattkarten? und das praktische handtelefon und die siebenundneunzig lippenstifte (die damen), und die einzelnen schrauben (die heimwerker) und die achtunddreissig curryarten (die köchinnen) und so weiter und so fort. irgendwie fällt mir bei dieser aufzählung auf, dass patient höchst merkwürdigerweise dinge, für die unmittelbar bezahlt werden muss oder die unmittelbar mit geld zu tun haben sehr wohl NICHT verliert, aber dinge für die quasi der staat zuständig ist vernachlässigt, weil, machma halt noch ein röntgenbild, kost’ ja nix, und ein paar mal einen halben tag frei gibts extra wegen arztterminen: hausarzt wegen überweisung zum facharzt, facharzt, röntgen, bilder abholen, mit bildern zum facharzt, mit ergebnis zum hausarzt.
spricht man z.b. beim tierarzt mit patientenbesitzern, die impfpässe ihrer köter und miezetiere verlieren die nie, nur die eigenen. merken wir da was?
und wieso haben die leut so gar keinen platz, also für medizinische unterlagen, wo ich für meine zahlreichen operationen, untersuchungen, unfälle etc. incl. diverser laboruntersuchungsergebnisse etc. genau einen ordner und eine mappe für die ganz grossen röntgen-, mr- und ct-bilder benötige, insgesamt mehr als ein halbes jahrhundert meines lebens umfassend? gerade abgewogen, übrigens, in summe 7 kilo, röntgenbilder sind zugegebenermassen ziemlich schwer. wohnen die lustigen menschen alle in einem bananenkarton?
gehen sie mir weg mit der idee des mündigen patienten. nutzen von der speicherung auf welchem medium auch immer hätten die patienten, und wenn nicht so viele von denen so saublöd und präpotent und ignorant wären, dann wär’ die diskussion vermutlich gar nicht da.
Kommentar: kelef
(2) – 21. April 2009 @ 04:05
Von wegen verlieren: Das ist doch praktisch, wenn man dem Arzt (Apotheker, Spital…) seine Daten eben nicht geben will …
Kommentar: Pharmama
(92) – 21. April 2009 @ 17:45
Kein Thema, wenn der Auspuff an der Karre erneut werden muss, aber Praxisgebühr beim Arzt, das ist teilweise (noch) recht schwierig.
Die Tage der Vollkasko-Medizin sind gezählt. Das Zauberwort heisst jetzt “Eigenverantwortung”. Wir müssen künftig Eigenleistung und Eigengeld für unsere Gesundheit aufbringen.
Mittlerweile gibts doch wöchentlich auftretende Datenschutzskandale in renommierten Etablissements. Zu diesem Zeitpunkt eine “hochsensible” Gesundheitskarte einzuführen ist also demnach goldrichtig.
Kommentar: chefarzt
– 21. April 2009 @ 22:58
Ich hätte kein Problem, wenn in bestimmten Fällen bei Verlust der Röntgen/CT/MRT-Folien, -Blätter bzw. -CDs der Patient eine neuerliche Untersuchung zum Teil selbst tragen muss.
Gerade wenn die letzte radiologische Untersuchung nicht lange her ist, eine erneute Untersuchung zu teuer ist bzw. eine zu hohe Strahlenbelastung bedeuten würde und die älteren Aufnahmen für den Zweck ebenso geeignet sind, würde ich eine solche Regelung befürworten.
Wenn der Patient eine adäquate Behandlung erhalten möchte und der Arzt diese im Rahmen des gesetzlich möglichen durchführen soll, hat er eine Mitwirkungspflicht, sonst muss er die Behandlung nicht in Anspruch nehmen. Wenn er dann aus Eigenverschulden alte Unterlagen verschlampt, sollte er auch für die Wiederbeschaffung verantwortlich sein. Das läuft andernorts genauso. Man stelle sich vor, was sonst beim Schlüsseldienst los wäre…
Kommentar: EarlMobile
(109) – 22. April 2009 @ 18:28
Den USB – Stick finde ich sehr gut.
auch im Zeitalter wo durch Fax, E-Mail, Internet alles sehr schnell gehen sollte, habe ich persönlich leider die Erfahrung gemacht, dass wenn man ins Krankenhaus eingeliefert wird, Tage dauern kann bis das Krankenhaus vom Hausarzt, Spezialisten, Röntgenarzt alle erforderlichen daten zusammen hat.
wenn dann noch ein Wochenende dazwischen liegt dauert es noch länger.
Da ist es doch äußerst sinnvoll, wenn der Patient einen Stick hat, dem er seinen Arzt geben kann.
Voraussetzung ist aber auch hier, dass die Ärzte verpflichtet werden die entsprechende lesbare Technik bereit zu halten.
Was nützt es, wenn ein Ortophäde über das MRT eine CD erhält, er aber keinen hochauflösbaren bildschirm hat mit welchem er die CD Bilder auswerten kann.
Kommentar: ein Patient
(1) – 26. April 2009 @ 19:39
@ein patient: Also, ich bin mal gespannt, wie die Karte (oder der Stick) funktionieren wird, denn die Tests momentan laufen alles andere als gut. Die Speicherung der Krankendaten wird derzeit noch gar nicht praktiziert.
Kommentar: chefarzt
– 26. April 2009 @ 19:47