Warum ich Sozialversicherungsmanagement nicht leiden kann
Der 2000. Kommentar ist schon vor einigen Wochen von @comma geleistet worden. Ihrem Wunsch nach soll ich nun folgenden Artikel verfassen: “10 Gründe, warum Mitarbeiter der Sozialversicherungszweige (speziell KV, PV, UV) gegenüber Medizinern immer das Gefühl haben müssen, sich für ihren Job zu rechtfertigen”. Und ja, sie hat recht, es bestehen hier gewisse Aversionen aus medizinisch-ärztlicher Sicht. Warum also kann ich die Mitarbeiter von Krankenkassen, Pflegeversicherungen und Unfallversicherungen nicht leiden?
- Die natürlichen Feinde eines Arztes sind: Krankenkassen, KV und andere Sozialversicherungsangestellte.
- Mitarbeiter sind Befehlsempfänger und Exekutive eines aufgeblasenen geldverschlingenden Apparates.
- Sie wollen grundsätzlich den Patienten wie ein Spiegelei in die Pfanne hauen.
- Für jeden abgelehnten Antrag (für Irgendetwas, was was kostet) bekommt jeder Mitarbeiter ein Lob vom Vorgesetzten und darf sich ein Kreuzchen in seinen Terminkalender machen.
- Sie bohren ihre Nase immer in Sachen, die sie nix angehen, vor allem wenn es um Krankheiten geht.
- Grundsätzlich sind Anträge aller Art nur dafür konzipiert einen Arzt abzuschrecken, diesen auszufüllen. Das freut dann den Versicherungsträger. Denn: kein Antrag – keine Kohle, die für den Patienten aufgebracht werden muss.
- Weil alle Mitarbeiter ständig muffig und schlecht gelaunt sind.
- Sie rufen immer in den ungelegensten Momenten in der Praxis an. Ungünstige Anrufzeiten sind übrigens von 8 Uhr – 20 Uhr, täglich.
- Ich als Arzt mache stets einen guten Job, alle anderen schikanieren die Gesundheit meiner Patienten. Stichwort Kostendämpfung.
- Vorurteile sind grundsätzlich gut, denn so werde ich nicht durch übermässiges Nachdenken abgelenkt.
Und nun fallt über mich her …
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Dieser Beitrag (von insgesamt 473) wurde am Montag, 14. September 2009 um 23:38 Uhr veröffentlicht und unter der Kategorie
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« Warum ich Gesundheitsminister werden sollte – Warum ich Sozialversicherungsmanagement mag »
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Okay… Dann mal los.
These 1: Die natürlichen Feinde eines Arztes sind: Krankenkassen, KV und andere Sozialversicherungsangestellte.
@Chefarzt: KV vielleicht. Aber UV? Schade, dass es immer noch Ärzte gibt, die das so genannte „Rehamanagement“ nicht leiden können. Auch wenn die ewigen Managementausdrücke endlos nerven, ist die Sache an sich sehr gut. Ein Miteinander von Arzt, Patienten und Kostenträger (in unserem Fall noch Arbeitgebern) erleichtert die Rehabilitation in vielen Fällen erheblich. Leider gibt es zu viele „ewig Gestrige“, die das nicht erkennen (wollen).
These 2: Mitarbeiter sind Befehlsempfänger und Exekutive eines aufgeblasenen geldverschlingenden Apparates.
@Chefarzt: Genau, das spiegelt sich vor allem in unserem Morgenappell wieder. Wir werden zuerst alle angeschrien und eingeschüchtert, dann schnuppern wir kurz an einem herumgereichten Arztkittel, um unsere Fährte aufzunehmen. Mit fletschenden Zähnen starten wir anschließend in den neuen Arbeitstag! Geldverschlingend? Stimmt. Erst gestern habe ich eine Therapie mit Stammzellentransplantation und entsprechender Nachsorge bezahlt. Das hat mal eben wieder 72.000 EUR verschlungen.
These 3: Sie wollen grundsätzlich den Patienten wie ein Spiegelei in die Pfanne hauen.
@Chefarzt: Von beiden Seiten goldbraun.
These 4: Für jeden abgelehnten Antrag (für Irgendetwas, was was kostet) bekommt jeder Mitarbeiter ein Lob vom Vorgesetzten und darf sich ein Kreuzchen in seinen Terminkalender machen.
@Chefarzt: Für 5 Kreuzchen bekommen wir dann ein Päckchen Kaffee, für 20 Kreuzchen einen Tag Sonderurlaub und für 100 Kreuzchen dürfen wir mit Ulla im Dienstwagen nach Spanien fahren. Die Kreuzchenkosten sind natürlich vom Budget für Heilbehandlung abzuziehen.
These 5: Sie bohren ihre Nase immer in Sachen, die sie nix angehen, vor allem wenn es um Krankheiten geht.
@Chefarzt: Stimmt. Aber wie soll ich denn sonst herausfinden, ob ein asbestbedingtes Bronchialkarzinom vorliegt oder sich die 40 Jahre Marlborocountry nun rächen? Oder ob der Verletzungsmechanismus wirklich geeignet war, die Rotatorenmanschette außer Gefecht zu setzen oder die Kegeltouren jedes Jahr für degenerative Veränderungen in der Schulter gesorgt haben? Wenn wir alles als arbeitsbedingt anerkennen, steigen uns nämlich ganz fix die Unternehmer aufs Dach – die nebenbei gesagt, die Beiträge zur UV ganz allein bezahlen. Ein Teufelskreis… Der arme Patient landet dann nämlich doch bei der KV und muss sich mit kleinen stacheligen IGEL-Tierchen auseinander setzen, die ihren Lebensraum noch nicht bis ins BG-Land ausgeweitet haben.
These 6: Grundsätzlich sind Anträge aller Art nur dafür konzipiert einen Arzt abzuschrecken, diesen auszufüllen. Das freut dann den Versicherungsträger. Denn: kein Antrag – keine Kohle, die für den Patienten aufgebracht werden muss.
@Chefarzt: Klassische Anträge sind bei der UV eher selten. Wir lassen eher Berichte schreiben und Auskunftsvordrucke ausfüllen. Diese natürlich NUR um den Arzt zu schikanieren. Bürokratie lässt sich leider schwer vermeiden. Für andere/bessere Arten der Kommunikation und des Informationsaustausches bin ich offen! Vieles geht telefonisch, alles leider nicht.
These 7: Weil alle Mitarbeiter ständig muffig und schlecht gelaunt sind.
@Chefarzt: Im Gegensatz zur Ärzteschaft, die immer fröhlich und gut gelaunt ist, gibt es die – keine Frage. Aber Du hast ja noch nicht mit mir gesprochen! (Oder doch? *grübel*)
These 8: Sie rufen immer in den ungelegensten Momenten in der Praxis an. Ungünstige Anrufzeiten sind übrigens von 8 Uhr – 20 Uhr, täglich.
@Chefarzt: Das merke ich… regelmäßig.
These 9: Ich als Arzt mache stets einen guten Job, alle anderen schikanieren die Gesundheit meiner Patienten. Stichwort Kostendämpfung.
@Chefarzt: Amen.
These 10: Vorurteile sind grundsätzlich gut, denn so werde ich nicht durch übermässiges Nachdenken abgelenkt.
@Chefarzt: So isses. Reiner Schutzmechanismus. Bei mir besonders ausgeprägt gegenüber Finanzbeamten.
Aufforderung 1: Und nun fallt über mich her …
@Chefarzt: Single?
Kommentar: comma
(24) – 15. September 2009 @ 13:07