2009 wird ein interessantes Jahr im Gesundheitsunwesen. Trotz Unkenrufe von politischer und ärztlicher Seite will ich mich nicht davon abbringen lassen ein positiv-gefärbtes Bild von einem Hausarzt in 10 Jahren zu zeichnen. Wie lebt er, wie arbeitet er, gibt es ihn überhaupt noch? Lassen Sie sich entführen in eine zukünftige Welt der Gesundheit – 2019, das Jahr in dem wir Kontakt aufnahmen.
Ich erwache, draussen scheint bereits die Sonne, der Wecker summt mir eine nette Melodie ins Ohr. Langsam wanke ich ins Bad um dann anschliessend den Haus-Server hochzufahren. Dauert zwar 5 Minuten, aber ich bin ja ein stromsparender Mensch und schalte ihn nachts grundsätzlich ab, dann bleiben nur noch die Notfallfunktionen erhalten. Beim Zähneputzen läutet bereits der erste Patient. Es ist 8 Uhr morgens, ich bin spät dran. Die Sprechstunde beginnt jetzt. Per Monitor sehe ich die Vitalfunktionen eingeblendet. Blutzucker und Blutwerte sind in Ordnung. Herr Meierdings hat nur eine Frage bezüglich der Steuerung seines Medikamententankes. Dazu später mehr.
In der Hauptschlagader wird seit 2013 routinemässig im minimal-invasiven Verfahren ein D-Chip (Diagnosis) eingesetzt, der kontinuierlich Blutwerte, Blutdruck und Strömungsverläufe auf den Server des Hausarztes streamt. Bei gefährlichen Veränderungen kann dieser dann sofort reagieren. 2019 heisst der Hausarzt also immer noch Hausarzt, weil er nämlich die meiste Zeit zu Hause verbringt. Denn falls Therapien notwendig werden, kann er zunächst einmal den sogenannten T-Chip (Therapy), der ebenfalls in der Hauptschlagader implantiert ist, ansteuern. Bei diesem gibt es verschiedene Ausführungen.
Die Basisversion ist bereits für 1535 Euro erhältlich und beinhaltet Funktionen, wie die Freisetzung von Medikamenten, die sich im sogenannten Aorta-Tank unterhalb der Gefässgabelung befindet. Je nach Zusatzmodulen sind hier die wichtigsten Notfallmedikamente von Adrenalin bis Kortison vorhanden. Bei Upgrades können hier je nach Erkrankung Blutdruckmedikamente oder Insulin eingesetzt werden.
Bei Herzpatienten befindet sich zusätzlich ein Defibrillator ausserhalb des Perikards (Herzbeutel), der automatisch bei Herzrhythmusstörungen eingreift.
Das sogenannte Basis-Diagnose-Gerät gehört in jeden guten Haushalt und bietet für 5699 Euro alles, was eine anständige Diagnose braucht. Die Kosten der ausführlichen Schulungen dafür übernimmt die (eine) Krankenkasse.
Es gibt noch eine Reihe von Diagnosis und Therapy-Optionen, die allerdings den Rahmen dieses Artikels sprengen würden.
Der Gang in die Apotheke ist nur noch notwendig um die Tanks zu befüllen. Dieses Verfahren wird von einem sogenannten T-Arzt dort durchgeführt. Krankmeldungen gehen automatisch per Mail an Arbeitgeber und Krankenkasse. Nur noch selten wird ein persönlicher Arztkontakt notwendig sein, beispielsweise bei Störungen im System oder unklaren Krankheitsbildern. Operationen und schwierige diagnostische Eingriffe wie Endoskopien werden selbstverständlich weiterhin in Medizinischen Versorgungszentren durchgeführt.
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Also langsam habe ich wirklich das Gefühl du experimentierst mit Drogen
Oder einfach nur reif für die Insel? Lange keinen Urlaub mehr gehabt???
Vielleicht sollte ich mal öfter zu meinem Hausarzt gehen (wobei ich den als Ärztin eher seltener brauche), damit er mehr Geld in die Tasche bekommt. Oder über Trinkgeld für zügige und gute Behandlung nachdenken
Kommentar: Maia
(71) – 29. Januar 2009 @ 18:39
Stimmt, lange keinen Urlaub mehr gehabt. Meine einzige Droge ist eine Tasse Kaffee pro Tag.
Aber hat man nicht auch früher darüber gelacht, dass der Mensch einmal fliegen kann?
Kommentar: chefarzt
– 29. Januar 2009 @ 18:43
@Chefarzt
das stimmt schon, aber bis dahin sind auch viele abgestürzt. Und einige telemedizinische Überwachungsmethoden gibt es ja bereits.
Trotzdem möchte ich mir dieses Szenario besser nicht vorstellen
Also mach besser mal Urlaub
Kommentar: Maia
(71) – 29. Januar 2009 @ 19:09
@maia: Okay, mach ich demnächst
Kommentar: chefarzt
– 29. Januar 2009 @ 22:09
hm, ich hätte es lieber à la enterprise – invasives bitte nur bei den echt kranken/beeinträchtigten (visor für blinde oder so), für normale untersuchungen reicht doch ein schicker scanner, ich glaube der erkennt auch die blutwerte etc. (jedenfalls kann man damit dann sowas wie den einsatz des t-zellen stimulators anordnen)
bei denen scheinen auch alle schlank und fit zu sein… kann mich nicht erinnern dass da mal herzprobleme vorkamen… höchstens menschen die einfach nicht altern obwohl sie sollten, bzw. umgekehrt ;o)
Kommentar: shangri la
(4) – 30. Januar 2009 @ 07:13
Genial!
Magst Du Deinen Vorschlag beim Gesundheitsministerium einreichen?
Aber sag mir im Falle einer positiven Antwort früh genug Bescheid, damit ich mich noch rechtzeitig in die Karibik oder sonstwohin absetzen kann!
Kommentar: medizynicus
(119) – 30. Januar 2009 @ 09:31
Ich weiß schon, warum ich in die Forschung gegangen bin…
Das macht echt keinen Spaß…
Man muß ja fast Mitleid mit denen haben. Aber nur fast
Kommentar: Maia
(71) – 30. Januar 2009 @ 10:02
Und nun zu etwas völlig anderem:
herzlich willkommen in meinem Feedreader!
Kommentar: Prinzzess
(18) – 30. Januar 2009 @ 12:53
Mich bringt das zum gruseln.
Kommentar: merapi
(102) – 30. Januar 2009 @ 19:25
@shangri la:
Altern werden wir wohl auch in Zukunft. Ausnahme: Popstars, die sich beizeiten einfrieren lassen.
@medizynicus:
Wir sehen uns 2019 in der Karibik, ganz sicher!
@maia:
Gibts eigentlich schon einen Prototypen des Medikamenten-Tanks?
@prinzzess:
ich strenge mich weiter an, um auch im Reader zu bleiben
@merapi:
Das ist ja erst in 10 Jahren …
Kommentar: chefarzt
– 30. Januar 2009 @ 19:56
@shangila
vielleicht haben die Vulkanier oder Klingonen ja auch längst so ein System implementiert. Von Hausärzten habe ich bei denen jedenfalls noch nie gehört…
Kommentar: medizynicus
(119) – 31. Januar 2009 @ 01:05
naja DAS wäre/ist (weiß es selbst nicht sicher) ja dort kein wunder – (haus-)ärzte braucht ja auch schließlich kein richtiger (=gesund+stark) mann! wer nicht mitkommt ist dann halt hinüber.
so eine “natürliche auslese” würde natürlich auch in unserem teil der erde mit gesundheitsfonds, krankenkassen und fachärzten eine menge probleme lösen ;o)
es lebe die brave new world!
Kommentar: shangri la
(4) – 31. Januar 2009 @ 07:18
@Chefarzt
Also einen Medikamententank stelle ich mir schwierig vor. Die meisten Medikamente stehen ja im allgemeinen nicht auf höhere Temperaturen (37°C aufwärts) über einen längeren Zeitraum. Das und die generelle Haltbarkeit könnten ein Problem sein. Derartige Entwicklungen sind mir aber auch nicht bekannt.
Allerdings gibt es ja heute auch schon Medis, die gezielt an einem Ort wirken. Pharmama hat das schon vorgestellt
Das ist allerdings eine Entwicklung, die ich mir durchaus vorstellen kann, aber nicht unbedingt möchte. Also durchaus möglich, dass ich dich und medizynicus 2019 in der Karibik treffen werde, falls die bis dahin nicht abgesoffen ist
Kommentar: Maia
(71) – 31. Januar 2009 @ 10:39