Lange angekündigt (siehe: Ärzte bewerten), vor kurzem ging das Projekt an den Start: Das Arztbewertungsportal der AOK. Zeitnah wurden bereits die ersten scheinbaren Sicherheitslücken entdeckt. Die Ärztezeitung berichtete am 30.06.10 darüber, dass Redakteure des Berliner KV-Blattes fiktive Einträge ins Portal mittels Versicherungsnummern von bereits verstorbenen AOK-Mitgliedern oder Dummy-Versicherungskarten beisteuern konnten.
Selbstverständlich wurden diese Daten nicht in das neue Portal aufgenommen, beteuerte der AOK-Bundesverband. Aber Nachbesserungen würden noch nötig sein.
Ist ja auch legitim, denn das Projekt befindet sich noch in der Pilotphase. Im Herbst 2010 werden dann die Ergebnisse bekanntgegeben. Mitmachen können bislang AOK-Versicherte aus Berlin, Hamburg und Thüringen.
Daran müssen sich künftig auch alle Weißkittel gewöhnen. Nicht nur die schlecht sitzende Krawatte könnte bald im Web bemängelt werden …
Was haltet Ihr eigentlich von Ärzte-Bewertungen im Internet?
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Ärzte bewerten? Niedergelassene ok, das geht. Krankenhausärzte nicht. Wie sagte mein Englisch-Lehrer früher immer: “Sie tun ja nichts, was soll ich da bewerten!?”
Kommentar: tofu
(14) – 18. Juli 2010 @ 23:07
Grundsätzlich eine gute Sache, solange die Bewertungen ein wenig moderiert werden und die offensichtlichen, naja, nennen wir es mal “Rachebewertungen” ausgefiltert werden.
Ein Arzt der sich wirklich um seine Patienten bemüht bekommt so auch mal außerhalb der eigenen Praxis ein wenig positives Feedback (und vielleicht auch Dinge aufgezeigt die er noch verbessern könnte) und der Arzt dem die Patienten am Heck vorbeigehen wird sich um negative Berwertungen auf nem Kassenportal auch nicht mehr scheren.
Kommentar: Denis
(13) – 18. Juli 2010 @ 23:53
Theoretisch toll, praktisch nicht.
Wenn jeder Patient objektiv und “ehrlich” schreiben würde, wäre das klasse. Aber das wird mit Sicherheit nicht passieren – man merkt sich eher negative Dinge als positive, schwere Krankheiten werden anders gewertet als nur eine Kleinigkeit, der Arzt wird emotional nach Sympathie und zufälliger Tagesstimmung bewertet, vermutlich werden sich mehr Frauen als Männern beteiligen, eher Leute mit höherer Intelligenz und höherer sozialer Verbindung etc etc….
Rein wissenschaftlich sind da so viele Störvariablen drin, dass es statistischer Blödsinn ist, mehr nicht.
Kommentar: Chaoskatze
(36) – 19. Juli 2010 @ 09:28
@chaoskatze: naja, alle Patienten mal eben pauschal als Lügner hinzustellen ist aber ein bisschen überzogen, findest du nicht?
Außerdem widersprichst du dir selbst – wenn, wie du schreibst, eher Leute mit höherer Bildung etc. daran teilnehmen, kann man m.E. eher mit einer höheren Objektivität rechnen.
Klar muss man solche Portale immer mit etwas Vorsicht betrachten, eine gewisse Tendenz kann man aber schon erkennen. Wenn man diese Vorsicht bei der Bewertung walten lässt, kann es eine gute Sache sein.
(Und auch “Rachebewertungen” haben eine gewisse Relevanz – schließlich: mit IRGENDWAS muss man sich ja auch ne Racheaktion verdienen…)
Kommentar: Benedicta
(282) – 19. Juli 2010 @ 10:35
@tofu: Krankenhausärzte tun ja nix … sehr gut, das muss ich mal dem Medizynicus sagen …
Kommentar: chefarzt
– 19. Juli 2010 @ 13:07
Sehe darin auch nicht unbedingt einen Sinn, Tagesform und persönliches Empfinden beeinflusst meine Entscheidung schon auch.
Die Ärzte, die hier in meiner Region hoch gelobt wurden, sind heute gnadenlos ausgelastet. Zeit für den Patienten gleich null
und die Qualität leidet ebenfalls darunter. Ich halte es wie hier am See üblich
nett gschumpfä ist globt gnuag
Kommentar: Hans
(460) – 19. Juli 2010 @ 13:42
@chaoskatze: sehe ich auch so, es ist statistischer Blödsinn der ausgewertet werden muss, somit wieder mal Geld kostet (welches ohnehin ja angeblich nicht da ist) und am Ende des Tages müssen es wir die Patienten oder ihr die Ärzte finanzieren. Humbug und somit abgelehnt !
Kommentar: Lebensumbau
(3) – 19. Juli 2010 @ 15:53
Finde ich schwachsinnig.
Könnte das auch gar nicht ertragen, wenn da jmd “hochqualifiziertes” was gemeines über den Arzt meines Vertrauens schreiben würde
Kommentar: Skalpellbitte
(2) – 19. Juli 2010 @ 17:23
objektiv wärs ne schöne Sache, aber wer ist schon objektiv? Der Arzt, den meine Freundin gut findet, kann bei mir auch total schlecht sein, weil er/sie einfach nicht mein Typ ist (wenn ich mit dem Arzt nicht klar komm, kann der fachlich so gut sein wie er will, ich geh nicht hin).
Aber grade in fremden Städten hat man eine riesen Auswahl an Ärzten aber keine Ahnung wer gut bzw. schlecht(er) ist (fachlich gesehn), da fänd ich teilweise ne kleine Entscheidungshilfe nicht schlecht.
Kommentar: DelfinStern
(613) – 19. Juli 2010 @ 17:45
Die fachliche Kompetenz lässt sich daraus überhaupt nicht schliessen – subjektive Sympathien und Antipathien sind wenig aussagekräftig!
Wünschenswert wäre da eine objektive Einrichtung die eine Praxis/Arzt oder eine Klinik nach fachlicher Kompetenz/Hygiene/Service etc. bewertet …vielleicht so wie bei der Sternevergabe für Gourmetrestaurants ….
Kommentar: UTMonica
(350) – 19. Juli 2010 @ 19:59
@hans: Stimmt, das höchste Lob eines Schwaben ist “Nicht schlecht!”
Oftmals bewerten eher Personen, die negative Erfahrungen gemacht haben. Wenn der Arzt gut ist, wird das als selbstverständlich betrachtet und es wird nix bewertet.
Mund zu Mund Propaganda ist weiterhin immer noch die beste Werbung, und da werden auch Bewertungsportale wenig dran ändern. Schau mer mal …
Kommentar: chefarzt
– 19. Juli 2010 @ 20:49
@chefarzt: das wird medizynicus doch wissen, schließlich ist er doch einer…
Kommentar: tofu
(14) – 20. Juli 2010 @ 18:58
@tofu: Wirklich?
Kommentar: chefarzt
– 20. Juli 2010 @ 19:38