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Arzt des Jahres 2010

Unlängst ist die Arzthelferin des Jahres 2010 in München gekürt worden (die Ärztezeitung berichtete). Da drängt sich mir doch die Frage auf, warum es keinen Arzt des Jahres gibt? Oder Krankenkasse, oder Krankenschwester usw. Zwar gibt es immer wieder “Ärzteranglisten” in einschlägigen Magazinen, doch wird diese Lücke damit nicht geschlossen. Eigenschaften wie “Zuverlässigkeit”, “Teamfähigkeit” und “effizienter Arbeitsstil” will bei Ärzten anscheinend niemand sehen. Bereits letztes Jahr versuchte ich über ein Ärzte-Casting Kollegen zu einem gesunden Wettstreit auf medizinischer Ebene zu mobilisieren. Doch ohne Erfolg. Juroren meldeten sich zwar, aber keine Probanden …

Welche Eigenschaften sollte also ein Arzt des Jahres mitbringen?

  • Kompetenz durch Wissen (bei Notärzten durch Blaulicht)
  • Ausstrahlung und Einfühlsamkeit
  • Teamfähigkeit (vor allem bei Psychotherapeuten in einer Einzelpraxis)
  • Wissenschaftliche Arbeiten (Doktortitel in der EU gekauft?)
  • Anzahl der angebotenen IGELeistungen stehen negativ proportional zur medizinischen Leistungsfähigkeit?
  • Er sollte täglich mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren?

Spaß beiseite. Was fordert ihr von einem Arzt des Jahres? Und, sollte man überhaupt einen wählen?

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Dieser Beitrag (von insgesamt 911) wurde am Mittwoch, 10. November 2010 um 00:01 Uhr veröffentlicht und unter der Kategorie Aktionen abgelegt. Du kannst alle Artikel bei Monsterdoc durch den RSS-Feed verfolgen. Alle Kommentare gibts beim Kommentar-RSS-Feed.

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9 Kommentare

  1. Das erinnert mich daran, dass Schwesterf und ich neulich bei Twitter ein Battle :lol: hatten, wer von uns den besseren Hausarzt hat.
    Wir haben uns auf ein Unentschieden geeinigt (aber in Wirklichkeit ist meiner viel cooler als ihrer! :P )

    Kommentar: HermioneNo Gravatar (760) – 10. November 2010 @ 00:12

  2. @hermione: Und warum? Gründe?

    Kommentar: chefarztNo Gravatar – 10. November 2010 @ 00:26

  3. Oh, da gibts so viele Gründe, die kann ich gar nicht alle aufzählen!

    Am wichtigsten ist aber, dass ich mich einfach ernstgenommen fühle. Ist ja leider auch nicht selbstverständlich…

    Dann kommt, mal ganz abgesehen vom ganzen fachlichen Bla, hinzu, dass einfach die Chemie stimmt. Liegt vielleicht daran, dass wir uns quasi mein ganzes Leben lang kennen und sein Sohn einer meiner besten Freunde ist.
    Naja, und von den Menschen aus meinem Reallife (ja, sowas hab ich!) ist er einer der begeistertsten Fans meines beruflichen Richtungswechsels. :lol:

    Da stimmt halt einfach das komplette Paket. :)

    Kommentar: HermioneNo Gravatar (760) – 10. November 2010 @ 00:36

  4. hattest du nicht schon mal so was in die Richtung? Irgendwas mit “was wäre der Traum-Hausarzt” oder so?
    Arzt des Jahres:
    – natürlich jede Menge Fachwissen, aber auch das Wissen/Fähigkeit, wenn er etwas nicht weiß, dass er dann an andere Ärzte verweist, die es besser wissen — Sympatisch (kann man schlecht objektiv messen) — angemessene Terminvergabe — schöne Räume (jaja auch sehr subjektiv), die hergerichtet sind (also keine kaptten Lampen, verschmierte Tapeten…..) — ehrlichkeit — Teamfähig sollte er auch sein, es gibt ja schließlich meistens noch mehr Mitarbeiter

    Kommentar: DelfinSternNo Gravatar (648) – 10. November 2010 @ 08:07

  5. Deutschland sucht den Super-Hausarzt…Mit Dieter Bohlen als Jury…Stelle ich mir ganz toll vor…Sollte man dann für jede Berufsgruppe einzeln machen…Wäre ein spannendes TV Format…Ich hätte persönlich gerne den ‘Super-Neurochirurgen’…

    Aber ganz im Ernst: wie will man das objektiv mit einem Kriterienkatalog beurteilen…

    Ich könnte mind. 10 Punkte nennen warum ich meinen Hausarzt mag und alle mir bisher bekannten Neurochirurgen eher nicht, aber die haben ja auch ganz andere Arbeits- und Rahmenbedingungen…(Wie will man das miteinander vergleichen?)

    Hausärzte sind ja eher von ihrem Ansatz her die Schaltstelle: Also sollten sie die Krankengeschichte ingesamt überblicken können und rechtzeitig überweisen (aber auch eben nicht zu viel…) Dafür brauchen sie vor allem eine gute Menschenkenntnis und Einfühlungsvermögen u. sie müssen ihren Patienten eben auch als Person (Mensch) kennen…,..Gibt ja echt viele einsame Leute, die gerne wegen einem Schnupfen ihren Hausarzt mal besuchen…und die brauchen dann eben nur ein bißchen Aufmerksamkeit (was aber nervig für den Arzt ist, bei der guten Entlohnung für ‘Zeit’)

    Was mir in letzter Zeit wichtig war bzw. als allgemeines Brainstorming zu Hausärzten:

    -Hört zu, nimmt sich die Zeit, auch wenn er evtl. gerade keine hat…

    -
    -nimmt dich ernst…Auch in deinem gesammelten medizinischen Pseudo-Wissen.oder aber deinen ständigen emotionalen Schwankungen…(Nicht alle Patienten können unbedingt einschätzen, wann es akut ist oder nicht…)

    (In meinem Fahl: -versteht meinen Humor und meine Ironie und verfällt nicht in Dauermitleid )

    -Wenn es schnell gehen muss bei einer Sache ruft er/sie in der Klinik bzw. beim Facharzt an…

    -Kennt unterschiedliche Fachärzte/Klinika und hat eine Meinung zu deren fachlichen Qualifikation u. Arbeitsweise. (Kann evtl. sogar einschätzen mit wem der Patient, der vor ihm sitzt, evtl. menschlich gar nicht kann…)

    -Offene Sprechstunden (am besten auch mal nachmittags) (zusätzlich zu ausgemachten Terminen…Beim Fädenziehen nach ner OP will man nicht 5 std. warten)

    -Datenschutz (in der Praxis, in der ich bin , verbesserungsfähig, da die Sprechstundenhilfen gerne die Krankengeschichten am Telefon erörtern)
    bzw. man könnte auch gemeiner sein und sagen:
    Sprechstundenhilfen sollten keine übermäßigen Lästermäule oder Tratschtanten sein und ein bißchen Niveau haben…(ggf. Niveau durch Fortbildungen erzwingen)

    -Trotzdem Teamfähigkeit… Nett zu seinen Sprechstundenhilfen sein (Arbeitsklima) und Konflikte nicht vor den Patienten austragen

    -schließt nicht ständig seine Praxis (Budgetkosten) oder sorgt für eine angemessene Vertretung

    -ist ehrlich: z.B. bei teuren Medis/Krankengymnastik: schlägt dir -wenn er etwas für med. sinnvoll hält , aber budget-technisch nicht verschreiben kann,- vor, zu einem anderen Fachkollegen zu gehen…(Rotationsprinzip zwischen sagen wir Orthopäde, Neurologe, Hausarzt etc.)

    -bildet sich weiter…Wenn ein Patient eine Krankheitsbild hat, mit dem er nicht vertraut ist, dann liest er sich eben in die Materie ein und guckt nach was es in dem Bereich so an medizinischer Kompetenz gibt.

    -denkt nicht rein fiskalisch…und behandelt dich auch nach dem dritten Arztebsuch im Quartal wie ein Mensch

    -macht wirklich noch ‘Hausbesuche’

    Ob der Arzt mit dem Fahrrad fährt bzw. meine politischen Überzeugungen von sozialer Gerechtigkeit und über einen nachhaltigen Umgang mit der Umwelt teilt, ist mir ehrlich gesagt egal.–solange der Arzt in diesem Sinne bei seinen Patienten handelt…

    Kommentar: blogwesenNo Gravatar (83) – 10. November 2010 @ 23:31

  6. Hallo,

    wollte kurz was da lassen. Finde den Blog richtig gut und bereichernd. Gerne gelesen. Hinke aber mit dem Nachlesen hinterher.

    http://doctoreblog.blogspot.com/2010/11/award.html

    Doc Blog

    Kommentar: Doc BlogNo Gravatar (7) – 11. November 2010 @ 16:13

  7. Piep^^
    http://dailymedical.wordpress.com/2010/11/10/award/

    Kommentar: MomokoNo Gravatar (3) – 11. November 2010 @ 16:25

  8. @blogwesen: Danke für die ausführliche Erörterung. Ja, so sollte wohl ein Hausarzt sein.

    @doc blog, momoko: Oh danke für den Award

    @delfinstern: Hausarztthemen hatte ich natürlich schon mal, da kann sich auch was wiederholen. Oft lese ich meine eigenen Artikel von letztem Jahr und sie sind völlig neu für mich … erschreckend

    @hermione: Ein Hausarzt im Reallife, unglaublich …

    Kommentar: chefarztNo Gravatar – 11. November 2010 @ 16:29

  9. Arzt des Jahres?
    Kann man das überhaupt pauschal sagen?
    Sollte man da nicht vielleicht noch Unterkategorien einbauen?

    Notarzt des Jahres
    Hausarzt des Jahres
    Facharzt des Jahres

    oder doch eher Richtung

    Arzt, der das meiste Vertrauen bekommt, des Jahres
    Arzt mit der größten fachlichen Kompetenz
    Arzt mit der größten sozialen Kompetenz?

    Ach was … ich schalge einfach meinen Hausarzt vor ;)
    Habe lange genug gebraucht ihn zu finden … viele Versuche musste ich als “passiert” abhaken … aber jetzt kenn ich ja ne gute Mischung Arzt …

    Kommentar: resuscianneNo Gravatar (2) – 16. November 2010 @ 21:39

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