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Buchbesprechung – Das Loch in meinem Herzen

“Ein Lob auf die moderne Medizin” hört sich im ersten Moment nach einem zynisch gemeinten Untertitel an. Hören wir momentan doch von allen medizinischen Seiten Kritik, Tadel und Abgesänge auf den baldigen Niedergang unseres Gesundheitssystems. Mehr Geld fehlt hier, an medizinischer Versorgung mangelt es dort … Geradezu erfrischend und aufbauend ist es allerdings, dass Joachim Mohr diesen Satz aus vollem Herzen schreiben kann. Als Patient berichtet er über seine schwere Herzerkrankung, nämlich dem Loch in seinem Herzen und welche Strategien er im Laufe der Jahrzehnte entwickelt hat um trotz allem und gerade deswegen ein überraschend positives und glückliches Leben führen zu können …

das Loch in meinem Herzen - Joachim Mohr
Joachim Mohr kam mit einem Vorhofseptum-Defekt auf die Welt, der erst im Erwachsenenalter operiert wurde. Über Jahrzehnte hinweg plagen ihn vor allem schwerwiegende Herzrhythmusstörungen, die ihn immer wieder zu Klinikaufenthalten zwingen. Deswegen musste er sich auch diversen weiteren Operationen unterziehen.

Mohr sieht seine Krankheit nicht als Strafe oder Ungerechtigkeit. Er ergründet nicht, warum gerade er so schwer krank ist. Er kann akzeptieren, sich arrangieren, aber wie … Herzrhythmusstörungen greifen immer wieder unverhofft bestimmend in Mohrs Leben ein. Er setzt sich damit auseinander, überlässt der Krankheit aber niemals die Kontrolle über sein Leben. “Nehmen Sie Ihre Krankheit an und den Kampf dagegen auf – so früh wie möglich! Viel Erfolg”

Joachim Mohr beschreibt seine zahlreichen Erfahrungen mit Ärzten, Pflegepersonal und den kleinen Helfern, den Medikamenten. Dabei betont er immer wieder, dass er sein Leben dem medizinischen Fortschritt verdankt. Wäre er nur einige Jahrzehnte früher geboren wurden, hätte er sein “stattliches” Alter von 47 Jahren wohl nicht erreicht.

Auch als “Kassenpatient” wird man im Notfall hierzulande optimal behandelt, das kann der sympathische Buchautor aufgrund zahlreicher Erfahrungen bestätigen. Ist man jedoch kein Notfall, kann es schon einmal länger dauern … Insgesamt gesehen fühlte er sich stets medizinisch gut betreut.

“Auch ein Leben mit einer schweren Herzkrankheit kann trotz aller Last lebenswert sein – verdammt lebenswert”. Doch auch Depressionen und Rückschläge verschweigt Mohr nicht. Desweiteren setzt er sich mit dem Tod auseinander, gibt stets humorvolle “Überlebenstipps” und macht einfach Mut, denn schließlich “sind wir doch alle Helden!” Einfach witzig sind “Mohrs Nimm-mit-Liste fürs Krankenhaus” und “T-Shirts für Krankheiten” …

“Das Loch in meinem Herzen” ist ein Buch, das aufbaut. Es gibt tiefe Einblicke in die Gesundheit und Psyche eines herzkranken Menschen. Lesenswert ist es sowohl für Patienten, als auch für Angehörige medizinischer Berufe.

Erschienen beim Droemer Verlag
in München (Verlagsgruppe Droemer Knaur).
224 Seiten – 16,95 Euro.
(ISBN 978-3-426-27515-3)

13. April 2010 (Kategorie Bücher-Produkte-Check)

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3 Comments

  1. Ich habe auch als Kassenpatient keine Probleme. Ich glaube sogar Vorteile: Keine blödsinnigen Untersuchungen und Schwachsinnstherapien und nie unnötig lange im Krankenhaus konserviert.

    Comment: Kranker PflegerNo Gravatar (183) – 13. April 2010 @ 21:23

  2. Ich habe seine Geschichte schon ein bisschen auf Spiegel Online verfolgt, und ich muss sagen, Respekt vor seinem Willen.
    Das Buch kommt auf meine Liste…

    Comment: alltagimrettungNo Gravatar (95) – 13. April 2010 @ 22:32

  3. Die Geschichte hört sich vielversprechend an :-)
    Du hast sie so rübergebracht, dass ich mir das Buch erwerben will :-)
    Lg Dein Krokofant :D

    Comment: KrokofantileinNo Gravatar (67) – 14. April 2010 @ 21:08

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