Eigentlich keine besondere Meldung. Mal wieder fallen sensible Dinge in die falschen Hände. Nur handelt es sich diesmal nicht um Telefonnummern, Kreditkarten sondern um medizinische Daten. (Das Ärzteblatt berichtet). Es könnten 1,5 Millionen Versicherte der BKK Gesundheit betroffen sein. Ungelernte Hilfskräfte eines angeheuerten Subunternehmens konnten anscheinend diese Daten von privaten Rechnern abrufen. Von Erpressung ist die Rede …
Verständlicherweise sind Datenschützer mal wieder auf der Palme. Waren wir doch alle schon in Vorfreude auf die elektronische Gesundheitskarte … Eigentlich brauchen wir diese doch gar nicht. Krankheitsdaten können auch auf diese Weise locker beschafft werden …
Wobei ja mittlerweile selbst der Chaos Computer Club an der Datensicherheit der eGK kaum etwas auszusetzen hat. “Das eigentliche Risiko liege derzeit in den Insellösungen, die in manchen Arztnetzen aufgebaut würden, bei denen “der Datenschutz oft gar keine Rolle spielt”” (siehe: DietmarKrause).
Steht hier also das Thema Menschliches Versagen statt Technisches Versagen im Vordergrund? Vermutlich. Macht das einen Unterschied? Für die Betroffenen Nein.
Sollte also Ihr verfeindeter Nachbar Ihnen urplötzlich wieder freundlich gesinnt sein, könnte es daran liegen, dass er aus sicherer Quelle erfahren hat, dass Sie impotent sind …
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Ich gehe ja sehr offen mit meinem Zipperlein um, aber wenn, dann will ICH mich offenbaren. Und nicht offenbart werden.
Kommentar: Kranker Pfleger
(183) – 11. Februar 2010 @ 21:35
Wäre ich ein Versicherungsunternehmen, gar nichtmal ein Krankenversicherer, sondern insbesondere Lebensversicherer würde ich diese sensiblen Daten sofort kaufen..!
Um sich mit meiner Datei abzugleichen, aber auch für die zukünftige Geheimlisten..!
Auf dieser Listen wären z.B. Aidskranke, denen ich bei Beantragung einer Lebensversicherung natürlich den Antrag abweisen würde…
Kommentar: Rita
(1) – 11. Februar 2010 @ 22:09
Den Zusammenhang zwischen der Freundlichkeit meines Nachbarn und meiner eigenen Potenz versteh ich nicht so recht.
Außerdem: in vielen Mietshäusern wissen die Nachbarn meist recht gut Bescheid über die Potenz der Nachbarn, auch ohne moderne Medien. …
Kommentar: drgeldgier
(82) – 11. Februar 2010 @ 22:59
Also eigendlich weiß doch eh Jeder alles über Jeden: dass Dr. Lampe chronischer Asthmatiker ist, unter Mollusca contagiosa und Trichotillomanie bei vorgeschobener Alopecia androgenetica leidet und leider Infektionsträger der Condylomata acuminata/ Bowenoide Papulose ist….
Kommentar: UTMonica
(350) – 11. Februar 2010 @ 23:05
@kranker pfleger: Genau, Selbstbestimmung …
@rita: Das Interesse an diesen Daten ist riesengroß, klar.
@drgeldgier: In dem Fall hast Du ein gutes Verhältnis zu Deinen Nachbarn …
@utmonica: jetzt wirds aber dermatologisch brisant, mir wird schlecht …
Na ja, ein bisschen Privatsphäre sollte jeder schon noch haben, oder? Über Ladalbert Lampe gibt es allerdings noch Geheimnisse …
Kommentar: chefarzt
– 11. Februar 2010 @ 23:14
ENDLICH schreibts mal einer deutlich!
Das Problem war schon immer menschliches Versagen. Egal wie gut die Technik ist – die Genialität des Menschen besteht darin, dass es immer einen Trottel gibt der auch das beste System noch lahmlegen kann.
Völlig idiotensichere Systeme gibt es einfach nicht.
(Alle Datenskandale, die ich in den letzten Jahren mitbekommen habe, fielen unter die Kategorie “Depp am Werk” – sei es, dass das Administratorpasswort beim Einwohnermeldeamt noch auf “Admin” gestellt war, die Server nicht verschlüsselt waren oderoderoder.)
Genau das ist auch das Problem bei der Vorratsdatenspeicherung. Irgendwer wird es missbrauchen – die Frage ist nicht “ob”, sondern “wann”.
Kommentar: Benedicta
(282) – 11. Februar 2010 @ 23:53
Einen Verein, der Seiten hackt “because they sucked this year” (bahn.de) oder aufgrund “vermutliches A … verhalten” (studivz.net) oder politischen Hintergründen (NPD, CSU, SPD) aktiv wird, würde ich in Bezug auf Datenschutz nur sehr argwöhnung beobachten.
Quelle: http://events.ccc.de/congress/2009/wiki/Hacked/Targets
Mal davon abgesehen, dass diese “Helden” mal eben zigtausend Kundendaten von Thor Steinar veröffentlicht haben…
Vgl.: http://events.ccc.de/congress/2009/wiki/Hacked/thorsteinar.de_deleted
Ja, das ist die Beste Referenz zum Thema Datenschutz.
Kommentar: INTensivling
(15) – 12. Februar 2010 @ 09:05
Ja sicher ist das ärgerlich und natürlich gehören diese höchstprivaten Daten besser geschützt. Aber was will man von großen Konzernen, die Massen an Versichertendaten horten, auch erwarten? Besseren Datenschutz, Investionen in die Sicherheit von Datenbanken und Computern? Nein das sicher nicht. Wozu denn auch, wenn ein Datenskandal solch ungeheuren Ausmaßes keinerlei Kosten (abgesehen von der kurzfristigen Rufschädigung, die nach einigen Wochen schon wieder vergessen ist) wiedereinmal voraussichtlich keinerlei Konsequenzen nach sich ziehen wird.
Kommentar: Datenschutz-Datensicherheit
(3) – 12. Februar 2010 @ 17:46
( Das ARD Magazin Kontraste berichtete )
Der innenpolitische Sprecher der Unions-Fraktion, Hans-Peter Uhl fordert nicht umsonst einen besseren Schutz der Krankendaten….
der fahrlässiger Umgang mit Daten sei heute für die Kassen ohne jedes Risiko, weil ihnen kein Bußgeld drohe.
soviel zum Thema Datenschutz
Kommentar: Hans
(460) – 12. Februar 2010 @ 19:17
Intensivling dir ist schon klar das Aktionen von CCC Congress Teilnehmern nicht unbedingt die Ansichten des CCC wider spiegeln müssen?
drgeldgier: Deine Nachbarn können damit vielleicht nichts anfangen aber schon doof wenn auf ein mal alle Bewerbungen abgelehnt werden…
Kommentar: blub
(4) – 12. Februar 2010 @ 20:02
@benedicta: Menschliches Versagen ist das neue Schlagwort …
@intensivling: Kenne mich in dem Bereich zu wenig aus. Aber @blub antwortet schon …
@hans, @datenschutz: Welches sind die Konsequenzen? Das ist die gute Frage!
Kommentar: chefarzt
– 12. Februar 2010 @ 23:44
CCC bietet dafür die Plattform, toleriert solche Aktionen bzw. unterstützt diese Leute indirekt (durch Bereitstellung von Technik, Wiki etc.).
Man kann nicht von den Handlungen einzelner auf die Haltung eines Vereins schließen – dass sich der CCC davon nicht distanziert, sagt aber schon einiges.
Kommentar: INTensivling
(15) – 13. Februar 2010 @ 13:58
Wie ist es denn möglich, dass die Kassen nicht zur Rechenschaft gezogen werden, wenn Sie Ihrer Verantwortung nicht nachkommen? Das ist sehr bedenklich, Hans. Hier muss noch einiges passieren. Ich hoffe nur dass bis dahin nicht allzu viel Schaden mit solchen Daten angerichtet wird. Grüsse, Mathias
Kommentar: Mathias
(1) – 25. Mai 2010 @ 14:57