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Die Neujahrsansprache 2010

Angela Merkel stimmte uns mit ihrer Neujahrsansprache auf ein schwieriges neues Jahrzehnt ein (siehe Spiegel-Online). Ich möchte dies in meiner Funktion als Vorsitzender der Medizin-Partei-Deutschland ebenfalls tun, doch sehe ich die Zukunft medizinisch-satirisch etwas positiver. Was erwartet uns also 2010? Hier sind Auszüge aus meiner Neujahrsansprache 2010.

Sehr geehrte Mitbürgerinnen und Mitbürger, sehr geehrte Patientinnen und Patienten, sehr geehrtes medizinisches Fachpersonal, sehr geehrte Bloggerinnen und Blogger,

in meiner Funktion als Medizinblogger und Vorsitzender der kläglich gescheiterten wohl kleinsten medizinischen Partei Deutschlands wende ich mich an Sie. Der Anlass ist das neue Jahrzehnt. Wir alle wissen, wie schwer die Zeiten geworden sind. Gesundheit ist ein hohes Gut, das wir einfach nicht mehr bezahlen können und werden. Die Folge ist, dass Patienten eine adäquate Diagnostik und Therapie nur noch mittels sogenannter “Sozialer Netzwerke” erhalten können. Sprechstunde per Twitter wird wohl bald Realität werden. Endoskopien und kleinere operative Eingriffe müssen künftig in Eigenverantwortung selbst und zu Hause durchgeführt werden … blah blah blah …

Ärzte werden sich keine Sportwägen und Golfplatzkarten mehr leisten können. Doch das ist nicht weiter nicht schlimm. Es gibt weitaus günstigere Hobbys, beispielsweise Bloggen. Dies erkannte ich leider erst vor 14 Monaten … blah blah blah … so musste ich meine 5 Yachten und 10 Geländewägen leider auf einem bekannten Online-Auktionshaus veräußern …

Doch möchte ich Ihnen trotz allem Frohsinn und Erheiterung auch im neuen Jahrzehnt zukommen lassen. Meine Devise lautet nämlich: Augen zu und durch! (ähnlich dem Vorgang der Geburt) Lassen wir uns nicht von Fonds, Plastikkarten, Gesundheitspolitikern, Gesundheitskassen und Ärzteverwaltungen unterkriegen. Letztlich ziehen wir doch alle an einem Strang, oder? Gemeinsam sind wir stark. So können wir also die Volksgesundheit auch nach 2010 noch aufrechterhalten. Ist das nicht wunderbar?

Erinnern wir uns doch an den “Virus Pandemic Song” anno 2009, in dem es tönt: “Together we are strong, together we go on ..”. Was soviel heißt wie: “Zusammen sind wir Armstrong, zusammen gehen wir auf” …

Ich wünsche Ihnen allen ein gesegnetes Jahr 2010

Ihr

Chefarzt

(Die komplette Ansprache über 2,5 Stunden kann übrigens gerne auf dem nächsten Podcast angehört werden. Ich rate Ihnen aber eher davon ab.)

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Dieser Beitrag (von insgesamt 847) wurde am Freitag, 01. Januar 2010 um 19:28 Uhr veröffentlicht und unter der Kategorie Allgemein abgelegt. Du kannst alle Artikel bei Monsterdoc durch den RSS-Feed verfolgen. Alle Kommentare gibts beim Kommentar-RSS-Feed.

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7 Kommentare

  1. Dass Ärzte gemeinsam an irgendeinem Strang ziehen höre ich hier zum allerersten Mal. Eine inhomogenere, zerstrittenere Berufsgruppe gibt es kaum – Haus- gegen Fachärzte, Krankenhaus- gegen Praxisärzte, Orthopäden gegen Kardiologen, MVZs gegen Einzelpraxen, …. usw.
    Und dann sind da noch die 90% Ärzte, die als Einserschüler schon Duckmäusertum gewohnt waren und ihren Ar… nie hoch kriegen, um mal gegen die zunehmenende Demontage ….
    oh, sorry, sollte ja ein witziger Neujahrsstart sein, sorrr, sorry
    Nochmals Prosit Neujahr !!!

    Kommentar: drgeldgierNo Gravatar (82) – 01. Januar 2010 @ 22:59

  2. @Drgeldgier

    Sei nicht traurig, denn sogar unter dem Rettungsdienstpersonal sind wir genauso zerstritten, wie ihr Ärzte. Da wird alles für gut gefunden, die Gehälter befinden sich auf Niveau einer Fleischwarenfachverkäuferin, wir bekommen immer mehr verantwortung..usw.

    Trotz allem wie Monsterdoc schon schreib..augen zu und durch…

    Frohes neues Jahr trotzdem :)

    Kommentar: alltagimrettungNo Gravatar (95) – 02. Januar 2010 @ 13:36

  3. @drgeldgier: … seufz, war ja nur ein Versuch. Prost Neujahr …

    @alltagimrettung: Fleischwarenwurstverkäuferin ist ein durchaus verantwortungsvoller Beruf. Man denke nur an die vielen Krankheiten an der Theke: Schweinepest, -grippe, Rinderwahn, Arthrose.
    Also: Weitermachen, hift nix!

    Wer will hier noch über seinen Beruf jammern?

    Kommentar: chefarztNo Gravatar – 02. Januar 2010 @ 18:25

  4. Ich!!

    Denn ich bekomme gar kein Gehalt, nicht mal den eines Auszubildenen. Außerdem habe ich große Langeweile, keine Verantwortung zu übernehmen und es gibt auch einen großen Kampf in meiner Branche: Jeder will der Beste sein…

    Kommentar: TheaNo Gravatar (193) – 02. Januar 2010 @ 18:59

  5. @thea: Die Verantwortung kommt schon noch. Gehalt vermutlich auch irgendwann. Aber du weißt ja: “Es ist verdammt hart, der Beste zu sein.”

    Kommentar: chefarztNo Gravatar – 02. Januar 2010 @ 19:40

  6. @Cheffe: Das hoffe ich doch!
    Aber muss man wirklich immer der Beste sein? Was bringt einem das? Meine Freundin zum Beispiel freut sich immer riesig, wenn sie in einer Arbeit nur einen halben Punkt mehr hat als ich. Na und? Ich bin mit meinen Leistungen zufrieden…

    Kommentar: TheaNo Gravatar (193) – 02. Januar 2010 @ 19:48

  7. So verbissen sehe ich das auch nicht. Aber ein bisschen Wettbewerb schadet nie

    Kommentar: chefarztNo Gravatar – 03. Januar 2010 @ 12:31

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