Kostendämpfung ist das ewige Stichwort in der Gesundheitspolitik und überhaupt. Ein Thema beispielsweise wäre (aktuell vorgebracht vom Ressortleiter des Rettungsdienstes): Sollen betrunkene Menschen, die Kosten des Krankentransportes, Notarztes und der Klinik übernehmen? Wie sieht es aus mit Drogenintoxikationen? Folgeerkrankungen vom Rauchen? Das Ausüben von Risikosportarten? Alles schon im Gespräch gewesen. Wo verlaufen hier die Grenzen?
Diskutiert bitte mit: Soll bei bestimmten “Delikten” der Patient selbst zur Kasse gebeten werden?
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theoretisch wäre es vielleicht mal eine gute Idee, allerding stellt sich dann die Frage: Wo ist die Grenze? Wer zieht sie? Irgendwer fühlt sich immer benachteiligt…
Kommentar: DelfinStern
(118) – 23. Juli 2010 @ 21:19
ich denke bei Alkohol wird es schwierig werden, wäre zwar sofort dafür, aber in Deutschland zählen ja Alkoholtaten zu den Kavaliersdelikten.
Sport ist ebenfalls so eine Sache. Extremsport und Risikosport ok, aber wo fängt es an? Ist dann wieder Alkohol im Spiel, dann spricht man ja sofort von verminderter Schuldfähigkeit. Rauchen ok, aber welche Krankheit kommt dabei in Betracht? Heute ist es ja schon ein Risiko mit dem Fahrrad im Berufsverkehr unterwegs zu sein. Denke, dieses Thema ist nicht ganz so einfach.
Kommentar: Hans
(207) – 23. Juli 2010 @ 21:23
Ochjoa.
Kommentar: Evchen
(2) – 23. Juli 2010 @ 21:26
Im Podcast ist es ja eher ein Witz gewesen und dabei wird es wohl auch bleiben.
Ich denke Geldstrafen sind nicht das Mittel, um jugendliches oder sonstiges Saufen zu verhindern. Führt wenn überhaupt nur dazu, dass nach nem Jahr der erste Betrunkene dagegen klagt, weil er den Abtransport ja gar nicht gewollt hat.
Alternativvorschlag: Alkoholverkauf in Tankstellen verbieten. Außerdem: JuSchG endlich (zB mittels Kontrollen) durchsetzen. Könnte mir vorstellen, dass es den Rettern schon helfen würde, wenn es nur noch die Hälfte der alkoholisierten Personen gäbe.
Kommentar: NK
(47) – 24. Juli 2010 @ 01:08
es könnte ja jede Erkrankung sanktioniert werden, wenn wir schon dabei sind
Wenn man nicht nachweisen kann, dass man an den vorgeschriebenen Gesundheitskurse, die natürlich schon im Kindergarten Pflicht sind, nachweist.
Das wären z.B.
+ Ernährungskurse für gesunde Ernährung und regelmäßigen Nachweisen in Form von praktischen und theoretischen Prüfungen
+ regelmäßige Gewichtskontrolle, wenn ein bestimmtes Gewicht überschritten ist, wird man in ein Straf-Diät-Camp geschickt. Natürlich wird das im Internet/lokales Käseblatt/Tagessschau mit Name und Bild veröffentlicht.
+ regelmäßige Blutuntersuchungen und wehe man erfüllt die Normwerte nicht …
etc, der Kreativität sind da keine Grenzen gesetzt.
Kommentar: psychoMUELL
(33) – 24. Juli 2010 @ 08:28
kommt immer auf den Einzelfall an…
Wenn sich Jugendliche aus lauter Jux und Tollerei in ein Komasaufen begeben, finde ich es angebracht denen die Rechnung ( Zumindest die vom RTW) aufs Auge zu drücken…
Bei einem alkohol Abhängigen fände ich das allerdings weniger angebracht…
aber ich denke, man sollte auch Prävention betreiben… auch im TV… anstatt immer nur Waschmittel Kack und sonstige werbungen währen so eine Art Preventionswerbung sinnvoller….
Kommentar: Krokofantilein
(59) – 24. Juli 2010 @ 09:19
Uiuiui, jetzt wirds hier aber schwer Rettungsdienst-lastig
Natürlich ist dieses Thema ein Fass ohne Boden, da es eben schwer ist, irgendwo Grenzen zu ziehen. Z.B. die Grenze zwischen normalem Betrinken und Sucht. Bei Süchtigen wäre es natürlich übel, jede Fahrt privat abzurechnen, aber ich denke, und da muss ich nk widersprechen, gerade bei Jugendlichen, die sich einfach mal so und eventuell sogar mit Vorankündigung wegsprengen ist die Privatrechnung ein probates Mittel, um ihnen mal zu zeigen, was sie da für einen Quatsch machen. Und selbst wenn sie klagen: Wenn es eine medizinische Indikation für den Transport gibt und der Patient überwacht werden muss, weil er sich ins Koma gesoffen hat, wird vermutlich auch ein Richter nichts dagegen sagen können.
Aber das ist sicherlich ein Thema, welches nie gelöst werden wird, eben wegen der schwammigen Grenzen.
Kommentar: Der Krangewarefahrer
(53) – 24. Juli 2010 @ 09:27
Interessante Idee, aber kaum durchführbar… Denn würden wir damit anfangen, die Wertigkeit des Patienten durch äußere Faktoren zu bestimmen, wird es automatisch subjektiv. Würde man dann von einem, der sich selbst verletzt hat, die Kosten fürs Nähen verlangen? Von einer Essgestörten? Denn würden wir damit anfangen, würden auch die psychotherapeutischen, neurologischen Sachen dazukommen und dann kann sich das einfach keiner mehr leisten.
Ich denke, es wäre eine Idee, das bei Leuten zu machen, die bewusst das Risiko provozieren, aber auch hier: wie will man das bewerten?
Sinnvoller wäre es, wenn sich auf lange Zeit die Einstellung der Patienten verändert, wenn es nicht mehr die Selbstverständlichkeit ist, mit der sie die Hilfe in Anspruch nehmen, sondern sie bewusst darüber nachdenken, welche Arztbesuche vernünftig sind oder was man auch alleine hinbekommen kann… Finde es schlimm, wenn man wegen nem harmlosen Schnupfen hingeht oder, wie man es ja von einigen Rentnern kennt, um irgendwas zu tun zu haben.
Kommentar: Chaoskatze
(33) – 24. Juli 2010 @ 12:54
dann werd ich natürlich auch in 20 jahren meine chemotherapie selbst zahlen, weil ich neulich die angebrannten bratkartoffeln gegessen hab. ich muss doch wissen, dass acrylamid krebserregend ist.
wozu zum henker zahlt man kassenbeiträge? im prinzip kann man auf fast jede krankheit persönliches verschulden in irgendeiner abstrusen art zurückführen.
Kommentar: Loki
(1) – 24. Juli 2010 @ 15:48
Also bei Alkoholsüchtigen dürfte das regelmässige Abrechnen der Krankenwagenfahrten etc. schwierig werden. Aber ich bin krokofantileins Meinung, bei Koma- und Spaßsaufen sollten die Leute ruhig zur Kasse gebeten werden. Vielleicht hilft es ja. Hinsichtlich der Extremsportarten wäre die Entscheidung auch nicht so einfach, da fast alle Sportarten heute sehr extrem ausgeübt werden. Aber auch hier könnte man ja die Einschränkung machen: ab 3 Extremsportarten aufwärts müsste ein Anteil der angefallenen Kosten vom Patienten mit getragen werden.
Kommentar: Lebensumbau
(3) – 24. Juli 2010 @ 20:20
Meiner Ansicht nach sollte es generell keine “Privatrechnungen” geben, die Grenzen sind einfach zu fließend …
Kommentar: chefarzt
– 24. Juli 2010 @ 21:15
[...] Monsterdoc liebt provokante Freitagsdiskussionen. [...]
Pingback: Wo hört die Solidargemeinschaft auf? « Drgeldgier's Blog – 24. Juli 2010 @ 21:35
Achtung, Achtung! An alle Bewohner des Schlaraffenlandes. Ihr befindet Euch auf Wolke 7 der Selbstbeweihräucherung. Nehmt jetzt mal die Rosa Spassbrille ab und guckt kurz in Länder oder Epochen in denen Eure Realität noch nicht mit Geld so abgepolstert wurde, dass Ihr auf jedes Pupserl ein Bonbon bekommen habt.
Euch ist jeder Vergleich verloren gegangen.
Dieser Rettungsdienst, der in der gesamten Republik ein lückenloses Netz von RTWs NEFs und Helikoptern bereithält ist ein lebensrettendes phantastisches System. Saumäßig teuer und exzellent in Qualität und Erfolg. Und was macht ein Teil der Bevölkerung daraus? Einen Abholservice für besoffene Büble und einen Besuchsdienst für Hypochonder. Was nichts kostet, dass kann man ja abfordern.
Eigene Verantwortung für riskanten Life Stile? Doch nicht im Schlaraffenland! Der Extremsportler, der 3x im Jahr die verschiedenen Helikoptertypen der Luftrettung vergleichen lernt darf nie und nimmer zur Kasse gebeten werden. Weil die Trennlinie zu unsystematischen Alltagsverletzungen schwierig ist, wagt sich niemand dran. Angst ist im Schlaraffenland der Chef!
Das qualmende Gefäßwrak, das auf “Ach Sie schon wieder”-level mit den Schwestern der Gefäßchirurgie ist und nach dem dritten Fem-Pop weiter seine Fluppen raucht…. Nein, den darf man nicht beteiligen an den Kosten die er trotz wiederholter Mahnung generiert.
@Chefarzt: logo, immer schön abgewogen, niemand aufs Füßchen tappen. Wenn die Grenzen nicht klar sind, ziehen wir einfach keine. Anpasser! @loki: Kind mit Bad ausschütten? Es geht um glasklare Fälle wie meine Beispiele hier. Mit Deinem Argument wird die Unterstellung der bösen Absicht zum Totengräber jeder Veränderung. Im Übrigen hast Du vergessen, dass der alte Schnitter eh so arbeitet wie Du befürchtest. Er erwischt Dich mit dem Acrylamidkartöffelchen! Egal ob kostenerstattet oder nicht.@Chaoskatze: mit allgemeinem Lamentieren über was Du “schlimm” am menschlichen Verhalten findest, ändert sich nulli. Da musst Du schon einen Standpunkt mit Konsequenzen einnehmen. Hast Du Kinder? Die müssen auch lernen dass es Grenzen gibt. Nur der bewusst das Risiko Provozierende soll grenzenlos unsere Kohle plündern dürfen? Ich käme nicht im Traum auf die Idee einer Anorexe eine Rechung zu schicken. Oder der diagnostizierten Borderline. @psychomüll: Das ist Psychomüll! Wenn man die klaren Hämmer im System immer schön bis ins Banale verschmiert, dann ist plötzlich jede Überwachungsvision wohlfeil. Mit diesem Orwell-Gelaber machst Du jede konstruktive Diskussion kaputt. Auch Erwachsene müssen Grenzen gezogen bekommen. Ich erklär Dir gleich wie das geht:
Jeder im Schlaraffenland bekommt auf seinen Krankenkassenbeitrag einen Aufschlag von 20% dieser Summe pro Monat. Der Geringverdiener hat also weniger Aufschlag als der reiche Dr.Geldgier. Diesen Betrag bekommt jeder zu Weihnachten wieder ausgeschüttet, wenn er so brav war wie die meisten lieben Bloggerlein hier. (Für die Juristen: Die Rückzahlung ist eine freiwillige Gratifikation, es besteht kein Anspruch. Daher muss nicht das Einziehen begründet werden, sondern die Auszahlung ist freiwillig aber obligat.)
Bei von einer Art Ethik- Komission festgelegten Grenze (die ist konsensfähig, glaub mir!) im jeweiligen EINZELFALL wird bis zu diesem 20% Jahresbeitrag das Geld einbehalten. Das wird einen erzieherischen Effekt entfalten. Die Auszahlung macht gute Laune und kann gleich mit einem Belobigungsschreiben für gesundes Verhalten und Beratung zur Vorsorgekoloskopie etc verbunden werden.
Kommentar: Dr.Offenraus
(8) – 25. Juli 2010 @ 00:52
@Dr.Offenraus:
Interessante Diskussion….. (Übrigens – willkommen in der Blogwelt..)
Gut. Das heißt aber auch, dass du jedesmal nachweisen müsstest, dass der Patient keine psychische Krankheit hat. Wenn selbiger aber aaufgrund von hoher Sensation-Seeker-Statistik krankhaft zu Risikosport neigt?
A wann ist ein Süchtiger wirklich ein krankhaft süchtiger und wann ists nur eine schlechte Angewohnheit?
Nein, ich habe keine Kinder. Und wenn, dann würde ich sie sicherlich vorausschauend erziehen, aber sind wir realistisch — wie vielen Familien fehlt dazu jegliche Mölichkeit…
Btw…. Wenn wir bei dem Sinn und Unsinn sind… Ich kenne meine Überlebenschancen als Krebsler… Als Student, ohne je jahrelang gearbeitet zu haben, bin ich ein Schmarotzer der Gesellschaft, ich koste die Krankenkassen unglaublich viel und das nur zur Lebensverlängerung. Rein theoretisch auch sinnlos.
Dein Vorschlag hat auch einige Mängel: wie viele Leute würden sich so unter Duck gesetzt fühlen, dass sie gar nicht mehr zum Arzt gehen würden und dann später umso mehr Kosten verursachen würden, wenn was auch immer fortgeschritten ist?
Kommentar: chaoskatze
(33) – 25. Juli 2010 @ 11:24
Ich halte mal mit einem Fall dagegen. Jemand hatte einen Selbstmordversuch gemacht und zwar mit dem Wissen das er rechtzeitig gefunden wird. Er wollte damit jemanden unter Druck setzen. Das ganze führte zu einem mehrtägigen Krankenhausaufenthalt und zu Kosten von ca. 20.000 DM. Darauf hin schickte ihm die Krankenkasse einen Brief nannte die Kosten und forderte eine Beteiligung von 500 DM. Ich weiß den Grund nicht, ich weiß nur von der Forderung, weil derjenige zu mir kam und mich fragte, ob ich ihm helfen könne, er wolle wegen seines geringen Einkommens einen Antrag stellen, von dieser Zuzahlung befreit zu werden. Ich habe das zwar abgelehnt mit den Worten, dass er, so es nach mir ginge alles zahlen müsse, aber er hat tatsächlich jemanden gefunden, der ihm den Antrag ausfüllte und er brauchte wohl auch nicht zahlen. Ich schreibe das, weil ich damit eine Frage verbinden möchte. Baut man hier nicht einen Verwaltungsapparat auf, der mehr verschlingt als er verwaltet?
Die einzig wirkliche Abhilfe wäre mE. eine Unfallversicherungspflicht für Extremsportarten. Das würde im Verstoßfall wie Fahren ohne Versicherungsschutz zu extremen Geldstrafen führen, auch dann wenn nichts passiert. Alles Andere ist meiner Meinung nach einfach nur am Ziel vorbei. Die Kasse zahlt weiter, wenn kein anderer Versicherungsschutz existiert und hat eine Rückgriffmöglichkeit auf das Vermögen des Versicherten. Und irgendwann wird einfach Blödsinn teuer.
Kommentar: Wolfgang
(3) – 25. Juli 2010 @ 12:25
@Chaoskatze. Genau das ist dieses Schlaraffenland-Podest auf dem der Großteil der Leute hier sitzt. “Das heißt aber auch, dass du jedesmal nachweisen müsstest, dass der Patient keine psychische Krankheit hat” Nein! Primär hat der Kranke ein Problem.
Diese Umkehr der Realität jedoch ist der erste “Sündenfall” der Gesellschaft. Aus der eigentlich guten Idee von “Caritas” ist ein bescheuerter “Rechtsanspruch” geworden! Gleich jault wieder alles auf… “Da will einer den Kranken zum Bittsteller machen.” Na, darüber könnte man schon mal nachdenken. Besser als die beknackte “Anspruchshaltung” wäre das allemal und die gelebte Nächstenliebe würde den wirklich Kranken immer stützen. Der besoffene Randalierer der Dir nachts in die Notfallaufnahme kommt wäre aber seine 20% (die ich oben beschrieben hab) gleich los.
Um die psychisch kranken Adrenalinjunkies von den Erbsenhirnträgern zu unterscheiden hab ich ja diesen Ethikrat vorgeschlagen. Da sitzen kompetente und erfahrene Kollegen drin. Und Du ahnst nicht Chaoskatze, was ein erfahrener Arzt für eine Lebensweisheit entwickelt. Den Zugang zu diesen Kommissionen kann man auch demokratisch kontrollieren um den Vorwurf der Arztarroganz zu minimieren. Nur Pfaffen würde ich nicht reinlassen, zumindest keine Katholen. Die wissen nämlich nicht was Geschlechtsverkehr ist. Auch die Frage nach “echter Sucht” ist in der Kommission zu klären.
Das “Schmarotzer-Thema” ist so polarisierend, dass sich immer die falschen angesprochen fühlen. Genau um Leute wie Dich zu unterstützen muss der realitätsferne Geldkonfettiregen für Schnarchzapfen und Abgreifer aufhören. Niemand mit ernsthaften Krankheiten, wie Du sie durchgemacht hast, sollte wegen seinem Schicksal in Geldnot geraten müssen. Auch nicht der Extremsportler, der ja nur mit seinen 20% dabei wäre.
Ich habe Patienten die bekommen im MONAT Medikamente in Höhe von 4 bis 6 TAUSEND! Euro um eine früher unbehandelbare Blutkrankheit vollständig zu beherrschen- über Jahre hinweg! Das ist phantastisch. Dafür sollen die Oktoberfest-Bierkotzer und Risikosportler ihre 20% abdrücken. Darüber muss in dieser Allesverstehergesellschaft Klartext gesprochen werden. Die Behauptung es würde den ärmsten der Zugang zum System erschwert werden und daher wäre dieser “Selbstbehalt” von 20% ein Gesundheitsrisiko ist blanke Laientheorie. Ein sanftes Beispiel waren die 10.-€ Praxisgebühr. Was war das für ein Geblöke! “Ach die armen am Rand der Gesellschaft”, die trauen sich nun nicht mehr zum Arzt. Völliger Dünnpfiff. Nach nur einem Quartal hat sich dieser Effekt nivelliert. Schau doch mal in andere Länder! Franzosen und Schweizer gehen mit Selbstbeteiligung ihrer Patienten völlig gelassen um. Aber nein, wir Deutschen jammern gleich über die unter Druck stehenden Patientileins, die dann gar nicht mehr zum Doktor gehn…. und dann werden sie totkrank und der böse Arzt ist schuld, der die Kohle will oder die herzlose Gesellschaft, die die 20% zu Weihnachten nicht auszahlen will. Levez-vous! Absolument foux!
Alle leben im Schlaraffenland, stecken in der Mitte des Kuchens und wenn jemand sagt “Aufhören mit der Verschwendung!” dann rülpst ihm aus der Torte ein vielstimmiges “Niemals” entgegen.
Kommentar: Dr.Offenraus
(8) – 25. Juli 2010 @ 12:28
@Offenraus Dein, an sich interessanter, Vorschlag ist derart in Süffisanz gebadet, dass ich ehrlich gesagt keine Lust habe mit dir darüber zu reden.
Kommentar: NK
(47) – 25. Juli 2010 @ 15:26
@nk Hätte das ein Arzt geschrieben würde es unter Ärztearroganz laufen.
Kommentar: Dr.Offenraus
(8) – 25. Juli 2010 @ 16:01
@dr.offenraus: Jetzt kommst Du aber richtig in Fahrt, was? Deine Kommentare sind mir aber etwas zu langatmig. *Gähn*.Wenn man den sehr malerischen Zynismus wegließe könnte man den Inhalt auf 3 Sätze komprimieren:
20% Aufschlag auf den Krankenkassenbeitrag.
Bei Bravheit Wiederausbezahlung am Ende des Jahres.
Risikosport und Suff wird nicht mehr bezahlt.
Bravheit in Bezug auf Punkt 3, oder wie?
Wie definieren sich eigentlich Risikosportarten? Base Jumping und Highspeed Downhill Skiing reißen schon enorme Löcher in das Krankenkassenbudget … Nikotininhalieren bietet da schon andere Dimensionen …
Kommentar: chefarzt
– 25. Juli 2010 @ 19:26
Arroganz wär’s wenn ich das Gespräch ablehnen würde, weil ich mich für besser hielte.
Mein Grund ist aber ein anderer. Ich möchte eine saubere Diskussion führen und habe nicht den Eindruck, dass du es auch möchtest. Du verteilst deine Kritik auf eine Art und Weise, die gehetzt und aggressiv rüberkommt.
Das hat auch nichts mehr damit zu tun, Realitäten deutlich auszusprechen – das kann man auch ohne dem Gesprächspartner immer gleich eine fehlgeleitete Mentalität zu unterstellen.
Zuletzt: Wenn du deine Posts in einem so aggressiven Ton verfasst, tust du den Lesern keinen Gefallen – und somit auch deiner Sache nicht.
Vielleicht habe ich dich auch nur missverstanden und du möchtest tatsächlich ein entspanntes(!) konstruktives Gespräch über deine Argumente führen
In dem Fall bin ich natürlich gerne dazu bereit.
Kommentar: NK
(47) – 25. Juli 2010 @ 20:25
@ Wolfgang. Verständlich aber in Schlaraffenland nicht vermittelbar. Genau wegen dieser Gratwanderungen zwischen Realität und Herzlosigkeit kann man die einfache Versicherungsstruktur nicht einsetzen.
Der Einbehalt der 20% wäre eine langsame Wiedereinführung der Verantwortung. Verhaltensmedizinisch hätte er den Vorteil von Förderung sinnvollen Verhaltens und Sanktionierung des unerwünschten. Es müßte im Schadensfall kein Geld eingetrieben werden, weil es bereits bezahlt wäre. Juristisch (habe ich oben schon gesagt) wäre es easy. Der Betrag wäre initial nie kostendeckend. Darum geht es aber gar nicht. Die psychologische Wirkung wäre in jeder Hinsicht positiv. Mit der dann beginnenden gesellschaftlichen Diskussion läßt sich der “Selbstbehalt im Schadensfall” später mal erhöhen oder speziell beim Wiederholungstäter aufstocken.
NK “gehetzt”, Chefarzt “Gähn”- interessante Gegenübertragung. Risikosportarten zu definieren ist ganz unnötig. Du kannst eh nur ganz langsam die Kohlen aus dem Feuer holen. Zuerst kommen die Volldeppen dran wie solche Vacuum-Köpfe in Geldgiers Blog, 3. Antwort: (http://drgeldgier.wordpress.com/2010/07/24/wo-hort-die-solidargemeinschaft-auf/). Da kann man eine gesellschaftlich akzeptiertere Selbstzerstörer-Hitparade abarbeiten. Mit den Jahren wird das ausgebaut.
Kommentar: Dr.Offenraus
(8) – 26. Juli 2010 @ 00:43
was ich mir vorstellen könnte, wäre eine “verpflichtende” selbstfürsorge wenn eine behandlung einmal angefangen hat, und dass man weiterhin ohne zuzahlung behandelt wird wenn man die behandlung durchzieht. ansonsten halt nicht. unabhängig vom erfolg der eigenen bemühungen (!).
z.b. raucher mit folgeerscheinungen – könnten ein nichtraucherprogramm belegen. rückengeplagte könnten im fitnessstudio muskeln aufbauen anstatt sich nur auf der physiotherapie auszuruhen. wahrgenommene vorsorgeuntersuchungen könnten als vorraussetzungen für die volle kostenübernahme bei krankheit gelten.
wie gesagt, man muss sich nicht selber heilen, man sollte aber schon nachweisen dass man auch selber was versucht.
in etwa so wie beim zahnarzt. nur wer sein heftchen ausfüllen lässt für regelmäßige zahnarztbesuche und das der krankenkasse vorzeigt, kriegt alles bezahlt. und nur wer nach der festen zahnspange die lose spange regelmäßig trägt und grade zähne behält, kriegt das geld hierfür erstattet.
da ist ein umdenken vonnöten. aktiv werden statt passiv sein. eigenverantwortung “belohnen” wäre, meiner meinung nach, ein ansatz.
Kommentar: alba
(2) – 26. Juli 2010 @ 08:55
@Monsterdoc danke Dir…
bei so viel Aggresion von diesem Herren habe ich auch keine Lust mehr mich zu dem Thema zu Äussern. Weil ich habe absolut keine Lust mich zu Streiten. Habe nur meine Meinung kuntgetan… in Zukunft werde ich mir dies aber gründlich überlegen….
Dein Kroko
Kommentar: Krokofantilein
(59) – 26. Juli 2010 @ 10:01
@Krokofantilein
Dem kann ich mich im Grunde nur anschließen. Eine sachliche Diskussion und ein klares Angehen der genannten Probleme ist mit Sicherheit schon längst Überfällig aber eine herabsetzende Diskussion ist wenig hilfreich. Die gibt es im Internet mehr als genug.
Kommentar: Wolfgang
(3) – 26. Juli 2010 @ 11:35
@Wolfgang
danke für Dein Feedback:) Ja man kann gerne sachlich darüber diskutieren. Aber wenn s zu hitzig wird und in Streit ausartet dann habe ich ein Problem. Das muss ich mir dann nicht geben… Und ich denke jeder hat seine Meinung, und die muss man auch nicht unbedingt teilen. Das wäre meiner Meinung auch zu viel verlangt. Aber wenn ich angepampt werde, weil ich MEINE Meinung vertrete dann werde ich auch wütend und dann ist für mich die Diskussion beendet…. denn streiten mag ich mich nicht, weder in meinem Reallife noch im Internet. Dafür ist mir meine Zeit dann doch zu schade…
lg vom Kroko
Kommentar: Krokofantilein
(59) – 26. Juli 2010 @ 11:53
@dr.offenraus: Wenn Du mich zum Gähen findest, warum liest Du dann das hier? Egal! So gefällt mir die Diskussion schon besser. Übrigens halte ich Dein angesprochenes Video für einen ziemlich abgefahrenen Werbe- Fake … Reingefallen würde ich mal sagen.
http://www.youtube.com/watch?v=JMSwv58Qkac
Deiner Meinung nach kommen also nach und nach immer mehr “Selbstzerstörer” auf die schwarze Liste. Wie sieht es aus mit Autofahrern (Eigenunfälle mit Tempo 240)? Autofahren ist auf jeden Fall eine “Risikosportart”. Da muss dann jeder Fall von einer Kommission einzeln besprochen werden. Interessante Idee. Schafft zudem Arbeitsplätze.
@alba: Wichtiger Diskussionspunkt: Prävention. Denkbar: Scheckhefteintrag bei der Vorsorge-Coloskopie ab 55J. oder Krebsvorsorge gynäkologisch oder urologisch …
@nk, @wolfgang, @krokofantilein: Kein Problem, der Dr.Offenraus hat sich schon wieder beruhigt. Wir diskutieren weiter am Freitag, hart aber fair …
Kommentar: chefarzt
– 26. Juli 2010 @ 13:42
@chefarzt
Also das Video habe ich aufgebracht. Es ist ein Werbegag, das ist mir klar. Aber ich mache jede Wette, dass es sehr schnell Nachahmer geben wird, die das auch versuchen. Und dann wird es teuer.
Was das Autofahren angeht, sowohl meine Eltern als auch ich sind Schnellfahrer. Mein derzeitiger Wagen macht allerdings bei 190 Schluss, aber ich hatte schon schnellere. Also bin ich schon etwas langsamer geworden. Meine Eltern haben mehr als 50 Jahre unfallfreie Zeit auf dem Konto und ich mehr als 30 Jahre.
Es kommt hinzu, dass es genügend potenzielle Beifahrer gibt, die keine Probleme damit haben, wenn ich schnell fahre. Bei anderen haben die teilweise Angst, bei mir nicht.
Zu der Temporeligion habe ich mal was geschrieben einschließlich meines Vorschlages:
Der tägliche Krieg um die Tempolimits
Kommentar: Wolfgang
(3) – 26. Juli 2010 @ 14:35
@wolfgang: Aha, vermutlich gibt es für jeden Stuss einen Nachahmer …
Danke für Deinen Hinweis mit den Tempolimits, aber ich glaube jetzt weichen wir doch zu sehr vom Thema ab … War auch nur ein eingestreutes Beispiel von mir …
Kommentar: chefarzt
– 26. Juli 2010 @ 20:18
@Alba. Besser könnte ich es nicht sagen (nur unhöflicher). Aber inhaltlich ist es punktgenau was ich meine. Eigenverantwortung belohnen, völlig richtig. Ich sehe nur keine deutlichen Schritte im GKV-Bereich . Die Kassen geben partiell diese peinlichen “Serviceheftchen” für ihre Patienten raus, die beim Bestempeln durch mich zu Bargeld werden. Sowas ist grade nicht die Übernahme von Verantwortung. Das ist “Rabattmarken abgrasen”. @Chefarzt, da hast Du mich missverstanden mit dem “Gähn”, das sollte ein Zitat sein, ich finde es gar nicht langweilig hier. Sollte das Video ein fake sein? Na dann bin ich reingefallen aber Vergleichbares gibt es tatsächlich. Kürzlich kam mal ein TV-Bericht über Base Jumping. Die Amateurvideos wurden zum bösen Ende geschnitten und die zerplatzten Köpfe wurden nicht mehr gezeigt.
@Krokofantilein. Ich will Dir doch gar nichts Böses! Aber kann denn niemand verstehen, dass diese Thematik etwas ganz Ernsthaftes hat, die bei Menschen wie mir, die knalldicht an diesen Problemen dran sind mehr auslöst, als eine abgewogene Diskussion im Stil von Simon &Garfukel “Frank Loyd Wright” falls es jemand kennt… Ich habe als Notarzt in die halbierten Gesichter von jungen Leuten gesehen die auf der Autobahn von einem Adrenalinjunkie ins Jenseits befördert wurden. Ich habe in meiner Praxis den bescheuerten Raucher mit dem ich zusammengenommen schon Stunden über seinen Ausstieg gequasselt hab und der nach mehrfacher aufwändigster und teuerster Gefäßchirurgie für sein Raucherbein nur Schimpf und Schande für den angeblichen Ärztepfusch bei den Kollegen übrig hat. Ich will sagen, dass ist eben ein Thema zu dem jeder nach seinem Erfahrungshorizont beitragen kann. Wenn ein Kriegsberichterstatter über Videospiele lästert habe ich da auch Verständnis. Ich seh dass in Berlin eine dringend nötige Diskussion um einen Riesen-Etat einfach nicht geführt wird. Dann sollte das doch hier möglich sein. Das ist ein vital wichtiges Thema für uns alle. Und bei mir ist Schluss mit lustig. Aber gut ich will doch niemanden Verschrecken. Schließlich seh ich ja nicht wer mir gegenübersitzt und offenbar ist schon Geschriebenes für Manchen zu derb. Ich versuch mich zu mäßigen (aber nicht immer).
Kommentar: Dr.Offenraus
(8) – 28. Juli 2010 @ 00:39
@dr.offenraus: So macht das diskutieren mit Dir Spaß …
Kommentar: chefarzt
– 28. Juli 2010 @ 19:48
@Dr.Offenraus
natürlich kann ich Dich verstehen!
Und ich habe mich nicht persönlich von Dir angegriffen gefühlt!
Es war mehr so Dein agressives Auftreten das mir nicht behagt hat.
Ich hatte das Gefühl, Du kommst gleich mit der Brechstange nach vorne. Und dann habe ich mich zurückgezogen, denn das ist nicht die Art von Kommunikation die ich mir wünsche…
Vielleicht kannst Du Deine Sichtweise das nächste mal etwas freundlicher darlegen dann bin ich und ich denke auch Andere eher bereit, mit Dir zu diskutieren:) *der Ton macht die Musik….*
In diesem Sinne
Liebe Grüsse von Kroko:)
Kommentar: Krokofantilein
(59) – 29. Juli 2010 @ 14:59