Ich schneide das Thema Kostendämpfung im Gesundheitswesen ja relativ selten an. Heute möchte ich jedoch darauf hinweisen, dass ich aus sicherer Quelle (Bildzeitung) weiß (siehe: Deutsches Ärzteblatt 6.8.10), dass aktuelle schwarz-gelbe Überlegungen dahin geben, dass man als gesetzlich versicherter Patient nach jedem Arztbesuch eine Rechung bekommen soll. 2 Prozent dieses Betrages sollen dann selbst abdrückt werden. Im Gegenzug bekommt man Schmankerl (Befreiung von Zusatzbeiträgen?) angeboten. Genauere Infos konnte ich nicht auftreiben. Aber prinzipiell ist diese “Idee” nichts Neues. Rechnung nach Arztbesuch –> an Arzt löhnen –> Kohle wird von Krankenkasse (teilweise) erstattet –> also wie bei Privatpatienten.
Was haltet Ihr von diesen Bestrebungen? Alter Hut, der längst überfällig ist? Unfassbare Kosten-Zumutung für Patienten und letztlich auch für Ärzte, die Bürofachkräfte einstellen müssen? Diskutieren wir …
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Ich finde Überweisungen generell lästig. Das ist auch eine der wenigen Sachen, die mir an der gesetzlichen KK so gefällt
Die lästigen Überweisungen fallen weg. Das selber-zahlen-müssen hat allerdings auch einen “erzieherischen” Wert. Die Leute wissen, dass eine Behandlung nicht umsonst ist. Damit bekommt so ein Besuch beim Onkel Doktor gleich einen ganz anderen Stellenwert. Ich weiß es nicht…
Kommentar: anna
(24) – 06. August 2010 @ 21:42
Also, wenn ich ehrlich bin, ich würde zahlen. Allerdings weiss ich, das es viele gibt, die das nicht können. und dann eventuell nicht zum Arzt gehen. Deshalb bin ich nicht dafür. was ich nicht nachvollziehen kann, sind die Medikamenten Preise in Deutschland. in Holland (ich wohne nah an der Grenze) ist das alles deutlich billiger & viele Sachen auch ohne Rezept erhältlich. Da seh ich ein enormes Einsparpotenzial. Und so manchen Arztbesuch ersparen rezeptfreie Medis auch
.
Kommentar: N8sister
(309) – 06. August 2010 @ 21:45
Irgendwie müssen die Kosten ja gedeckt werden !? Doch sollten nicht immer die bereits erkrankten Menschen die von Arztbesuchen abhängig sind dafür bluten oder ?
Ich finde es sollte viel mehr präventiv Steuern erhöht werden, die z. B. auf Produkte wie Tabak oder Alkohol liegen. Also eine Schachtel Zigaretten kann auch mal 7,50 € kosten und der Wodka 20 – 30 €. Davon sollte ein ordentlicher steuerlicher Anteil natürlich gesetzlich festgelegt als Fond für das marode Gesundheitssystem erstellt werden und schwups geht es Deutschland wieder ein Stück besser. Doch keiner möchte gern auf seine Kippe oder Bier verzichten ? Aber keinem wird es schaden sich weniger und in Maßen davon zu gönnen.
Bezogen auf die Medikamentenpreise kann ich mich meinen “Vorrednern” nur anschliessen. Die sind in Deutschland definitiv zu hoch im Kontext das die führenden Pharmafirmen ( auch Deutsche ) jedes Jahr Milliardengewinne machen und natürlich alles nur in ihre Forschung stecken. Deswegen gibt es ja auch schon Medikamente gegen AIDS und Krebserkrankungen ach nee gibt es ja immer noch keine wirklich funktionierenden… im Jahre 2010.
Kommentar: Dennis Schulz
(2) – 06. August 2010 @ 23:00
…mittlerweile habe ich das Gefühl, wenn Politiker anfangen nachzudenken kann es nur schlimmer werden. Wie soll denn eine Praxis diesen administrativen Aufwand bewältigen ohne eine zusätzliche Kraft ? Es herrscht ja jetzt schon das Chaos. Wieso kann man keine Zusatzversicherung wie in der Schweiz anstreben? Dort sind die Leute gesetzlich versichert und haben eine private Zusatzversicherung welche einen geringen Kostenbeitrag hat so daß jeder sich diese leisten kann. Warum muss in unserem Land immer alles so furchtbar kompliziert sein ? Sowas nervt nicht nur die Ärzte sondern auch uns Patienten !!!
Kommentar: Lebensumbau
(2) – 07. August 2010 @ 10:48
Wirklich nervenaufreibend an diesen ganzen gesundheitspolitischen Vorschlägen, sind die ständigen Wiederholungen … seit Jahren, Jahrzehnten. Ich bin für Fakten, nicht für Worte … was auch immer …
Was ich wirklich interessant fände, wäre eine Rubrik auf Monsterdoc “Gesundheitssysteme der Welt”. Wenn hier zufällig jemand mitliest, der in Europa oder sonstwo im medizinischen Bereich gearbeitet hat oder arbeitet, könnte dieser gerne mal einen Gastbeitrag schreiben …
Kommentar: chefarzt
– 07. August 2010 @ 20:49
Es könnte so einfach sein:
EINE Krankenversicherung – und nicht 200 (oder wieviel sinds grad) – mit dem entsprechenden Wasserkopf.
JEDER rein da. JEDER. Auch sie, Herr Westerwelle. Ja, ich weiß, ihre Putzfrau ist auch…nein, keine medizinische Indikation für Herpes. Die tut nix, die will nur spielen.
Apothekenketten zulassen. Wozu dieser aufgeblähte Apothekerbauch? Was ich über ein Medikament wissen muss, erzählt mir mein Doc. Und diese komischen Nebenwirkungszettel dienen bei mir zum Feuer anzünden, nachdem ich mal bei einem Studentenkollegen gesehen hab, wie die gemacht werden. Fürs Hintern abwischen ist das Papier leider zu hart.
Diese komische Abrechnungsstellee abschaffen. Ist auch nur noch ein Verwaltungswasserkopf mehr, den keine Sau braucht und der nur dazu dient, Gelder versickern zu lassen.
Mit dem so freigewordenen Geld kann man die Hartz-IV-Bezüge der so freigesetzten Funktionäre hervorragend finanzieren. Und hat unterm Strich noch ein Plus.
Rechnung an JEDEN Patienten, damit der sieht, was abgerechnet wird – und maulen kann, wenn was nicht stimmt (“an die Sono kann ich mich jetzt nicht so wirklich erinnern, Herr Doc, Tippfehler im Abrechnungsprogramm??).
Von mir aus ne 2%-Beteiligung an diesen Rechnungen, im Umkehrschluß bitte jede andere Sonderzahlung sofort in den Mülleimer werfen.
Und schon haben wir in der Krankenversicherung keine Probleme mehr. Und die Versicherungen können ja die 2%-Differenz dann als zusätzliche KV anbieten, so dass die nicht not leiden müssen.
Aber nö – hier will ja jeder ein Stück vom Kuchen abhaben und keiner machts maul auf. Und wenn die Apotheken mal wieder eine Kampagne fahren, dann regen sich alle auf, dass den armen Apothekern doch bitte so das Geld weggenommen werden soll.
Jo, reicht dann wohl nich mehr für den Zweitporsche.
Kommentar: Tante Jay
(10) – 08. August 2010 @ 18:02
Und – btw: Ich bin Patient. Privatversichert mit dem Sonderfall “Standardtarif”.
Das stellt jedes Abrechnungssystem vor echte Probleme.
Kommentar: Tante Jay
(10) – 08. August 2010 @ 18:04
Letztlich ist es folgendermaßen:
1. Medizin kostet Geld.
2. Das Geld kommt, zwecks Solidaritätsprinzip, von den Versicherten (zumindest zur Hälfte).
Dieses Geld jetzt auf viele verschiedene Arten einzuziehen — bin ich kein Fan von. Ich bevorzuge diejenige Art, die am wenigsten Verwaltung braucht, denn jedes mehr an Verwaltung verbraucht Geld und Zeit aller Beteiligten.
Kommentar: NK
(57) – 08. August 2010 @ 19:32
Ich glaub, dass es manchen nicht schadet mal zu sehen, wie viel so ein Arztbesuch kostet. Mit “selber zahlen” ist das so eine Sache, aber zumindest 1-5% (evtl bis zu einer Obergrenze) schadet sich keinen, da überleget man vllt wieder ob man wegen jedem Schnupfen zum Arzt muss. Selbst bei kleinen Sachen können die Rechnungen schnell mal über 100Euro werden. Aber soweit wirds wohl nicht kommen. Weniger Krankenkassen wären natürlich was, aber nur eine? Die kann dann wieder machen was sie will und Beiträge werde noch teurer, aber nur noch 10-20 Krankenkassen wären schon etwas. Und die jetztigen Krankenkassen sollten sich mal überlegen ob man wirklich so viele verschiedene Teilkrankenkassen braucht (teilweise hat ja jedes Bundesland seine eigene).
Kommentar: DelfinStern
(609) – 08. August 2010 @ 22:47
Wie wäre es damit? Patient geht zu Arzt. Krankenkassenkarte wird eingelesen. Online wird geprüft, ob Patient dort versichert ist. Keine Praxisgebühr fällig. Arzt stellt Rechnung an die Krankenkasse. Krankenkasse schickt Rechnung an Patient. Davon muss dieser einen gewissen Prozentsatz berappen.
Kommentar: chefarzt
– 08. August 2010 @ 22:53
@chefarzt: Datt is für Deutschland zu einfach. Wo bleibt denn da die Bürokratie? *g*
Kommentar: Tante Jay
(10) – 09. August 2010 @ 06:16
@tante jay: Stimmt, ist viel zu einfach und zerstört Arbeitsplätze …
Kommentar: chefarzt
– 09. August 2010 @ 12:39
Ich hab noch vergessen, dass man mit dem System “Eine Krankenkasse für alle” endlich Gehälter zahlen kann die des Studiums und der Ausbildung gerecht werden. Nicht das, was man heutzutage als Gehalt bezeichnet.
Warum Wettbewerb bei Krankenkassen? Besteht doch genau kein Grund zu, oder? Die werden eh gesetzlich reguliert und dann kann man auch Höchstbeträge festsetzen. Krankenkassen sollen meine Krankenkosten zahlen. Damit das funktioniert, muss eine Solidargemeinschaft gebildet werden. Und damit diese Solidargemeinschaft funktioniert, darf man sie nicht in Millionen Teile zersplittern. Denn 100.000 Euro Krankenkosten durch 1000 sind ne Menge Holz. Durch ne Million aber schon leichter.
Ich mein, ich hab Dyskalkulie – das KANN nicht stimmen, ich rechne das aus. Aber irgendwie find ich den Fehler nicht? *g*
Kommentar: Tante Jay
(10) – 09. August 2010 @ 16:53
Wenn wir nur eine Krankenkasse haben, ist das ein zumindest halb-staatliches Unternehmen und der Staat ist nicht unbedingt gut darin, Unternehmen zu leiten. Haben wir ja neulich erst wieder gesehen an dem Desaster bei der KfW.
Deswegen brauchen wir Krankenkassen, die nicht staatlich sind – dann aber kann man nicht mehr sagen “maximal 10 Kassen”.
Kommentar: NK
(57) – 09. August 2010 @ 17:41
KfW ist eine Hausnummer, da haben Staatsbanker versucht, großes Kino zu spielen. Eine Einheitskrankenkasse ist aber eine völlig andere Sache.
Ich bin Beamtin, ich weiß, wann der Staat funktioniert – und wann eben nicht. Er fliegt immer dann auf die Nase, wenn er marktwirtschaftlich denken soll – das kann er nicht.
Zuerstmal: Wir _haben_ das System der nicht staatlichen Krankenkassen. Und es funktioniert nicht sonderlich gut. Sämtliche Kontrollinstanzen werden ja alleine durch die zentralen Abrechnungsstellen ad absurdum geführt. Die Krankenkassen *können* doch gar nicht kontrollieren, was sie zahlen. Die Gelder, die alleine hier versickern kann man hervorragend anderswo hinpacken.
Dann: Die ganzen Verwaltungswasserköpfe, die nur sich selbst verwalten und alleine aufgrund dieser bescheuerten Struktur schon gar keine effektive Leistung erbringen können: WEG.
Wenn man das ganze System straffen könnte – UND sich bitte von dem Irrglauben verabschieden kann, dass das Gesundheitssystem kostendeckend oder gar mit Gewinn arbeiten kann – DANN haben wir auch wieder eine medizinische Versorgung, die was taugt.
Dieser neoliberale Quatsch, dass der Markt sich selbst regelt, regelt doch nur eins: Menschen unter die Erde und die Leute, die was machen *wollen* können oft nicht, weil Sachzwänge dagegenstehen.
Das ist doch bescheuert.
Kommentar: Tante Jay
(10) – 09. August 2010 @ 17:49
Dass das eine System nicht sonderlich gut funktioniert heißt ja nicht automatisch, dass das andere System besser ist
Insbesondere ist auch der Staat gut darin, Verwaltungswasserköpfe aufzubauen.
Kommentar: NK
(57) – 09. August 2010 @ 18:10
*hust* Nunja…hast dir mal die Verwaltungen einer normalen Krankenkasse angeguckt?
DEN Wasserkopf inkl. diversester Zwischenebenen die sich selbst verwalten kriegt KEIN Staat der Welt hin.
Kommentar: Tante Jay
(10) – 09. August 2010 @ 18:29
Warum eigentlich nicht verstaatlichen? Die Leistungen der einzelnen Kassen unterscheiden sich mittlerweile doch nur noch marginal … Die Beiträge sind sowieso gleich …
@tanta jay und @nk fehlen übrigens noch in der Medizin Partei
http://www.monsterdoc.de/2010/medizinpartei-deutschland-die-aufstellung/
Kommentar: chefarzt
– 09. August 2010 @ 19:57
Bin ja auch kein Mediziner
Kommentar: NK
(57) – 09. August 2010 @ 20:05
Bei meinem Hang zum klugscheißen bleibt nur ne beratende Funktion übrig.
Mhm, Beraterin der Ministerin für Informatik? Passt auch zum Job – Sherpa für 200 Lehrer und 400 PCs *g*
Kommentar: Tante Jay
(10) – 09. August 2010 @ 20:08
@nk: Da tummeln sich auch viele Informatiker …
@tante jay: Gebongt.
Kommentar: chefarzt
– 09. August 2010 @ 20:56
Moment mal, ich brauch hier keinen Berater! Mein Berater ist G*ogle
Außerdem studier ich, da kann nichts schief gehen. Wir haben gelernt, dass eine der wichtigsten Methoden Try&Error ist und das kann ich allein sehr gut anwenden
*bisschen beleidigt bin*
Kommentar: Delfinstern
(609) – 09. August 2010 @ 21:17
Keine Bange, ich bin ein guter Berater. Ehrlich.
Ich geh dir nich aufn Senkel und sorge nur dafür, dass mein Gehalt weitergezahlt wird.
Als ob ein Berater auch nur eine Minute sein Geld mit beraten verdient *kichert*
Kommentar: Tante Jay
(10) – 09. August 2010 @ 21:27
ok lass ich jetzt mal so. aber dann will ich Helferin des Fußballministers sein. So ein Doppeljob bekommt Frau ja hin
Kommentar: Delfinstern
(609) – 09. August 2010 @ 21:40
Problemlos.
Aber dann kurzer Einwurf der Beraterin: Bitte auf Ästhetik beim Fußball achten. Wir wollen keinen zweiten Fall Matthäus mehr, ja? *g*
Kommentar: Tante Jay
(10) – 09. August 2010 @ 22:26
Wir rotieren die Ministerposten, kein Problem …
@delfinstern: Beraterin des Fußballministers, gebongt, oder warte mal, du bist die Fußballministerin und Doc Brown ist Dein Berater …
Kommentar: chefarzt
– 09. August 2010 @ 22:41