Bereits Anfang 2006 sollte die elektronische Gesundheitskarte kommen. Es vergeht nun Jahr um Jahr und so langsam scheint es, dass das Kärtchen in einer Sackgasse angelangt ist. Mittlerweile sehen selbst Krankenkassenchefs keine Zukunft mehr (Ärztezeitung 13.04.10). Wer nicht mehr genau weiß, was die Krankheitskarte eigentlich ist kann es hier nachlesen.
Was meint Ihr? Innovation mit gespeicherten Krankheitsdaten und elektronischem Rezept oder teurer datenschutzrechtlich bedenklicher Flop?
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zum Glück, allerdings glaube ich noch nicht daran. Mag sein die ein und andere Info wäre vielleicht nicht schlecht auf dieser Karte, Blutgruppe, Impfung usw. jedoch Diagnosen und anderes halte ich mal nicht für das Beste. Datenschutz ist in Deutschland ja eh nicht gewährt und wer kommt an all die Infos ? Tritt ein Notfall ein sind für den Arzt die Infos ja mehr als brauchbar, doch garantieren Sie ihm aber nicht ob der Patient die Medikamente auch wirklich einnimmt. Wenn ich das ganze richtig verstehe sind aber gerade die Ärzte teilweise ein Gegner der Karte und das muss uns Patienten eigentlich zu denken geben, zeigt mir aber auch das ganz andere Gruppen an den Daten interessiert sind. Sollte so eine Gesundheitskarte so wichtig sein, dann müsste doch seitens der Mediziner viel mehr Druck kommen und genau das ist nicht der Fall. 400 Millionen wurden bis jetzt investiert, diese Zahl muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen,das erinnert mich immer an Toll Collect und die massiven Probleme bei der Einführung.
Kommentar: Hans
(460) – 16. April 2010 @ 20:47
Also wenn ich das richtig sehe, bringt die Karte einen Kommunikationsweg für digitale Patientendaten: Notfalldaten, Rezepte, Patientenakte.
Wenn die Karte funktioniert wird sie vielleicht erst über die Jahre genug Kostenersparnis bringen, aber es wird auch der Weg frei gemacht für die völlige Digitalisierung von Patientendaten – sicher eine enorme Arbeitserleichterung für die aktuellen und kommenden Generationen medizinischen Personals.
Angenommen man kommt mit irgendwas in die Klinik – man könnte sofort in die Notfalldaten schauen, wo ein anderer Arzt mit Zustimmung des Pat schon die nützlichsten/wichtigsten Infos hinterlegt hat. Wahrscheinlich bekommt man so nicht nur schneller einen Überblick, sondern auch einen qualitativ besseren, als man ihn vom Pat selbst oder gar Angehörigen bekommen könnte.
Jedenfalls:
Vor dem Hintergrund der Digitalisierung der Krankenhausdaten ist die Einführung einer eGK keine Option, sondern ein absolutes Muss.
Dass sich das alles wieder verzögert hat und teuer wird.. nunja. Bei solchen Großprojekten begibt man sich halt zwangsweise in eine Abhängigkeit, die sich in gesprengten Budget- und Zeitrahmen äußert. Könnte man sich stundenlang drüber ärgern – habe ich aber keine Lust zu.
Kommentar: NK
(57) – 17. April 2010 @ 00:08
Genau an das Maut-System erinnert mich das auch. In punkto Datenschutz sollte man wissen, dass die Krankheitsdaten nicht auf der Karte selbst sondern auf Servern gespeichert wird. Hinzu kommen komplizierte Signationsprozeduren für die Ärzte. Unzählige Probleme in den Testläufen …
In dieser Form wird also die e-card sicher nicht kommen. Warten wir es also ab, so bis 2020 …
Kommentar: chefarzt
– 17. April 2010 @ 18:37
ups, die Daten liegen auf einem Server? Na , dann ist es mit dem Datenschutz ja noch schlimmer, denken wir nur mal an die Schweizer Banken
Kommentar: Hans
(460) – 17. April 2010 @ 19:47
Hans – alle wichtigen Daten die jemals eine Behörde, Bank oder Firma sammelt liegen auf Servern.
Auch jetzt schon liegen deine Patientendaten auf Servern – nur eben denen des Krankenhauses. Ob die dort sicherer sind als in dem neuen System, wage ich zu bezweifeln.
Kommentar: NK
(57) – 17. April 2010 @ 19:56
wenn die Daten alle zentral auf einem Server liegen, dann ist doch der Reiz besonders groß um an Sie zu kommen. Hacken braucht man da doch nicht mehr, eine etwas größere Summe dürfte da reichen um einen schwachen Punkt zu finden. Ich bin jedenfalls ein Gegner von dieser Karte. Mir reicht es wenn ich sehe wie meine Daten bei der Krankenkasse erfasst werden, per Netz dann an die verschiedenen Abrechnungsstellen gesendet werden um dort dann verarbeitet zu werden. Alles was ich bis jetzt über diese Karte gelesen hatte stellte nur das Interesse von Politik und Kassen in den Vordergrund.
Kommentar: Hans
(460) – 18. April 2010 @ 08:09
Ausgerechnet im Gesundheitssystem, mit jährlich knapp 300 Mrd. Euro in Deutschland wahrlich ein Wirtschaftsfaktor, arbeiten die Akteure noch wie zu Ärmelschoners Zeiten. Und worüber jammern die Akteure? Dass sie auch die Qualität ihrer Leistungen dokumentieren sollen. Und was wollen sie verhindern? Dass Transparenz geschaffen wird. Es ist ein Lehrstück für erlaubte Sabotage sich anzuschauen, wie Ärztefunktionäre die eGK bis heute verhindert haben, wie sie die berechtigte Sorge von Patienten ausnutzen um weiter ungestört und unkontrolliert, bestenfalls selbstkontrolliert in den Honigtopf zu langen. Die eGK ist lange überfällig, man darf vor allem der Propaganda der Ärztefunktionäre nicht weiter auf den Leim gehen. An dieser Stelle vertreten die Kassen einmal wirklich die Interessen der Gesellschaft (sowohl der Versicherten als auch der anderen).
Kommentar: Wolf
(9) – 19. April 2010 @ 08:05