Reanimationen von geschultem Personal sind die eine Sache, Wiederbelebungsmaßnahmen von Laien ist die andere Sache, nämlich die wichtigere (Ein Artikel hierzu folgt in Kürze). Wer ist in der Regel als Erster am Ort des Geschehens? Genau, Passanten, Menschen, die mit Medizin nichts am Hut haben. Rasches Handeln ist dann gefragt. Denn nur bei rechtzeitigem Beginn von Wiederbelebungsmaßnahmen kann der Patient (unbeschadet) überleben.
Wichtig für alle Menschen wären also regelmäßige Kurse in Erster Hilfe und lebensrettenden Sofortmaßnahmen. Ein einziger Kurs für den Führerschein reicht da sicher nicht aus! Sollte nicht bereits in der Schule damit begonnen werden? Es wäre sinnvoll und wünschenswert. Ulf Hundeiker (aka Kranker Pfleger) reichte unlängst eine Petition (Erste Hilfe und Lebensrettende Sofortmaßnahmen in den Schulunterricht!) beim NRW-Landtag ein.
In manchen Bundesländern gibt es wohl schon entsprechende ansatzweise Umsetzungen. Wünschenswert wäre natürlich für alle Bundesländer:
Wie siehts bei Euch aus mit praktischen Kenntnissen in CPR (Kardiopulmonale Reanimation) ? Hand aufs Herz!
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Grad erst nen BLS und ALS-Kurs gehabt.
Müsste also bestens vorbereitet sein. ^^
Kommentar: Sebastian
(15) – 29. Januar 2010 @ 21:40
Ich als Schülersprecher wollte bei der Schulleitung auch mal Erste-Hilfe-Kurse für Schuler durchbringen.
Habs wohl aus den Augen verloren.
Wie realistisch wäre das ?
lg
Kommentar: Internist
(13) – 29. Januar 2010 @ 21:42
hm Erste-Hilfe-Kurs (der “große”) ist ähm 3 Jahre her, halt für den Führerschein, wollte demnächst aber wieder einer machen. Ob ichs noch kann, keine Ahnung, vermutlich ja. Hab mir damals schön Notizen gemacht bzw. grade eben erst ein Buch drüber gelesen. Aber praktisch natürlich nichts mehr gemacht (kanns ja schlecht an meinem Freund ect. ausprobieren….)
was ist denn BLS oder ALS???
Kommentar: DelfinStern
(118) – 29. Januar 2010 @ 21:47
BLS = Basic Life Support
ALS = Advanced Life Support
Kommentar: Sebastian
(15) – 29. Januar 2010 @ 22:37
Für Grundschüler??? Etwas schwierig in der Umsetzung vielleicht…? Aber man könnte den Kleinen beibringen, wie man außer Handy-Spielen und Video-Downloads den Notruf vom Mobile absetzt!
Kommentar: UTMonica
(159) – 29. Januar 2010 @ 23:04
Oh..eines noch: es fehlt leider oftmals an kompetenten Lehrkräften….
Herr Chefarzt, hast Du denn in diesem Bereich schon ein ehrenamtliches Engagement?
Kommentar: UTMonica
(159) – 29. Januar 2010 @ 23:08
also bei uns gabs mal als Ferienprogramm Erste-Hilfe für Grundschüler. Das war dann eben, wie setz ich richtig einen Notruf ab, was ist ein Notfall und so weiter, als Hilfen haben sie “nur” gelernt, wie man richtig Pflaster ect verwendet, was man bei Verbrennungen tut (oder eben auch nicht). Hat den Kids anscheinden Spaß gemacht, nach der Lautstärke zu urteilen….
Kommentar: DelfinStern
(118) – 29. Januar 2010 @ 23:20
@sebastian: Top in Form.
@internist: Einfach dranbleiben. Gutes Engagement.
@utmonica: Mein Beruf ist doch ehrenamtlich, oder? Zumindest vom Honorar …
@delfinstern: Da kann man viel spielerisch machen. Warum also nicht Grundschule?
Kommentar: chefarzt
– 29. Januar 2010 @ 23:44
Gute Güte, wenn ich gewusst hätte, was der Artikel auslöst ^^
Aber dennoch eine gute Sache.
Mein Wissen ist dank wöchentlicher praktischer Tätigkeit und regelmäßigen Simulator-Trainings up to date. Und im Auto liegt selbstverständlich alles, was man sich wünschen kann
Kommentar: INTensivling
(11) – 30. Januar 2010 @ 00:14
Ich habe in meiner bisher 12 1/2-jährigen Schullaufbahn schon ein paar EH-Kurse gemacht, die sind allerdings schon viele Jahre her (ich war damals bestimmt erst 11 oder 12). Dann halt vor 2+ Jahren die lebensrettenden Sofortmaßnahmen für den Führerschein…
Die “Basics”, also HLW, stabile Seitenlage usw. habe ich immer noch drauf (glaube ich zumindest), ich habe allerdings auch zwischendurch immer mal wieder per Internet meine theoretischen Kenntnisse aufgefrischt…
Düster wirds bei Leuten, die ihren ersten und einzigen EH-Kurs für ihren Führerschein gemacht haben, und dass ist bei zunehmendem Alter ja 20+ Jahre her…
Kommentar: stef
(37) – 30. Januar 2010 @ 12:59
Meinen ersten “Erste-Hilfe”-Kurs hatte ich tatsächlich zu Grundschulzeiten. War allerdings eine äußerst abgespeckte Version. Wenn’s blutet: Pflaster drauf, Beule: kühlen usw. sehr auf die typischen Verletzungen von kleinen Kindern zugeschnitten. Für alles weitere: 112 anrufen (die 5 ‘W’s), Erwachsene holen. Und vor allem: Augen offenhalten und nicht einfach weitergehen, wenn jemand auf der Straße liegt. Das war allerdings keine Sache der Schule, sondern eine Kindergruppe der Johanniter.
Ich finde soetwas auf jeden Fall sinnvoll. Und überhaupt nicht schwierig umzusetzen. Von einem I-Dötzchen erwartet man ja keine CPR oder einen Druckverband. Aber Kleinigkeiten… Warum nicht? Den Verkehrskasper gibt es ja auch überall. Und der bringt einem ja auch nicht bei, wie man auf der Autobahn überholen darf.
Grüße!
Kommentar: Hootch
(26) – 30. Januar 2010 @ 13:14
Es gibt bei den Maltesern inzwischen auch schon ein Programm namens “Abenteuer helfen”, wo Erste Hilfe in der Vorschule (!) und Grundschule “unterrichtet” wird. So abwegig finde ich das gar nicht – man ist ja schließlich auch schon auf die glorreiche Idee gekommen, in Grundschulen englisch zu unterrichten. Es ist in meinen Augen alles eher eine Frage des “wie”, nicht so sehr des “ob”.
Kommentar: Sven
(5) – 30. Januar 2010 @ 17:19
Ich würde Grundschüler gar nicht unterschätzen !
Ein 4 Jähriger ist lernfähriger als ein 20 Jähriger ( Vermute ich mal)
Hab mal einen Bericht gesehen :
Ein 1 Jähriges Kind lernt pro Tag soviel wie ein Maschinenbau – Student in 6 Semestern.
Das muss man sich mal Vorstellen.
lg
Kommentar: Internist
(13) – 30. Januar 2010 @ 19:31
@internist: schon, schon… aber ob ein Kind mit Handdurchmesser 10cm und einem Gewicht von 25 kg eine Herzdruckmassage durchführen kann…räusper….?
Kommentar: UTMonica
(159) – 30. Januar 2010 @ 20:35
Genau, Kinder lernen sehr schnell. Warum also nicht auch Erste Hilfe? Englisch fängt ja auch in der ersten Klasse an. Mit etwa 7 Jahren könnte dann die erste Blinddarm-Operation selbstständig durchgeführt werden …
Kommentar: chefarzt
– 30. Januar 2010 @ 20:35
@cheffe:
Ja, und der Klassenprimus kann das dann auch mit 8 schon minimalinvasiv mit dem Zirkel und der Bastelschere. Ein steriler Arbeitsbereich wird ja bekanntlich eh überbewertet. Hmm…Das inspiriert mich zu einem Cartoon…
Aber wir schweifen ab.
Kommentar: Sven
(5) – 30. Januar 2010 @ 21:04
@utmonica:
Es geht ja nicht unbedingt um die Herzdruckmassage, sondern vielleicht auch mal sowas wie das Ingangsetzen der “Meldekette”…
Mal angenommen, jemand bricht bewusstlos mit Herzkreislaufstillstand zusammen – wenn der einzige Zuschauer dann ein Kind ist, wird man recht schnell den Unterschied merken, ob das Kind mal gelernt hat, mit dem Telefon im Nebenraum die 112 anzurufen und auf die Fragen antworten zu können…oder eben nicht…
Kommentar: Sven
(5) – 30. Januar 2010 @ 21:08
@sven: Cartoon, das hört sich gut an. Machste einen?
Übrigens: 112 ist ja bekanntlich die Notrufnummer. Das wissen manche Erwachsene erschreckenderweise aber nicht. Kinder an die Macht!
Kommentar: chefarzt
– 30. Januar 2010 @ 23:13
@sven: du glaubst nicht was die Kleinen mit ihren Handys schon alles können..!!! Leider….. Die Rettungskette kennen und können? Sorry, aber das ist für die Kids sicher zu abstrakt! Nett gemeint, aber das Programm für die Kleinsten muß sich auf pädagogisch sinnvolle Konzepte konzentrieren!
Kommentar: UTMonica
(159) – 31. Januar 2010 @ 00:04
Sehr geehrter Chefarzt! Als Patient, der bisher nur 4x im Jahr eine Arztpraxis besuchte (wegen Blutdruckrezept), seit einigen Monaten aber zur Marcumar-Kontrolle öfters beim Arzt ist, lese ich seit einiger Zeit mit großem Interesse in diesem Blog (auch Dr.geldgier und medizynicus).
Vor einigen Jahren war ich bei einem Geburtstag eingeladen, als plötzlich eine Frau zu Boden ging. Ich konnte da erstmals meine Erste-Hilfe-Kenntnisse anwenden. Während ich die Mund-zu-Mund-Beatmung übernahm, führte eine zufällig auch anwesende pensionierte Krankenschwester die Herzdruckmassagen bis zum Eintreffen des Notarztes durch. Der Notarzt versuchte dann noch 2 Stunden die Frau zu reanimieren. Leider vergeblich. So war mein Ersthelfereinsatz in diesem Fall zu meiner großen Enttäuschung leider vergeblich. Ich hätte mich so gefreut, wenn ich hier zum Lebensretter geworden wäre. Aber mit solchen Ergebnissen muß wahrscheinlich ein Arzt auch leben!
Kommentar: Karl H.
(2) – 31. Januar 2010 @ 15:36
@karl h.: Allerdings muss ein Arzt auch mit solchen Ergebnissen (leider) leben. Da darf man sich trotz allem nicht entmutigen lassen. Die Ersthelfer-Reanimation ist das wichtigste Glied in der Rettungskette. Bleibt hier ein Patient mehrere Minuten ohne Kreislauf kann auch der Notarzt nicht mehr viel tun.
Kommentar: chefarzt
– 31. Januar 2010 @ 20:38
[...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von chefarzt, Ina erwähnt. Ina sagte: RT: @chefarzt: Petition von @ulf_der_freak Erste Hilfe und Lebensrettende Sofortmaßnahmen in den Schulunterricht! http://tinyurl.com/yhxplls [...]
Pingback: Tweets die Monsterdoc – Arzt Blog, Medizin Satire » Erste Hilfe in der Schule erwähnt -- Topsy.com – 31. Januar 2010 @ 22:14
Also ich würde sagen, dass ich in der CPR topfit bin. Aber ich bin auch Rettungssanitäter (bzw RAiP) und mache das 2-3 mal im Monat
Vor meinem RS-Kurs allerdings (der war mit 19, also 2 Jahre nach dem Führerschein-EH-Kurs) hätte ich mich NIE getraut auf irgendeiner Person rumzudrücken. Notruf wählen und dort warten, ja. Aber mehr sicher auch nicht.
Jetzt mal ehrlich: Den EH-Kurs für den Führerschein nimmt doch keiner ernst. Zumindest bei mir im Kurs haben es alle nur abgesessen und vermutlich am gleichen Tag wieder vergessen.
Mitlerweile weiß ich, wie wichtig das Wissen ist und könnte mir dafür in den Ar*** treten.
Kommentar: kepper
(1) – 03. Februar 2010 @ 09:31
@kepper: Da hilft eigentlich nur eine frühzeitige Ausbildung und kontinuierliches Auffrischen. Dabei ist wohl die Hemmschwelle das größte Problem. Rein technisch gesehen ist das “Drücken” nicht sehr schwierig.
Kommentar: chefarzt
– 03. Februar 2010 @ 13:03
Moin,
):
mal als Info (und zum möglichst weit verbreiten
Es gibt ein Programm, finanziert vom Bundesministerium, dass EH-Kurse an Schulen für Schüler zwischen 10 und 16 Jahren finanziert. Nennt sich BMI oder “Erste Hilfe mit Selbstschutzinhalten”. Soll eigentlich darum gehen, ein wenig Wissen über den KatSchutz und das Verhalten bei Katatrophen zu vermitteln, z.B. was sollte man zu Hause bevoraten, wo krieg ich Infos her, wenn der Fernseher nicht funktioniert usw. EH-technisch schwebt das irgendwo zwischen bischen mehr als LSM und etwas weniger als EH-Kurs, sind 2 Tage je 6 Schulstunden.
Das schöne daran ist, es ist sowohl für die Schule als auch für die Schüler kostenlos, da vom Bund finanziert. Der Schein gilt aber für 2 Jahre und kann ggf. fürn Führerschein genutzt werden. Angeboten wird das über die HiOrgs, ist je nach Bundesland verschieden, wer da den Zuschlag bekommen hat. Da müsste man sich dann informieren.
P.S. Ich glaube, man sollte grad die Zwerge nicht unterschätzen- die wollen nämlich einfach helfen, wenns jemandem schlecht geht…
Kommentar: ich
(1) – 10. Februar 2010 @ 23:04
@ich: Danke. Hättest Du da noch irgendeinen Link?
Zwerge rocken …
Kommentar: chefarzt
– 11. Februar 2010 @ 13:48