Fortbildungen für Ärzte
Es ist grundsätzlich richtig und sinnvoll sich als Arzt in verschiedenen Bereichen regelmäßig fortzubilden. Doch sollte man neuerdings etwas umdenken. Medizinische Themenabende werden immer seltener besucht. Wichtiger erscheint heutzutage ein solides Basiswissen in Wirtschaftswissenschaften, Onlinegeschehen, Psychologie und Finanztum. Um als niedergelassener Arzt oder Krankenhausfuzzy weiter bestehen zu können empfehle ich das Belegen folgender Kurse (mit Monsterdoc-Zertifikat).
- Finanzieller Ruin oder Chance am Horizont? – Ein Ausblick auf die Zukunft der Niedergelassenen. Zielgruppe: Kurz vor der Pleite stehende Ärzte, gerne auch mit einem Hauch Frustration.
- Ich habe versagt? – Aufarbeitung von gravierenden Fehlern beim Ausfüllen von Formularen (z.B. Physiotherapie-Rezept). Zielgruppe: Schreibtischtäter, die unmedizinisch versagt haben.
- IGEL-Power-Seminar – Wie verkaufe ich entbehrliche medizinische Leistungen für gesteigertes Entgelt? Zielgruppe: Junge, moderne, aufstrebende Ärzte, die endlich ihre Golfclub-Jahreskarte wahr machen wollen. Oder: Abgehalfterte Altärzte, die ihren liebgewonnenen Lebensstandard halten möchten.
- Norwegisch für Ärzte – Fortbildung während der Sommerferien in Skandinavien. Zielgruppe: Frustrierte Krankenhausmediziner, die bald mit einem Lächeln auf den Lippen per Skidoo zur Arbeit fahren möchten.
- Twitter, Blog, Facebook – Wie vermarkte ich meine Praxis am Besten? Zielgruppe: Extrovertierte Jungärzte, die gerne mal über aufkommende cerebrale Flatulenzen oder anderen Schnickschnack zeitnah berichten möchten. Merke: Die Patienten mögen einen aufgeschlossenen Arzt. Und bei 1000 Followern muss der Arzt doch prima sein, oder?
Ich denke noch krampfhaft über weitere Seminare nach …
Artikel zum Thema passend:
Dieser Beitrag (von insgesamt 847) wurde am Samstag, 08. Mai 2010 um 18:37 Uhr veröffentlicht und unter der Kategorie
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« Diskussion am Freitag#6 – Mount Everest – Medizin Thriller (26) »
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- StGB und StPO für Mediziner
Zielgruppe: Jeder Arzt, der Patienten nicht innerhalb von einem Tag (je nach Patient kann die Spanne aber von einer Stunde bis zu einem Monat gehen) _heilen_ kann, oder bei dessen Patienten sich irgend eine Art von Nebenwirkung zeigt.
Inhalt: Wozu den teuren Rechtsanwalt bezahlen, wenn man auch selbst dem Richter verklickern kann: “Da, ist so dokumentiert. Für alles Weitere: Sachverständigengutachten.”
- Selbstverteidigung für Mediziner:
Zielgruppe: wie oben
Inhalt: Warum Verrenkungen à la Judo oder Karate machen, wenn man so schöne Medikamenta zur Verfügung hat? Wie wende ich das Haldol- Spray und das Dormicum- Blasrohr richtig an?
Grüße!
Kommentar: Hootch
(29) – 08. Mai 2010 @ 19:28
@hootch: Du solltest als Dozent unbedingt verpflichtet werden …
Kommentar: chefarzt
– 09. Mai 2010 @ 18:20
“Das 1×1 des Medizinrechts: wie man selbst aus Kunstfehler-Prozessen als der souveräne Sieger hervorgeht” Zielgruppe: Ärzte im ersten Assistenzjahr sowie gealterte Chefärzte, die den Weg zurück in den OP gefunden haben
Kommentar: earlmobile
(27) – 09. Mai 2010 @ 19:37
Oh ja, Norwegisch, Schwedisch, whatever… der Kurs wird übrigens vom (zukünftigen) Arbeitgeber bezahlt… yesssssssssssssssssss
Kommentar: Patrick
(2) – 11. Mai 2010 @ 00:27
@earlmobile: Merke: Ab 73 Jahren sollte man wieder kompliziertere Aneurysma-Operationen durchführen …
@patrick: Da bist Du natürlich Experte. Hört sich gut an …
Kommentar: chefarzt
– 11. Mai 2010 @ 17:48