Der Wecker klingelt. Es ist früh am Morgen, sehr früh. Ich quäle mich aus den Federn. Nee, Federn sind es ja nicht, denn ich bin Allergiker. Heute steht mal wieder ein arbeitsreicher Tag an. Die OPs werden anstrengend. Doch meine Gedanken sind fest beim Chomolungma (Mount Everest). Und zwar so fest, dass ich nicht merke wie meine Füße über ein Stück Käse nach vorne gleiten. Ich stürze. Aua. Mal wieder auf einer alten am Boden liegenden Pizza ausgerutscht.
Das erinnert mich an frühere Zeiten. Damals, als ich noch jung, schön und dynamisch war. Na ja. Mein Unterarm schmerzt etwas. Wird schon nicht gebrochen sein. Das ist jetzt wirklich lächerlich. Ich ziehe mich an, kloppe mir schnell ein Frühstück rein, befördere die Kontaktlinsen in meine Glubscher und gehe nach draußen. Ich wohne in einer netten Kleinstadt in Vorarlberg/Österrreich. Ach, ich liebe meine Klinik, die Kollegen, die Schwestern und den Chef.
Die Tür fällt ins Schloß. Ich ahne es bereits: Der Schlüssel liegt noch in der Wohnung. Aber schließlich habe ich im Laufe der Jahre gelernt: Ein Zweitschlüssel befindet sich stets griffbereit unter einem Stein vor dem Haus. Ich muss zwangsläufig etwas lachen. Klar bin ich sportlich und bergtechnisch top vorbereitet, doch meine Schusseligkeit habe ich mir bewahrt. Natürlich nicht bei den Operationen, da habe ich mich im Griff.
Auf dem Glatteis vor der Haustür komme ich ins Straucheln. Ich bin viel zu schnell gerannt … Ich verliere mein Gleichgewicht und falle der Länge nach hin. Mein Bein. Doch leider rutsche ich immer weiter die abschüssige Straße herunter. Mein Hosenbodenfahrt beschleunigt sich erheblich. Unten an der Kreuzung kommt mir ein PKW entgegen. Wir nähern uns in wahnwitziger Geschwindigkeit. “Wahaaaaaa !!!”
Der Fahrer des Wagens scheint mich zu bemerken und bremst sofort ab, blendet auf. Mann ist das glatt hier! Ich schlittere und versuche das Schlimme zu vermeiden. Ich sause nun mit voller Wucht unter den Geländewagen … und bleibe unter dem Auspuff stecken. Die Sterne sind meine Zeugen. Es dämmert.
“Hajo, Hajo !!! Ist Dir was passiert?”
Es ist Maria, meine Freundin. Sie wollte mich abholen. Verzweifelt versucht sie mich unter dem Auspuff hervorzuziehen. Es ist sinnlos. Na, was soll ich sagen. Den Beginn des heutigen Arbeitstages habe ich mir etwas anders vorgestellt. Er wurde letztlich wie folgt beendet:
« Doping 2010 – Was wollt ihr eigentlich – medizinisch? »
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*lach weg*
Der Hajo immer für ein Missgeschick gut! *muss ja jetzt nicht sagen dass mir meine Spaghetti zum glück nicht alle aufn Boden gefallen sind ->nicht lachen, ist nicht lustig!!:-D*
besser hat der Hajo am Abend kein Sport gemacht…
Kommentar: krokofantilein
(67) – 19. Februar 2010 @ 22:13
Die Olympischen Winterspiele lassen grüßen, Hajo als Rennrodler – hier aber hoffentlich ohne Doping…
Kommentar: UTMonica
(350) – 19. Februar 2010 @ 22:47
Ja, der gute Hajo ist immer noch der Alte geblieben!
Wenn ihm so ein Ungeschick nur mal bloß nicht am Mount Everest passiert!
Was ist denn jetzt aus Michelle geworden? Irgendwie war die mir sympathischer als die Geländewagenfahrende Maria.
Kommentar: medizynicus
(119) – 20. Februar 2010 @ 06:40
Ich glaube der Hajo wird einfach unterschätzt. Alpinistisch hat er es drauf, ehrlich, und medizinisch auch. Nur privat …
Die Geschichte mit Michelle ist etwa unklar, nur soviel: Es ist was Dramatisches passiert, was den guten Hajo immer noch verfolgt und zermürbt. Die Maria ist aber wirklich ne Nette…
Ach ja, gestern hat mich der Hajo wirklich angerufen, und gefragt, ob ich im April zum Everest mitkommen will. Nur ins Basislager natürlich, zur Berichterstattung … Soll ich?
Kommentar: chefarzt
– 20. Februar 2010 @ 13:20
@chefarzt: ist vielleicht tatsächlich besser wenn ein Dopingarzt mit dabei ist
Kommentar: UTMonica
(350) – 20. Februar 2010 @ 13:25
@utmonica: Soll ich ein Casting ausschreiben?
Kommentar: chefarzt
– 20. Februar 2010 @ 22:43
Ich les hier nun schon eine ganze Weile mit und muß manchmal schon sehr über die Geschichten hier lachen. Manchmal passieren mir schon auch solche Ungeschicke, aber daß man(n) dann gleich zum Rodler avanciert, hat schon eine besondere Qualität
Kommentar: Trixi
(1) – 21. Februar 2010 @ 00:26
Ja, Doping ist schon wichtig am Mount Everest. Komm mit!
A propros Doping-Arzt: Dies gutaussehende Chirurgin, kommt die auch mit?
Kommentar: medizynicus
(119) – 21. Februar 2010 @ 10:18
@trixi: Nun ja, wer den Hajo kennt, weiß, dass er kein Fettnäpfchen auslässt …
@medizynicus: Okay, ich nehme mir mal eben April und Mai frei. Warum nicht? Der Hajo muss doch unterstützt werden. Die “Chirurgin” heisst Jinx und kommt vermutlich nicht mit …
Kommentar: chefarzt
– 21. Februar 2010 @ 19:22