Dass Ärzte Jammerlappen sind wissen wir schon seit längerem. Dass sie dazu allen Grund haben wissen noch nicht alle. Daher möchte ich anhand einer kleinen Story, bei der Dr.Ladalbert Lampe (mal wieder) die Hauptrolle spielt, erläutern, warum derzeit Panikstörungen bei Hausärzten eine beliebte Krankheit ist. Hier der normale Tagesablauf eines Facharztes für allgemeine Erkrankungen.
Der Wecker klingelt um halb sieben. Dr. Lampe quält sich aus den Federn. Er hat schlecht geträumt: “Deutschland ist in der Vorrunde der Fußball-WM 2010 ausgeschieden”. Hoffentlich geht heute alles gut beim Frühstück. Einige sind ja schon wegen einer Wurstsemmel abgenippelt.
Der Kaffee will nicht so recht schmecken, hoffentlich bekommt er keinen Herzinfarkt. Dann würde er ja wochenlang ausfallen und seine Praxis brach liegen. Kommen anschließend überhaupt noch Patienten? Es folgt die Pleite, die Scheidung von der Ehefrau und dann die Unterhaltszahlungen, der Verkauf des Hauses, Depressionen, Alkohol- und Tablettensucht mit Verwahrlosung, Verlust der Approbation, Annahme von Hilfsjobs, Obdachlosigkeit, Krankheiten und …
“Ladi, Du musst in die Praxis” muntert ihn seine Ehefrau auf. “Ach ja!”
Auf dem Weg zur Arbeit denkt er über mögliche “Regresse” nach. Für Nichtmediziner vereinfacht dargestellt: Hat ein Hausbachel zuviel Medikamente oder Krankengymnastik-Verordnungen ausgestellt, muss er aus eigener Tasche Strafe zahlen. Oftmals 5-stellige Beträge. Ist doch auch gerecht, oder? An den Rezepten verdient er übrigens nix. Angst kommt bereits vor der Praxistüre auf.
Wenn ihn heute ein Patient verklagt? Was dann? Rechtsanwaltskosten, Gerichtsverfahren, Abmahnungen, Schriftverkehre, Schuld, aaahhhhhh.
“Dr. Lampe, der erste Patient wäre da!” erklärt die Arzthelferin
“Neeeeiiiiiiiiinnnnnn, ich kann nicht …”
“Jetzt nehmen Sie erst einmal brav Ihre Pillen, dann geht das schon. So wie jeden Tag. Außerdem müssten Sie Ihren Sportwagen mal wieder in die Waschanlage bringen!”
“Okay, aber bitte, bitte, ich habe keinen Sportwagen”
Fortsetzung folgt …
« Mannschaftsarzt Dr.Vuvuzela – das 2.Spiel – Medizinpartei Deutschland – der Start »
Die Kommentarfunktion ist zur Zeit leider deaktiviert.
Design von Perun modifiziert vom Chefarzt | expertenteam | impressum
Dank an Ladalbert für den Bericht. Schön, daß er aus Tibet wieder da ist. Aber in so einen Alltag? Kein Wunder, daß er krank wird davon.
Wer hat sich das ausgedacht, Geldstrafen für nicht-Einhalten der Krankenkassenregeln Regreß zu nennen? Das suggeriert doch, daß der Arzt was zurückgibt, was er mal erhalten hat, oder sehe ich das falsch? Und da ist ja nicht der Fall. Muß man das als Arzt unterschreiben, das Kleingedruckte, sozusagen, wenn man eine kassenärztliche Zulassung haben will?
Danke für den Anstoß zur Recherche. Da kann man nur gute Besserung wünschen (und sich fragen, wie die kommen soll).
Kommentar: Federkiel
(251) – 22. Juni 2010 @ 18:44
@federkiel: Och, das mit den Regressen ist nicht das einzige … da gibts noch ganz andere Sachen. Frag mal den Dr.Geldgier …
Aber Fakt ist: Ladi is back!
Kommentar: chefarzt
– 22. Juni 2010 @ 19:43
@Chefarzt: Ja, das lese ich mit Schrecken. Mir kommt der Verdacht auf, wir Normalos müssen froh sein, daß es überhaupt noch Niedergelassene gibt.
Kommentar: Federkiel
(251) – 22. Juni 2010 @ 20:00
@federkiel: Das dezimiert sich gerade ziemlich …
Kommentar: chefarzt
– 22. Juni 2010 @ 23:08
Wer sich “niederlassen” will wird doch, nein, sollte schon wissen was ihn erwarten kann. Soooo schlecht geht es den Damen und Herren nun wirklich nicht. Jedenfalls monetär betrachtet
). Abgesehen davon, wurden sie gezwungen sich niederzulassen?
) Aber gut, wenn es mal wirtschaftlich besser gehen soll, hab da soooo viele Ideen für den/ die Interessierten. Und, die tun auch nicht weh!
) Maximale Erfolge wünsche ich.
Kommentar: Doc-Consult
(1) – 01. Juli 2010 @ 11:32