Meistens herrscht auf “gemeinen” Notarzteinsätzen Friede, Freude, Eierkuchen. Ein eingespieltes Team arbeitet gemeinsam für den Patienten. Doch gibt es auch gelegentlich mal Meinungsverschiedenheiten zwischen Druiden und Bodenpersonal. Nun, da bleibt eigentlich nur der faire Kampf im Ring. Seit langem heisst es endlich mal wieder: Ring frei! ich will einen sauberen und polytrauma-freien Kampf.

In der roten Ecke, ein leichtfüßiger Mediziner mit Blaulichtblick, Kampfgewicht 90kg, bei leichtem Bierbauch. In der blauen Ecke, ein dynamischer Rettungsassistent mit einem Hauch von Martinshorn in der Stimme, Kampfgewicht 75kg, durchtrainiert aufgrund regelmäßigem Konsolenspielabusus … Los gehts …
- Runde 1: Der Notarzt greift sofort an, er möchte den Kampf rasch entscheiden um wieder auf Einsatz gehen zu können. Ein rechter Leberhaken trifft den Rettungsmenschen voll.
- “Aua, hey Madman, das geht gar nicht!”
- Der Assi schreit wie von Sinnen, seine Stimme übertrifft die Lautstärke eines Einsatzhornes. Der Notbedürftige muss sich die Ohren zuhalten, geht in die Knie. Aus dem Nichts heraus bekommt er nun eine Dreierkombination zu spüren. Das saß. Gong.
- Runde 2: Beide tänzeln nun abwartend umeinander herum. Keiner will so recht angreifen. Der Rettungsdienstler fasst sich ein Herz und wirft dem Notbedürftigen einen Beatmungsbeutel zu. Aus Reflex muss dieser sofort das Gerät fachgerecht bedienen. Er bebeutelt sinnlos einen fiktiven Patienten. Der RA nutzt diesen Trick um ein paar satte Geraden ins Ziel zu bringen. Unfassbar, der Notmann bebeutelt weiter. Gong, zum Glück.
- Runde 3: Sichtbar angeschlagen und mit blutiger Lippe schickt sich der Kurpfuscher nun an ebenfalls einen schmutzigen Trick im Ring anzuwenden. Er prügelt verbal los:
- “Hey, Rettungsassistent, du bist ja nur der Assi vom Rettungssanitäter, oder?”
- Das war zuviel. Wutentbrannt haut nun der RA auf den Provokateur ein. Es entwickelt sich eine richtige kleine Schlägerei. Blut spritzt durch die Halle. Der Ringrichter muss mehrfach wegen Tiefschlägen unterbrechen. Gong.
- Runde 4: Beide Boxer sind nun am Ende ihrer Kräfte angelangt. Keiner hat mehr richtig Lust auf einen weiteren Kampf. Ihre Blicke kreuzen sich. Die Gesichter sind blutunterlaufen und angeschwollen. Der Notmann fasst den Entschluss:
- “Äh, wollen wir auf ein Bier gehen?”
- Die Aussöhnung kommt relativ unerwartet und plötzlich. Schlagartig verlassen nun die Kontrahenden unter lauten Buhrufen die Arena. Der Ringrichter schüttelt den Kopf. Die Medizinstudenten hören ihre Mailbox ab. Was für ein unsauberer Kampf …
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Dieser Beitrag (von insgesamt 473) wurde am Sonntag, 21. Februar 2010 um 22:11 Uhr veröffentlicht und unter der Kategorie
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wie geil ist das denn
Kommentar: alltagimrettung
(38) – 21. Februar 2010 @ 23:34
hahahaha… und die ehrenämtler sind das publikum
Kommentar: ickedette
(20) – 22. Februar 2010 @ 12:51
Man sollte sich eigentlich nie mit Druiden anlegen…………
Kommentar: Jinx
(8) – 22. Februar 2010 @ 22:25
@alltagimrettung: Nur eine weitere Folge von “Ring frei”
@ickedette: yep, unter anderem …
@jinx: Wenns ein fairer Schlagabtausch ist …
Kommentar: chefarzt
– 22. Februar 2010 @ 23:04
Und am nächsten Tag ist einer von beiden krank, weil der andere im Furo ins Bier gekippt hat…
Kommentar: INTensivling
(14) – 23. Februar 2010 @ 21:38
@intensivling: Da setzt sich dann der unsaubere Kampf fort …
Kommentar: chefarzt
– 23. Februar 2010 @ 22:08