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Die Twitter Pandemie Vorhersage

Hatte mich doch neulich der Saarländische Rundfunk gefragt, ob ich der Meinung wäre, dass Twitter das Zeug zum Krankheitstrend-Barometer hätte (Zeit Online 3.4.12). Twitter kann ja so einiges. Es werden jede Menge Infos in 140 Zeichen gepresst, aber taugt es auch, vorausgesetzt man wertet Millionen von Tweets aus, zur Vorhersage einer möglichen Pandemie?

Meine Antwort ist nein, denn in der Regel twittern kranke Follower irgendwelche ungefilterten subjektive Symptome in die Welt hinaus (Krankheitstwitter). Zum Vergleich: Es gibt Influenza-Meldestellen, von der Ärzte aus die aktuellen gesicherten (!) Fälle an eine Zentrale weiterleiten. So kann eine relativ genaue Epidemie-Pandemievorhersage erstellt werden.

Beim Twitter-Modell müssten ausgewählte Twitterer (mindestens Zehntausende) sich bereiterklären ihre Krankheitssymptome hinauszutweeten. Erfassungsstellen speichern die Krankheitsdaten, weitere Informationen sind Alter, Wohnort und Medikation. Und dann wird es auch schon eng.

Ein gewisses Twitter-Potential sehe ich aber beim Aufkommen von seltenen Infektionskrankheiten, wie z.B. der Pest, Lepra oder Ebola. Wenn also jemand demnächst in eurer unmittelbaren Umgebung twittert:

  • habe 40 Fieber #Bluthusten #Krankenhaus

ist Vorsicht angesagt.

Aber jetzt doch mal ehrlich: Wer will schon Krankheitstwitterer in seiner Timeline?

09. Mai 2012 (Kategorie medizin zukunft)

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8 Kommentare

  1. Gelegentlich schafft es mal ein Jammertweet in meine TL, aber normalerweise halte ich mich zurück. Und erst recht, wenn es was wie Bluthusten ist …

    Comment: FederkielNo Gravatar (4956) – 09. Mai 2012 @ 21:43

  2. Wie ist das dem Bluthusten nicht normal???
    Soll ich nun die 116117 (war die doch) oder die 112 anrufen?

    Comment: Der PickelNo Gravatar (3) – 09. Mai 2012 @ 21:55

  3. Na ja, Bluthusten, je nach Intensität … einmal gehustet, Spuren von Blut waren im Taschentuch … eher was für die Nummer 0815, gelegentliches Abhusten von Blut eher was für die 116117 bzw. den Praxisbesuch, ständiges Abhusten von viel Blut eher was für die 112 …

    Comment: chefarztNo Gravatar – 09. Mai 2012 @ 22:07

  4. @Cheffe: Das ist mir zu kompliziert. Kriegt man da auf Twitter eine Beratung, wenn man nicht weiter weiß?

    Comment: FederkielNo Gravatar (4956) – 09. Mai 2012 @ 22:09

  5. @federkiel: Dann sollte man die offizielle Twitternotrufnummer einführen … der Arme tut mir jetzt schon leid …

    Comment: chefarztNo Gravatar – 09. Mai 2012 @ 22:12

  6. @Cheffe: Meldest Du Dich freiwillig?

    Comment: FederkielNo Gravatar (4956) – 09. Mai 2012 @ 22:14

  7. @federkiel: Kommt drauf an, wieviel dabei rumkommt … niemals …

    Comment: chefarztNo Gravatar – 09. Mai 2012 @ 22:24

  8. @Cheffe: Kluge Entscheidung. Wir hätten sonst vermutlich nie wieder etwas von Dir gehört, weil Du keine Zeit mehr für den Blog hättest. Nee, nee …

    Comment: FederkielNo Gravatar (4956) – 09. Mai 2012 @ 22:28

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