Ich möchte mich dem Krangewarefahrer anschließen und auf den sehr nachdenklich stimmenden Artikel bei Stefan Niggemeier -Sterben hautnah, eine AZ-Media-Reportage und ihre Folgen- hinweisen.
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sowas ist zum K……en.
Die Rechtfertigung des Senders, “wir haben die Ehefrau ja hinterher gefragt…”
setzt dem ganzen ja noch die Krone auf. Die Frau muss mit den Tod ihres Mannes fertig werden, und darf in dieser Situation noch entscheiden, ob man die hübsche Szene aus ihrem Schlafzimmer veröffentlichen darf. Wie herzig!
Meiner Auffassung nach sind Filmteams bei Rettungseinsätzen schon aus Gründen der Menschenwürde ein NoGo.
Ergänzend wird hier die Schweigepflicht eklatant verletzt:
Guter Artikel hierzu: http://www.recht-im-rettungsdienst.de/de/im_einsatz/strafrecht_im_rettungsdienst/ausgewaehlte_straftatbestaende/verletzung_von_privatgeheimnissen_203_stgb/?PHPSESSID=4oro1pe6ah85oci8ji4n90jh81
Gruss Landkrauter
Comment: landkrauter
(141) – 26. October 2012 @ 09:26
Ich bin eindeutig gegen so eine Berichterstattung …
Wir hatten letztes Jahr einen ganz ähnlichen Fall in der Familie. Der Vater meines Freundes hatte einen Herzinfarkt, Reanimation zu Hause, dann weiter im Krankenhaus. Wenn ich mir vorstelle, jemand hätte uns gefilmt, wie wir darauf gewartet haben zu erfahren, ob ein lieber Mensch überlebt und dann als wir erfahren haben, dass er es leider nicht geschafft hat, wird mir richtig schlecht. Solche privaten Extremsituationen gehören einfach nicht an die Öffentlichkeit.
Ich finde es sehr gut, über Berufe wie Rettungssanitäter, Polizist etc. zu berichten, die sich um die Mitmenschen verdient machen und darüber aufzuklären. Aber bitte nicht auf so eine Weise, die gegen die Würde des Patienten und seiner Angehörigen verstößt.
Comment: Blua
(190) – 26. October 2012 @ 14:17
Gerade wenn ich mir den Opener der AZ-Media Reportage anschaue (auf Youtube kann man die Reanimation sogar im Trailer! sehen)
kann ich nur mit dem Kopf schütteln.
Wenn in einer Doku der Rettungsdienst-Alltag gezeigt werden soll, gehören solche Einsätze dazu. Aber in diesem Fall wurde definitiv zu weit gegangen.
Die besagte Spiegel-Reportage fand ich persönlich sehr gelungen. Allerdings waren die dort gezeigten Reanimationen auch grenzwertig, fanden allerdings in einem Fall aber auch in einem anderen Setting (Pflegeheim) statt. Bei einem häuslichen Einsatz wurde da mehr Abstand gewahrt.
Berichterstattung ja, würdelose Ausschlachtung nein!
Comment: stef
(88) – 26. October 2012 @ 17:50
ahem @ cheffe du hat meinen kommentar gelöscht. hab ich was falsch gemacht?
gruss landkrauter
Comment: landkrauter
(141) – 26. October 2012 @ 21:11
So sehe ich das auch ….ein Filmteam hat aber auch sowas von überhaupt nix bei Einsätzen zu suchen …
@landkrauter: Danke für deine juristische Unterstützung. Nee, du hast nur deine Email falsch eingegeben …
Comment: chefarzt
– 26. October 2012 @ 22:06
@ modoc danke fürs wiederherstellen
ich fand nämlich die seite, die ich angegebn habe, ziemlich gut, und ich finde den link nicht mehr. merde. so, und jetzt geh ich mal rüber zum gratulieren.
hab ja noch nen bisschen tnt über…
gruss lk
Comment: landkrauter
(141) – 26. October 2012 @ 22:24
@stef meiner Auffassung nach macht es keinen Unterschied, wo der Einsatz stattfindet. Nur weil der zu Reanimierende im Heim wohnt,
darf ein Filmteam dabei sein? Oder auf der Strasse?
Was ist mit der Würde des Menschen, der behandelt/reanimiert wird? Diese muss unantastbar sein, und zwar unabhängig vom Setting.
oder hab ich Deinen Einwand falsch verstanden?
Gruss Landkrauter
Comment: landkrauter
(141) – 29. October 2012 @ 09:21
@landkrauter:
Also ganz grundsätzlich finde ich, dass Filmteams in solchen Notsituationen in Privatwohnungen nichts zu suchen haben… wie soll man sich das vorstellen: der Mann liegt leblos im Bett und der Kameramann kratzt an der Tür, ob man kurz reinkommen dürfte?
Absolut pietätlos! Außerdem wäre es mir als akut Erkrankter auch nicht recht, wenn ich mit meinem Herzinfarkt gefilmt werde.. auch wenn es nachher anonymisiert werden sollte.
Das hätte dann zur Folge, dass man Aufnahmen grundsätzlich nur noch im RTW gemacht werden.. was für eine Doku auch völlig ausreichen würde.
Mein Einwand bzgl des “Settings” war auf die Dramatik der häuslichen Situation bezogen (habe wie gesagt nur den Trailer gesehen, der schon schlimm genug war).
Comment: stef
(88) – 02. November 2012 @ 16:43
@ stef. also ich finde generell filmteams bei einsätzen nicht in ordnung.
seien wir ehrlich. es befriedigt ausschliesslich die neugier und sensationslust der massen. kein mensch möchte, dass gefilmt wird, wenn er gerade um sein leben kämpft. wie gesagt, für mich gebietet die menschenwürde, dass keine kamera wo auch immer zugelassen wird.
man kann die szenen immer noch mit schauspielern nachspielen, aber real ist für mich ein NoGo.
gruss landkrauter
Comment: landkrauter
(141) – 03. November 2012 @ 00:45
Danke für den Hinweis auf den Artikel, Monsterdoc. Aus meiner Sicht verläuft die Debatte zu sehr schwarz und weiß, viele wittern nur noch böse Journalisten und sensationslüsternes Publikum. Im habe daher bei Stefan Niggemeier einen detaillierten Kommentar abgegeben (75.).
Comment: SD
(1) – 03. November 2012 @ 14:24
@sd: Danke für deinen Kommentar. Du erläuterst bei Niggemeier nachvollziehbar wie man über Notarzteinsätze auch “embedded” berichten kann. Aus meiner Sicht gehört dennoch keine Kamera mit auf einen Notarzteinsatz. Hier ist die ärztliche Schweigepflicht und die Gesundheit/Krankheit des Patienten meines Erachtens unantastbar, auch nicht anonymisiert.
@landkrauter: Mit Schauspielern … au ja, … Dr. Lampe spielt mit …
@stef: Thema Herzinfarkt. Mit Filmteam könnte hier sogar eine “reale” Verschlechterung der kardialen Durchblutungssituation eintreten, sprich weitere Infarzierung …
Comment: chefarzt
– 03. November 2012 @ 20:36
@ modoc danke für den comment an sd. wo darf ich unterschreiben?
hab mir grad die diskussion auf der “origiginalseite” angesehen, teilweise gruselig.
und wer schon wieder (wtf) ist dr.lampe… seufz…!
gruss landkrauter
Comment: landkrauter
(141) – 03. November 2012 @ 20:44
@landkrauter: Dr. Lampe ist doch der “Running-Gag” auf Monsterdoc
http://www.monsterdoc.de/2009/aerzte-casting-lego-comic-teil-1/
Comment: chefarzt
– 03. November 2012 @ 21:07
ok, 2009, da war ich noch nicht dabei,
sieht aber schön gewalttätig aus… passt zu meiner stimmung zu dem diskussionsgegenständlichen bericht… !
gruss landkrauter
Comment: landkrauter
(141) – 03. November 2012 @ 21:19