Auch in dieser unspektakulären Stadt, in der Hajo lebt, gibt es eine Drogen-Szene. Teils kann man hier recht einfach an Stoffe der härteren Gangart gelangen. Das kennt jeder Rettungsassi und Notarzt unter den Lesern: In der hintersten dunkelsten Ecke im Rettungskoffer gibt es eine Ampulle, die sehr einsam ist und kaum mal das Tageslicht sieht: Naloxon … heute sollte sie endlich einmal im Mittelpunkt stehen …
Wir schreiben den 30.April und in manch traditionellen Gefilden ist es Brauch im Schutze der Dunkelheit Gartentore auszuhängen und sonstige Sauereien mittels Zahnpasta und Klopapier anzurichten. Was macht Hajo? Er hat Dienst. Klar. Immer noch muss er über seinen schlecht ausgefallenen Blaulichttest nachdenken. Ob sich Michelle das wohl zu Herzen nimmt? Hmm. Auf jeden Fall läutet seine Hosenglocke bevor er den Gedanken zu Ende bringen kann. Eine urologische Diagnose? Oha, das könnte interessant werden.
Hallo Freunde, lange nichts mehr gehört. Na ja, Ich weiß, ich habe mich etwas zurückgezogen, aber ich war gut beschäftigt in den letzten Monaten. Warum? Nun, wir wollen doch auch dieses Jahr eine Expedition wagen, oder? Nachdem wir schon einige wichtige Gipfel bestiegen haben, Tiefen hinabgestiegen sind und auch reichlich Erfahrungen mit Vulkanen aufweisen können, ist es ein naheliegender Schritt einmal den höchsten Berg unseres Sonnensystems genauer zu betrachten. Der Olympus Mons, ein aktiver? Vulkan, der sage und schreibe 26.000 Meter hoch ist …
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Quelle: Wikipedia
Da läuft es mir gleich ganz kalt den Rücken runter … Wie siehts aus? Wer ist mit dabei Mitte/Ende November 2013? Es wird ein … nun ja etwas ungewöhnliches Unterfangen, denn keiner von uns hat Weltraumerfahrung. Das heißt auch, wir müssen uns rechtzeitig auf den Weg machen … Unter günstigen Bedingungen könnten wir im September starten. Während der langen Anreise würden dann die Akklimatisierung und die wichtigen Vorbereitungen, wie “Erste Hilfe in der Schwerelosigkeit” oder “Selbstverteidigung ohne Sauerstoff” usw. erfolgen. Ich bin selbst so aufgeregt, dass ich gar nicht weiß, was ich noch schreiben soll. Ach ja, ich soll noch liebe Grüße von Elena ausrichten …
Also? Wer will mit mir das Sonnensystem unsicher machen?
Hunderte Einsätze in Folge, ständige Dienste hinterlassen langsam aber sicher Spuren in Hajos Psycho und Physis. Seine Arbeit ist ihm wichtig, ganz klar, er verfolgt nach wie vor sein großes Ziel: Knochenarzt werden. Doch kommt da nicht Hajos Privatleben etwas zu kurz?
Es gibt manchmal kuriose Einsätze und solche die eigentlich gar keine sind und so … eben. Auf jeden Fall wird es draußen spürbar wärmer. Hajo glaubt, das jetzt endlich der Frühling kommt. Daher ist seine Motivation Notarzt zu hupen fahren noch größer. Gerade macht es sich Hajo auf der Couch gemütlich: Mittagsschläfchen nach 3 Einsätzen am Vormittag, da leuchtet der Piepser. Einsatz im Altenheim.
Und so treffen sich Michelle und Hajo am Abend in der WG. Anna, die Oberärztin, will sie abholen, um dann gemeinsam ins Kino zu gehen. So gute Erinnerungen hat Hajo irgendwie nicht an den letzten Kinoabend mit Michelle. Wir erinnern uns: Großbrand … Aber er hat das Trauma überwunden und freut sich auf den Bames Jond Film und vor allem auf Annas neuen Freund … Es klingelt.
Eines Morgens betritt Hajo die Klinik, wieder einmal, natürlich, es ist nämlich Alltag. Und dieser Alltag besteht eben aus chirurgischen Handlungen, sprich geplanten Körperverletzungen im Operationssaal. Weiterhin ist es Hajo sehnlichster Wunsch Chirurg zu werden. Und die Chancen stehen gar nicht schlecht, wenn nur nicht der heutige Tag so verlaufen wäre …
Ein weiterer Artikel über die Unvernunft von Menschen: Hajo hat … äh … Notarztdienst. Wie immer eigentlich. Was Michelle eigentlich zu diesem Dienstüberfluss sagt? Na ja, dafür hat er ja auch viel Freizeitausgleich … Aber zurück zum Einsatz: Die Zunft Rotweiß wird zu fünf Jugendlichen mit unklaren Gemütszuständen vorgeladen. Einer ist komatös, zwei sind völlig “neben der Kappe”, rasen nervös in der Wohnung herum, zwei wiederum gucken einfach nur ins Leere.
“Der Piepser gibt wieder einmal sein Bestes. 2.30 Uhr, Einsaaaatz !!! Die Sicherheitsschuhe angelegt, das Notarztjankerl umgehängt und ab geht es mit Blaulicht in die kalte Nacht hinein. Diagnose: VU (vürchterlicher Unsinn oder auch Verkehrsunfall genannt).
Trotz seines tollen Notarztdaseins und des mittlerweile recht ansehlichen chirurgischen Könnens darf man sich nicht täuschen lassen: Hajo ist und bleibt ein Tolpatsch. Und gäbe es eine Möglichkeit in alle Pizzen der Welt hineinzutreten, Hajo würde dies tun …
Leider ist das wunderschöne Winterwochenende vorüber und der Alltag beginnt wieder. Dies bedeutet: Notaaaaaarzt ! Der Einsatz an einem kalten Februarabend stimmt Hajo insgesamt etwas nachdenklich.
Hajo verweilt immer noch mit Michelle im Wintersportort und ist rundum zufrieden. Eine nette Pension, super Neuschnee, viel Sonne und eine klare Winterluft. Herrlich. Am nächsten Tag ist erneut Skipiste angesagt. Hajo ist ein guter geduldiger Skilehrer. Kann es sein, dass Hajo sehr glücklich ist? Ja, das sieht so aus …
Es ist Winter und Michelles Vorschlag war es, Skifahren zu gehen. Nun, die Berge sind ein gutes Stück weg, aber warum eigentlich nicht? Als gebürtiger Züricher ist Hajo schließlich mit den Brettern an den Füßen auf die Welt gekommen. Allerdings ist er schon lange nicht mehr gefahren, Michelle noch gar nie. Er könnte ihr natürlich ein paar Tricks verraten …
Streit mit der Freundin, ein paar Tabletten mit Alkohol eingeworfen, ins Auto gesetzt und ziellos umhergegeigt. Ein Freund trifft ihn schließlich an einer relativ ruhigen Straßenkreuzung und alarmiert die Seilschaften der Gesundheit und Ordnung.
( … was bisher geschah … ) Das neue Jahr ist noch nicht sehr alt. Den Norwalk-Angriff hat Hajo gut verarbeitet. Doch es folgen … richtig … wie soll es anders sein … Notarzeinsätze …
( … was bisher geschah … ) Weihnachten verlief recht besinnlich, sprich mit vielen Notarztdiensten. Herzinfarkte, Norogerockte und Lametta blieben in Hajos Erinnerung haften. Apropos Noro, früher sprach man hier eher vom Norwalk Virus, aber egal. Doch hier wäre noch eine kleine recht unangenehme weihnachtliche Geschichte erwähnenswert, die später in die Annalen des Klinikums eingehen sollte. Doch lest selbst.
( … was bisher geschah … ) Außer Notarztfahren ist bei Hajo zur Zeit nicht viel drin. Einige Kollegenausfälle und schon summieren sich die Dienste enorm. Es gibt interessante Einsätze, schwerwiegende, doofe aber auch etwas lustige Einsätze. Und los gehts wieder. Die Diagnose lautet: „Internistisch unklar“, was so viel heißen kann, wie „Alles oder nichts“. Es weihnachtet übrigens schon sehr.
( … was bisher geschah … ) Hajo ist ein eifriger Notarztfahrer geworden. Mittlerweile ist er doch schon recht routiniert … Hup Hup … Notarzteinsatz am Wochenende … Der Krankentransportwagen ist vor Ort. Diagnose: Mann mit Diabetes mellitus hat sich in suizidaler Absicht Insulin gespritzt. Notarzt nachgefordert. An den Ort der Tat gehupt, ausgestiegen und erstmal dumm geguckt (so wie immer!). Freudig winkt ihm ein Zivi entgegen:
“Der Blutzucker ist 150!”
Hört sich im ersten Moment ganz normal an. Doch als Hajo den Herrn mittleren Alters in seinem Wohnzimmer sitzen sieht und neben ihm einige leere Patronen seines Insulin-Pens (lustiger Schussapparat zur Vereinfachung des Spritzens) wird ihm etwas mulmig.
Gerade eben von einer irren Expedition zurückgekehrt (selbstredend die Welt mal eben gerettet – ein Kommentar dazu von Federkiel), werde ich euch heute Abend gleich wieder von den guten alten Zeiten berichten. Damals als Hajo, noch jung, dynamisch und Stationsarzt war …
Und ein weiterer Notarzdienst wird Hajo aufs Auge gedrückt. Der Piepser schlägt an … Tute anmachen, ab gehts, Diagnose “Tablettenintoxikation”. Was das wieder alles sein kann: Die Einnahme von einer Tablette ASS in suizidaler Absicht oder aber auch das ganze Sortiment des Hauses runtergeschluckt … Auf jeden Fall ist hier kontrollierte Hektik angesagt, denkt sich Hajo.
es ist so wie es ist …
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