Ich muss euch unbedingt von meinem Tag heute erzählen. Vermutlich wird mir sowieso keiner glauben, aber die Geschichte ist wirklich wahr. Leider. Doch eins nach dem anderen. Alles begann heute morgen.
Gemütlich sitze ich mit einem guten alten Kollegen, der mich übers Wochenende besuchte, im Stammrestaurant und nuckle an meinem Spargetränk: Wasser mit einem Spritzer Mineralwasser und einem Hauch von Blattgold. Zuvor zogen wir uns ein fürstliches 5-Gänge Menü rein. Ach ja, und heute nachmittag war ich ausnahmsweise mal nicht Eishockey spielen, sondern besuchte die Boots-Messe in Defihausen. Was soll ich sagen? Der nächste Sommerurlaub ist gebongt.
Die Zentrale von Defihausen. Was zuvor geschah, bei Federkiel
Und wieder einmal erhellte eine Explosion den gestrigen Abendhimmel von Defihausen. Federkiel hatte den Fall “Heimlich” gelöst. Die Verbrecher wurden von der Polizei verhaftet. Unsere Kleinstadt atmete auf. Können wir nun endlich ein Leben in Frieden führen? Vermutlich ja. Ich meinte, ich hätte gestern sogar den Heilpraktiker Güntär durch die Fußgängerzone laufen sehen. Als Faustregel gilt bekanntlich: An den Platz wo es Menschen gut geht, kehren sie immer wieder gerne zurück.
Die Zentrale von Defihausen. Was zuvor geschah, bei Federkiel
Ich möchte eine kurze Zwischenbilanz ziehen. Im Oktober 2010 bin ich nach Defihausen gezogen und seither dort im Notarztdienst tätig. Mittlerweile habe ich dort einen großen Freundeskreis samt Haustieren zu vermelden. Wer hätte früher gedacht, dass ich einmal ein Yak und einen Panda zu Hause halten werden. Abgefahren. Auch mein Häuschen neben Hermione war mir sehr ans Herz gewachsen. Doch dies fiel ja bekanntlich dieser miesen, hinterhältigen Drive-By-Defibrillating-Attacke zum Opfer. Ich bin eigentlich ein sehr zurückhaltender pazifistischer Mensch, doch kann ich diesen Zwischenfall einfach nicht auf sich beruhen lassen.
Die Zentrale von Defihausen. Was zuvor geschah, bei Basadai.
Hier eine kurze Zusammenfassung der bewegenden Ereignisse in Defihausen der letzten Woche:
Letzter Beitrag: Hesting
Nachdem ich letzte Woche unliebsam von Unbekannten per DBD (Drive-By-Defibrillating) aus meinem Haus gebombt wurde, verbrachte ich erstmal eine Nacht im (ebenfalls demolierten) Kindergarten. Basadai, die Kindergärtnerin hatte mir glücklicherweise dort Asyl gewährt. Meine (ehemalige) Nachbarin Hermione war offensichtlich übers Wochenende vereist gewesen. Sie bekam daher nichts von der Explosion mit. Ihr Haus nahm glücklicherweise keinen Schaden, außer ein paar Brandflecken.
Viele Geheimnisse ranken sich um Defihausen, da wären zum einen die ominösen Geschichten rund um den noch ominöseren Dr. Heimlich in der Irrenanstalt und natürlich die ungeklärten Morde. Zusammenhänge? Spekulationen? Keine Ahnung. Ich für meinen Teil lasse die Polizei ihre Arbeit machen. Und natürlich Federkiel, unsere Hobbykriminalistin, die am Fall hart dran ist, ich spüre es.
Ärzte-Serien sind interessant und ein wichtiger Bestandteil der Medizin-TV-Landschaft. Gerade erleben wir neue Staffeln namhafter Formate. Und jetzt mal Hand aufs Herz. Ihr guckt doch auch House, ER, Bergdoktor und wie sie alle heißen. Gründe hierfür gibt es schließlich genug (Warum man Ärzte-Serien gucken sollte). Doch was ist, wenn sich ein sachlicher Fehler an den anderen reiht? Hier ärgert sich dann das Medizinerhirn auf dem Sofa, doch egal, ich liebe sie dennoch.
Auf vielfachen Wunsch präsentiere ich heute abend um 20 Uhr einen Koch- und Brutzelkurs für medizinische Laien und Fortgeschrittene in Sachen Defibrillator auf der Rettungswache. Der Wachenleiter hat sämtliche Brandschutzvorkehrungen getroffen und die Küche ist sozusagen sturmfrei.
Es kann also losgehen. “Ich habe da mal was vorbereitet”, es sind sowohl Spezialitäten aus Papua-Neuguinea als auch französisch-kultivierte Gerichte vorgesehen. Die Baumkängurus sind schon alle vor Ort und gucken gierig auf den Herd Defi.
Als erstes demonstriere ich eine Creme brulee mit 360 Joule, biphasisch … hmm das riecht schon lecker …
Meinen wohlverdienten Jahresurlaub verbrachte ich diesmal auf dem Luxuskreuzfahrtschiff MS MRSA. Es ging durchs gesamte Mittelmeer und war einfach traumhaft schön. Ein prima Ausgleich zum Papua-Neuguinea-Trip im Herbst, aber auch viel langweiliger. Keine Explosionen, keine Helikopter-Stunts, keine Anschläge, na ja, man wird halt älter. Auf dem Schiff lernte ich auch den Chefkoch, einen gewissen Herrn Chloroplast, kennen. Feiner Typ. Er suchte schon seit längerer Zeit einen neuen Wirkungskreis und ich konnte ihn nach einigen Tagen davon überzeugen sich im Defihausener Klinikum auf die freigewordene Chefkochstelle zu bewerben.
Schön ist die vorweihnachtliche Zeit, gerade jetzt im tief verschneiten Defihausen. Der Weihnachtsmarkt befindet sich in der Fußgängerzone dieser schnuckligen Kleinstadt. Frauen sind im Konsumrausch, Männer kaufen sich weiße Bärte. Doch ein Anblick trübt dieses makellose rotweiße Bild: Es sind die Hausärzte, die am Ende des Quartals immer haufenweise die Einkaufsstraßen belagern und … musizieren …
Gestern abend kam ich wieder aus dem wohlverdienten Urlaub von der Fortbildung aus Tubusstadt zurück. Dort wurde der Umgang mit protonengesteuerten Lenkdefibrillatoren bis ins Detail erläutert. Nun blieben also keine Fragen mehr offen. Es war schon spät und dunkel als ich mit dem Fahrrad vor meinem Haus in Defihausen vorfuhr. Mich traf der Defi! Was war denn hier passiert?
In Defihausen regiert Angst, Schrecken, Verfolgung und Zerstörung, so möchte man meinen. Doch täuscht sich hier manch Leser gewaltig. Ganz im Gegenteil, die meisten Bewohner sind sensibel und haben manchmal auch eine lebhafte Fantasie. Auf jeden Fall schlenderte ich gestern am frühen Abend in Richtung “lustiger Gasmann”. Es war noch nicht viel los in der Barlounge und ich sah Frau Rotschopf hinter dem Tresen stehen. Sie wirkte nervös und hatte eine blasses Hautkolorit.
Ich liebe Blogpartys. Gestern abend trafen sich einige Einwohner von Defihausen zur Rettungswachenparty. Es war ein richtig gemütliches Beisammensein. Doch leider musste ich unbedingt den neuen Defi von Paul ausprobieren. Keine gute Idee. Den Rest hat Anna versucht darzustellen. Auf jeden Fall ist die Wache nun ziemlich ruiniert. Ich brauche eben immer zwei Versuche … Heute machte ich mich gleich an die Renovierungsarbeiten. Basadai, Timo, Paul, Federkiel und Ämpee halfen mit.
Sehr wichtige Information für alle Teilnehmer der neuen Blogsoap “Für eine Handvoll Pillen”. Zunächst einmal haut mich die riesige Resonanz einfach nur um. Super Sache! Wir sind Blogsoap! Allerdings hat die Sache auch einen Haken. Gestern wurden derart viele spannende Geschichten von den einzelnen Bloggern verfasst, dass wir (fast) den Überblick verloren hätten. So soll das natürlich nicht weitergehen. Daher schlage ich sozusagen im Alleingang (hoffentlich bekomme ich keine Prügel) folgende Vorgehendsweise vor:
Im kleinen beschaulichen Städtchen Defihausen geschehen in den letzten Tagen seltsame Dinge. Ich muss Euch unbedingt noch von meinem Informanten-Treffen im lustigen Gasmann erzählen, aber ich komme ja nicht dazu, da sich die Meldungen überschlagen. Ist im Moment auch nicht so wichtig.
Hier eine kurze Darstellung der weltbewegenden Ereignisse rund um das virtuelle Defihausen. Die neue Blogsoap: Für eine Handvoll Pillen (0815 – wir defibrillieren Euch alle).
Heute war ein wunderbarer sonniger Tag in Defihausen. Mittags machte ich einen Besuch im Kindergarten und zeigte den Kleinen mal, was ein richtiger Notarzt so alles drauf hat. Sie waren derartig beeindruckt, dass sie im Anschluss Karate-Techniken bei mir testen wollten. Na ja, was soll ich sagen: Basadai, die Kindergärtnerin hat sie gewähren lassen. Erst abends konnte ich wieder feste Nahrung zu mir nehmen. Die Kinder von heute … Ich habe aber gesehen, dass sie anschließend auch diese Journalistin Federkiel vermöbelt haben. Es gibt doch noch Gerechtigkeit …
Am Montag bin ich nach Defihausen umgezogen und ich muss sagen, es kommt mir jetzt schon vor wie eine kleine Ewigkeit. Die Einwohner sind alle sehr nett, haben aber auch ihre schrägen und kantigen Seiten. Gut so. Dass ich als Notarzt dort arbeiten darf ist einerseits toll, andererseits belastet mich die Nachfolge von dem alten Dr.Lampe doch etwas. Muss ein ziemlich skurriler Typ gewesen sein, der nicht gerne defibrillierte. In Defihausen wird so etwas natürlich nicht gerne gesehen.
Mühsam quäle ich mich aus den Federn. War das eine Nacht! 5 Einsätze, ich bin so müüüde. Aber es hilft alles nichts, ich muss aufstehen. Die Umzugskisten sind fast gepackt. In 2 Stunden kommt der Lastwagen und will sich mein ganzes Hab und Gut einverleiben. Wahnsinn, heute ist der Tag der Tage! Ich verlasse meine Stadt für immer und breche auf in ein neues Leben. Defihausen ist mein Bestimmungsort. Eine aufgeweckte Kleinstadt im mittleren Westosten Deuschlands. Dorthin gehe ich mit gutem Mut. Ein neuer Job ruft. Ich werde neue Menschen kennenlernen …
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