Durch Zufall habe ich erfahren, dass es angeblich eine erneute Gesundheitsreform (mittlerweile die achte?!) gegeben hat. Kollege Rösler hat demnach Nägel mit Köpfen gemacht und entschieden, dass die wachsenden Kosten des Gesundheitssystems künftig vermehrt durch die Arbeitnehmer getragen werden sollen. Wie funktioniert das? Beiträge hoch auf 15,5%. Hatten wir übrigens schonmal 2009. Und künftig erheben die Krankenkassen Zusatzbeiträge, die sozusagen zusätzlich gelöhnt werden müssen.
Das Gesundheitssystem verschlingt Unsummen an Geld. Das Gesundheitsfondue (Fonds) ist irgendwie ranzig geworden. Die Kosten werden weiter steigen. Die Ärzte sind bereits an den Rand des Ruin getrieben. Was bleibt da noch für ein letzter Schachzug der Krankenkassen vor dem drohenden Untergang? Richtig! Einige von ihnen werden ab 1.2.2010 einen Zusatzbeitrag von den Versicherten fordern, und zwar skandalöse 8 Euro/ Monat. (siehe: Ärzteblatt 25.01.10)
Die Koalitionsgespräche laufen, die Minister müssen nun gefunden werden. Für mich ist der wichtigste und verantwortungsvollste Posten der des Gesundheitsministers. “Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts”. Ein eigentlich furchtbar abgedroschener Spruch, den ich nicht leiden kann, aber was Wahres ist halt doch dran. Wer auch immer der “Neue” sein wird, hier ist meine Wunschliste. Ich erwarte keine Wunder, ich erwarte nur eine gute und faire Arbeit.
Es wurde bereits soviel in den letzten Jahren im Gesundheitsungetüm eingespart, dass sich Krankenkassen nun endlich wieder angemessene Gebäude in die Städte stellen können. Doch, das reicht noch lange nicht. Der Sparkurs muss fortgesetzt werden, und Sie, als Patient, können hier entscheidend mitwirken, wenn Sie folgende Verhaltensregeln beachten.
Die Anzahl der gesetzlichen Krankenkassen schrumpft bedenklich. Ende 2006 gab es noch 374 Kassen in Deutschland, im April 2009 werden es laut der “Bild-Zeitung” nur noch 197 sein.
Der Gesundheitsfonds hat einiges im Gesundheitswesen verändert. Hierzu habe ich schon mehrere Artikel verfasst, Morbus Gesundheitsfonds Teil1 und Teil2 und aktuell eine leckere Zubereitung des Gesundheitsfondues auf dem Blog von Dennis Deutschmann. Was hat sich demnach verändert? Wichtig ist nun für die Krankenkassen, dass möglichst viele Patienten als chronisch krank klassifiziert sind. Denn nur dann können diese aus dem Fonds entsprechende Kohle absaugen.
Es steht soviel schrecklich Negatives über den Gesundheitsbouillon geschrieben. Ich möchte da nicht in das gleiche Horn blasen, sondern die Hintergründe beleuchten und durchweg Positives diesbezüglich schreiben. Denn das 2009er Gesundheitsfondue ist lecker und äusserst nett angerichtet.
Eine weitere Sucht, die weltweit sehr weit verbreitet ist, ähnlich dem Nikotininhalieren. Es handelt sich um die perorale (also innerliche) Anwendung von hochprozentigen Substanzen, die in manchen südlich gelegenen Bundesländern allerdings offziell als Nahrungsmittel anerkannt sind. Warum also sind diese Nahrungsmittel so gefährlich für Sie und Ihren Hausarzt und warum sind sie dennoch für den kommenden Gesundheitsfonds so essentiell wichtig? Ausserdem: Testen Sie sich selbst: “Sind sie äthylkrank?”
Ja, was waren das noch für Zeiten, als sich der Cowboy nach einem Tag harter Arbeit in der Prärie eine Zigarette ansteckte! Oder noch früher: “Die Gesundheitszigarette“, die es in der Apotheke zu beziehen gab. In den fünfziger/sechziger Jahren, wo der Arzt noch in der Praxis ohne Gewissensbisse mit dem Patienten eine rauchen konnte. Hemmungslos wurde geraucht, wo immer es ging. Nur schade, dass da nach und nach irgendwelche Krankheiten auftauchten, die im Zusammenhang mit Nikotin zu sehen waren. Wie ist nun die Situation heute? Warum dürfen Ärzte nicht mehr genussvoll in der Öffentlichkeit rauchen? Wie gerne würde man sich als Notarzt während der Intubation eines Asthma-Patienten (der früher übrigens selber Raucher war!) im Krankenwagen eine anzünden? Leider alles verboten.
Hurra Deutschland wird chronisch krank! Es ist soweit, 2009 nähert sich, das Jahr in dem wir uns alle gesundheitlich und finanziell verändern werden. Zunächst einmal freuen wir uns über einheitliche Krankenkassengebühren, eine Erhöhung war doch schon längst mal wieder überfällig, denn die teils arg baufällig gewordenen Gebäude von Krankenkassen sind uns schon längst ein Dorn im Auge. Aber wir schauen da nicht tatenlos zu, sondern handeln, äh zahlen. Allerdings kommt da jetzt die berechtigte Frage auf: “Ich habe da vor kurzem in eine Krankenkasse mit günstigem Monatsbeitrag gewechselt weil ich so gesund bin, was passiert da jetzt wegen dem Gesundheitsfondue?”
Was gibt es nicht für Diskussionen am gut geführten Schalter in der haus- oder fachärztlichen Praxis über den seit einigen Jahren eingeführten Solidarbeitrag für die Krankenkassen. (im Volksmund auch Praxisgebühr genannt) Früher war das ja alles viel einfacher. Krankenkassenkarte (auch geliehene möglich) durchziehen, fertig. Heutzutage ergeben sich durch den Faktor 10 Euro eine Vielzahl an Fehler- und Ärgermöglichkeiten im Praxisalltag. Würde man die Stunden an diesen Möglichkeiten alle zusammenrechnen könnte man mit der Quersumme spielend einen Güterzug von 800m Länge auffüllen und damit nach Berlin fahren.
Design von Perun modifiziert vom Chefarzt | expertenteam | impressum